Home of the Brave

Home of the Brave

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Der wahre Kampf beginnt zuhause

Produzentenveteran Irwin Winkler war unter anderem für Gelddruckmaschinen wie die Rocky-Filme zuständig und verirrte sich immer wieder mal auf den Regiestuhl. Mit Home of the Brave gelang ihm ein über weite Strecken überzeugender Abgesang auf den heldenhaften Soldaten, der aus dem Irakkrieg zurückkommt und – wie einst nach Vietnam – auf Unverständnis und Abneigung stößt.
Gerade noch den Bescheid für die endgültige Heimreise erhalten, muss ein Trupp Soldaten den Arzt Will Marsh (Samuel L. Jackson) und diverse Medikamente in ein Dorf außerhalb Bagdads bringen. Doch der Konvoi gerät in einen Hinterhalt und der Routineeinsatz wird zum Debakel. Nach heftigem Feuergefecht werden die Überlebenden gerettet und ausgeflogen. Doch die Narben an Körper und Seele sind tief. In der Heimat wird Doc Marsh zum Alkoholiker, Fahrerin Vanessa (Jessica Biehl) ist ein Krüppel, Schütze Tommy (Brian Presley) kann nicht mehr schlafen und Private Jamal (50 Cent) leidet darunter, dass er eine Unschuldige erschossen hat und ihn zu allem Übel seine Freundin verlässt…

Fans von Stahlgewittern wie Ridley Scotts fulminanten Black Hawk Down werden von Home of the Brave womöglich enttäuscht sein. Nur die ersten 20 Minuten spielen im Irak (gedreht wurde in Tunesien), zeigen Soldatenalltag und eine einzige – toll gefilmte – Schießerei, nämlich den auslösenden Hinterhalt. Den Rest des Films wird geredet, gelitten und wieder geredet. Dank der großartigen Leistungen von Schönheit Jessica Biel und dem wie immer grandiosen Samuel L. Jackson, lässt Home of the Brave jedoch nie nach und den Zuschauer bleiben den beiden förmlich an den Lippen kleben. Leider können die zwei anderen Hauptpersonen kein wirkliches Gegengewicht bieten. Brian Presley setzt einen Dackelblick auf, darf am Schluss sogar den Patrioten geben, der zurück an die Front will, während Rapper 50 Cent nicht im mindesten Emotionen rüberbringen kann. Das ist zwar irgendwie unfreiwillig komisch, doch schadet es dem Unterhaltungswert des Films kaum. Denn Home of the Brave ist ein starkes Plädoyer gegen den Krieg – trotz einiger arg pathetischer Momente. Kein Meilenstein, dafür gute, unter die Haut gehende Unterhaltung. Und das ist doch auch was…

Home of the Brave

Produzentenveteran Irwin Winkler war unter anderem für Gelddruckmaschinen wie die Rocky-Filme zuständig und verirrte sich immer wieder mal auf den Regiestuhl.
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