Holy Lola

Holy Lola

Die Jagd nach dem Familienglück

Nichts wünschen sich Dr. Pierre Cessac (Jacques Gamblin) und seine Frau Geraldine (Isabelle Carré) sehnlicher als endlich ein Kind zu haben, doch auf biologischem Wege können sie sich diesen Lebenstraum nicht verwirklichen. Also beschließen sie, ein Kind zu adoptieren. Da der Weg eines adoptionswilligen Paares in Europa von jahrelangem Warten und unerträglichen Kämpfen mit den Behörden geprägt ist, beschließen die beiden, das Verfahren ein wenig abzukürzen und ein kambodschanisches Kind zu adoptieren.

Doch die Reise ins ferne Phnom-Penh erweist sich schnell als labyrinthisch und überaus anstrengend. Auf Schritt und Tritt begegnen sie Leidensgenossen, anderen Paaren, die wie sie auf der Suche nach ein klein wenig familiärer Geborgenheit sind. Doch die Erfahrenen unter ihnen wissen auch, dass selbst in Kambodscha eine Adoption manchmal Monate dauern und Unsummen an Bestechungsgeld verschlingen kann. Nach einem Besuch bei der französischen Botschaft bekommen sie eine Liste mit Waisenhäusern, doch überall gibt es nur die Auskunft für sie, dass es derzeit kein Kind für sie gibt. Weil Pierre Arzt ist, wird er immer mehr von anderen Eltern zu Rate gezogen und die Cessacs sehen mehr und mehr, dass einige der Kinder krank sind, Hepatitis B oder AIDS haben und dass viele der „werdenden“ Eltern damit überfordert sind. Trotzdem lassen die beiden nicht locker, und tatsächlich erhalten sie nach Wochen des Wartens und der Ungewissheit endlich Bescheid, dass nun ein kleines Mädchen namens Lola adoptiert werden kann. Doch jetzt beginnt der Kleinkrieg mit den kambodschanischen Behörden....

Ursprünglich wollte Bertrand Tavernier einen ganz anderen Film machen, denn 1999 war der erste Roman „Dans la nuit aussi le ciel“ seiner Tochter Tiffany Tavernier erschienen, ein Buch über die Reise eines Mädchens nach Kalkutta, die ohne direkte Absicht in den Umkreis von Mutter Teresa gerät – eine Abenteuergeschichte, ein Sozialdrama und eine neuzeitliche Éducation Sentimentale. Doch Tiffany Tavernier lehnt ab, zu schwierig erscheint ihr das Projekt. Doch weil sie wusste, dass ihr Vater von der Grundidee ihres Buches gefangen war, machte sie ihm den Vorschlag zur Geschichte von Holy Lola und schrieb das Drehbuch. Bertrand Tavernier war begeistert von der emotionalen Wucht des Stoffes und der realen Ereignisse und Schicksale, die sich dahinter verbergen, doch bisweilen kam es ihm so vor, als müsse er zwölf Filme machen und nicht einen einzigen.

Holy Lola ist ein kraftvoller und emotional bewegender Road Movie über ein außergewöhnliches Thema, der die Hintergründe des Adoptionsgeschäfts, die Schwierigkeiten, Hoffnungen und Mechanismen beleuchtet und gegeneinander stellt, ohne diese oder jene Position zu rechtfertigen oder zu beschönigen. Das Geschäft mit der Adoption ist eine Branche wie jede andere auch, das macht der Film schnell klar, ein Tausch von „billig produzierter Menschenware“ aus Fernost gegen harte westliche Währung. Und doch sind Gefühle im Spiel, was den Film zu einem bisweilen sehr bewegenden, manchmal aber auch äußerst anstrengenden Film, der einen ausgezeichneten Einblick in ein immer noch von Bürgerkrieg gezeichnetes Land gibt.

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Nichts wünschen sich Dr. Pierre Cessac (Jacques Gamblin) und seine Frau Geraldine (Isabel Carré) sehnlicher als endlich ein Kind zu haben, doch auf biologischem Wege können sie sich diesen Lebenstraum nicht verwirklichen.

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