Herzen in Aufruhr

Herzen in Aufruhr

Donnerstag, 24.3. 2005, 3sat, 22:25

England im 19. Jahrhundert: Dem jungen Jude Fawley (Christopher Eccleston) bleiben aufgrund seiner Herkunft die Tore der Eliteschulen verschlossen. So sieht der intelligente und lernbegierige Mann keine andere Möglichkeit, als sich allein auf die schwierigen Aufnahmeprüfungen der Universitäten vorzubereiten. Sein Plan wird jedoch durch seine Freundin Arabella (Rachel Griffiths) vereitelt, die ihn unbedingt heiraten will und deshalb auch nicht davor zurückschreckt, eine Schwangerschaft vorzutäuschen. Klar, dass unter diesen Umständen die solchermaßen erzwungene Ehe der beiden nicht lange hält. Jude zieht nach Oxford, arbeitet tagsüber als Steinmetz und widmet sich nachts seinen Studien. Bald schon tritt seine Cousine Sue (Kate Winslet) in sein Leben. Nach langem Hin und Her und einer ebenfalls gescheiterten Ehe Sues mit einem alten Schulmeister kommen sie zusammen. Aber auch diese Beziehung ist zum Scheitern verurteilt. Die engstirnigen und mitleidslosen Mitbürger dulden keine „wilde Ehe“. Trotz der Trennung bleiben Sue und Jude einander in inniger Liebe verbunden. Jahre später sehen sie sich wieder…

Zugegeben, auf den ersten Blick liest sich der deutsche Titel von Michael Winterbottoms (Wonderland, 9 Songs, Welcome to Sarajevo) Film ja wie eine Uta Danella- oder Rosamunde Pilcher-Schmonzette, die man (anscheinend) immer häufiger im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur besten Sendezeit verabreicht bekommt. Doch seine Adaption des Romans Jude the Obscure von Thomas Hardy geht weit darüber hinaus und bietet auch im Ende der Neunziger grassierenden Subgenre der Jane Austen und Co.-Verfilmungen einen bis dato ungekannten Look. Denn tatsächlich spielt der Film eben nur im gleichen Zeitalter wie die anderen Literaturverfilmungen, schlägt aber eine ganz andere Tonalität an. Düster und tragisch ist der Grundton von Herzen in Aufruhr, und dementsprechend grau und trist sind auf die Bilder, die der Kameramann Eduardo Serra für die Konflikte des Paares mit der Außenwelt findet. Übrigens ereilte auch den Verfasser der Romanvorlage Thomas Hardy (1840-1928) ein trauriges Schicksal: Nach dem Erscheinen von Jude the Obscure geriet er wegen allzu starker Gesellschaftskritik ins Kreuzfeuer der Journaille und schrieb fortan nur noch Gedichte.

Herzen in Aufruhr

England im 19. Jahrhundert: Dem jungen Jude Fawley (Christopher Eccleston) bleiben aufgrund seiner Herkunft die Tore der Eliteschulen verschlossen.

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