Here & There

Here & There

Eine Filmkritik von Silvy Pommerenke

Hochzeit mit Schwierigkeiten

Dass man seine Probleme überall mit hin nimmt, ist allgemein bekannt. Für Robert scheinen sich aber durch eine Reise tatsächlich einige seiner Probleme zu lösen. Dafür muss er nur den weiten Weg von New York nach Belgrad antreten, eine Scheinehe inszenieren und die Dame seines Herzens kennenlernen.
Robert (David Thornton) ist ein in die Jahre gekommener und erfolgloser New Yorker Musiker. Des Lebens überdrüssig hat er seine Liebe zum Saxofon verloren und es seit langem nicht mehr in die Hand genommen, keine Konzerte mehr gegeben und demzufolge auch kein Einkommen mehr. Völlig mittellos wird ihm auch noch die Wohnung gekündigt und er packt seine wenigen Sachen, um bei Rose (Cyndi Lauper) unterzukommen. Für seinen Umzug heuert er Branko (Branislav Trifunovic) an, einen jungen serbischen Immigranten. Der bekommt Roberts desolate Situation schnell mit und steckt selbst in einer: Seine Freundin Ivana (Jelena Mrdja) kann mangels eines Visums nicht in die USA einreisen, es sei denn, sie heiratet einen amerikanischen Staatsbürger. Der Deal scheint perfekt. Branko bezahlt Robert für die inszenierte Hochzeit, verschafft ihm ein Flugticket nach Belgrad und eine Unterkunft bei seiner Mutter. Die darf allerdings nichts von Roberts wahrem Aufenthaltsgrund wissen, und so wird er kurzerhand als guter Freund Brankos dargestellt, der geschäftlich in Serbien zu tun hat. Aber hier wie dort ist Robert deprimiert, schlurft gelangweilt durch das immer noch kriegszerstörte Belgrad und distanziert sich von den Menschen um ihn herum. Allerdings hat er nicht mit der liebenswürdigen Gastfreundschaft von Brankos Mutter Olga (Mirjana Karanovic) gerechnet und eine zarte Beziehung bahnt sich zwischen den beiden an. Die wird allerdings jäh zerstört, als Olga den wahren Grund über Roberts Besuch erfährt …

Here & There besticht vor allem durch David Thornton, der mit dauerhaft verstrubbeltem Haar und melancholischem Blick das Leben stoisch an sich vorbeiziehen lässt. Und dabei lässt er nicht nur das Leben an sich vorbeiziehen sondern auch die serbischen Probleme, die ihn unentwegt in Belgrad umgeben. Ohne Emotionen betrachtet er kriegszerstörte Häuser, lässt sich einerseits als Amerikaner von traumatisierten Serben beschimpfen und ist andererseits gegenüber der Freundlichkeit der Menschen unempfänglich. Trotz allem bröckelt langsam der Schutzwall seines angeschlagenen Egos, was sich nicht nur in einer Rasur und im Styling seiner Haare äußert, sondern auch in der zarten Liebesgeschichte zu Olga. Während er in Belgrad seinem Leben eine neue Wendung gibt, muss sich Branko im fernen New York mit Autodieben und zwielichtigen Kfz-Mechanikern herumschlagen, damit er das versprochene Geld für Robert zusammenbekommt. Darko Lungulov, der beim Ausbruch des Bürgerkrieges nach New York zum Studieren ging, hat mit Here & There einen leisen und dennoch ausdrucksstarken Film über persönliche Schicksalsschläge gedreht, über die Auswirkungen von Krieg und Emigration, über späte Liebe und Zeiten des Umbruchs. Diese Themen verpackt er nicht etwa in ein schweres Drama, sondern Leichtigkeit und Ironie ziehen sich durch den Film. Das fängt bei den bereits erwähnten zerstrubbelten Haaren von Robert an, für die er vielfach amüsierte Blicke der Belgrader bekommt, geht über die improvisierten Trinkgelage, die er mit dem Onkel von Ivana abhält bis hin zur Kapelle vor dem Standesamt, die in fröhlichen Balkanrhythmen dem frisch vermählten Brautpaar ein Ständchen hält.

Here & There wurde international mehrfach ausgezeichnet und wartet im Abspann auch noch mit der gleichnamigen Ballade von Cyndi Lauper auf. Den sollte man sich also nicht entgehen lassen.

Here & There

Dass man seine Probleme überall mit hin nimmt, ist allgemein bekannt. Für Robert scheinen sich aber durch eine Reise tatsächlich einige seiner Probleme zu lösen. Dafür muss er nur den weiten Weg von New York nach Belgrad antreten, eine Scheinehe inszenieren und die Dame seines Herzens kennenlernen.
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Meinungen
Dana · 13.05.2010

Genial! Der Film hat mir supergut gefallen.

Olaf aus Köln · 28.04.2010

Ausgesprochen charmanter Film. Hat mir sehr gut gefallen.

Thorsten · 09.04.2010

Here & There, wahrlich ein herrlicher Film. Läuft soweit ich weiß auch in O-Ton an.

Jürgen · 09.04.2010

Super Film! Kann ich nur empfehlen!

Kommentare

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