Hatchet III

Hatchet III

Eine Filmkritik von Lida Bach

Das Beil von Louisiana

Das Kriegsbeil ist noch lange nicht begraben. Adam Green reicht es für den jüngsten Teil seiner schundigen Slasher-Serie lediglich weiter an BJ McDonnell. Der schuf bereits die bluttriefenden Bilder in Hatchet und Hatchet II, an dessen Schlussszene die Fortsetzung nahtlos anknüpft. Final Girl Marybeth (Danielle Harris) massakriert den Geist Victor Crawleys (Kane Hodder), der ihren Vater, Bruder und — nach den verstreuten Leichen zu urteilen — einige andere Besucher der diesigen Sumpfwälder Louisianas zerlegt hat. Kann man einen Geist töten? Die Antwort wird Marybeth und dem Zuschauer quasi mit dem Holzhammer vermittelt, genauer: dem Hackebeil.
Wer in die zur Trash-Trilogie ausgewachsenen Story mit Hatchet III einsteigt, muss sich im Gegensatz zu den hemmungslos hämisch zerhackten Protagonisten nicht sorgen; zumindest nicht darum, bei dem primitiven Plot nicht mitzukommen. „Das muss doch wohl die dümmste Geschichte von idiotischen, an den Haaren herbeigezogenen Entscheidungen sein, die ich je gehört habe!“, entfährt es Sheriff Fowler (Zach Galligan), der sich durch Marybeths blutbeschmierten, bewaffneten Auftritt auf dem Polizeirevier und dem Umstand, dass sie Reste eines Gehirns (wer hätte erwartet, dass der grunzende Latzhosenträger Crawley überhaupt eines hat?) als Souvenir dabei hat, zu ihrer vorschnellen Verhaftung hinreißen lässt. Fowlers Ex-Frau Amanda (Caroline Williams), deren Blogger-Ruf ihre Berichte über den geisterhaften „Bayou Butcher“ ruiniert haben, weiß so gut wie der Zuschauer, was Sache ist. Der missgebildete Victor Crawley geht nach seinem Tod in den Sümpfen Louisianas mit dem titelgebenden Mordwerkzeug (dass die Axt und eine Kettensäge, die zum Einsatz kommt, zu anderem dienen könnten, scheint geradezu absurd) um. Besonders aktiv ist er in der Umgebung seines alten Heims, dem einst auch Marybeth zu nahe kam.

Dementsprechend gering sind Marybeths Ambitionen, ihren Status als einzige Überlebende auf die Probe zu stellen. Amanda muss mit all ihrer Überredungskunst aufwarten und unter Aufsicht von Deputy Winslow (Robert Diago DoQui) mit der trotzigen Inhaftierten eine Rundfahrt machen, bis die fast zur Nebenfigur delegierte Protagonistin endlich bereit ist für ihre Rückkehr in den Sumpf. Durch den stapfen unterdessen Fowler und seine Polizeicrew, die Stück für Stück zerstückelt wird. Das Notarzt-Team und eine aus dem Nichts anrückende SWAT-Truppe, die ebenfalls zwischen Alligatoren und Axt-Killer aufschlagen, sind nur insofern eine Hilfe, als sie als zusätzliche Angriffsziele für den wahllos zuschlagenden Unhold die Halbwertzeit der anderen Typen verlängern. Genau wie die Laufzeit des Films, der außer der blutreichen Mordmonotonie und blutarmen Witzen wenig zu bieten hat. Green, der weiterhin Drehbuchautor ist, geht es nicht um Grusel, sondern Gore. Steht man wie der Frozen-Regisseur auf Kunstblut-Fontänen und Verstümmelungen, ist das immerhin ein Grund, Hatchet II vor dem DVD-Start am 7. November 2013 auf der die Schäbigkeit der Inszenierung in vollem Ausmaß offenbarenden Leinwand zu bewundern.

Die Axt der Zensur wird wohl dem Splatter-Faktor ebenso grob zu Leibe rücken wie Crawley seinen Opfern. Dabei schaffen gerade die in liebevoller Handarbeit gefertigten Effekte einen Old-School-Look, der statt Schrecken wenigstens etwas Nostalgie weckt. Geht es ans Eingemachte beziehungsweise die Eingeweide, hat einzig McDonnell sichtlich seinen Spaß. Die meist lahmen Sprüche und das pseudo-rebellische Kokettieren mit den üblichen Genreklischees töten jeden Ansatz von Spannung im Vorfeld ab. Die Serie ist längst das filmische Pendant ihres Monsters: eine missgestaltete Mordmaschine, die, obschon längst tot, nicht den Geist aufgibt und immer wieder in gleicher Gestalt aufersteht. Marybeths Ruf am Ende nach „Noch einmal!“ wird sicher erhört. Wenn nicht in Hatchet IV, dann in Hatchet 3D.

Hatchet III

Das Kriegsbeil ist noch lange nicht begraben. Adam Green reicht es für den jüngsten Teil seiner schundigen Slasher-Serie lediglich weiter an BJ McDonnell. Der schuf bereits die bluttriefenden Bilder in „Hatchet“ und „Hatchet II“, an dessen Schlussszene die Fortsetzung nahtlos anknüpft.
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