Greenfingers – Harte Jungs und zarte Triebe

Greenfingers – Harte Jungs und zarte Triebe

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Donnerstag, 15. September 2011, ARTE, 20:15 Uhr

Einen Gefängnisfilm im Stile einer sanften, leichtgängigen Komödie inklusive Liebesromanze hat der US-amerikanische Regisseur Joel Hershman mit Greenfingers – Harte Jungs und zarte Triebe aus dem Jahre 2000 inszeniert. Mit einem herzigen Ensemble schräger Charaktere blüht hier eine gelungene Resozialisation von Häftlingen auf dem erdigen Boden der Botanik, wobei diese Geschichte auch noch auf authentischen Ereignissen beruht.
Der ruhige, zurückgenommene Colin Briggs (Clive Owen) fristet sein Dasein seit nunmehr 14 Jahren ergeben im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses, als er durch die Pläne der Direktion aufgeschreckt wird, ihn das letzte Jahr seiner Strafe im offenen Vollzug von Edgefield verbringen zu lassen. Sein Wunsch, doch lieber alles beim Alten zu lassen, fruchtet nicht, und bald darauf findet sich Colin in einer Zweibettzelle in Edgefield mit dem alten Fergus (David Kelly) wieder, an den er sich nur zögerlich gewöhnt. Als ihm dieser zu Weihnachten ein Päckchen mit Blumensamen verehrt, entdeckt Colin seine Händchen für Pflanzen, und die hübsch geratenen Veilchen entzücken sogar den Gefängnisdirektor, der dadurch inspiriert wird, einen Garten im Hof anzulegen, den selbstverständlich Fergus und Colin bepflanzen sollen. Das Projekt startet vielversprechend, und bald sind auch die Häftlinge Jimmy (Paterson Joseph), Tony (Danny Dyer) und Raw (Adam Fogerty) engagiert mit am Werk. Der äußerst gelungen gestaltete Garten erreicht schließlich die Aufmerksamkeit der passionierten Botanikerin Georgina Woodhouse (Helen Mirren), die dem Gärtnerteam sogar einen weiteren Auftrag verschafft. Derweil entwickelt sich zwischen Colin und der liebreizenden Primrose Woodhouse (Natasha Little), der Tochter der Mentorin, eine zarte Anbandelung, und alles läuft geradezu prächtig, zumal den „grünen Jungs“ eine Teilnahme an der Gartenschau im Hampton Court Palace winkt. Doch dann bahnen sich widrige Umstände an, die diesen Traum der Häftlinge zu gefährden drohen…

Märchenhaft idealistisch und beschwingt kommt Greenfingers – Harte Jungs und zarte Triebe daher, dessen warme, emotionale Stimmung von passender Musik ansprechend flankiert wird. Die Figuren fungieren als symbolträchtige Sympathieträger, die kompromisslos für die Position werben, dass auch gestrauchelte Gestalten durchaus ganz wunderbare Menschen sein können, wenn ihnen nur die Gelegenheit dazu gegeben wird. Diese schlichte, erfrischende Botschaft beseelt diesen gefühlvollen, mitunter ein wenig allzu gefälligen Film, der darüber hinaus eine hübsch anzusehende Hommage an die Freude im Umgang mit Erde und Pflanzen ist.

Greenfingers – Harte Jungs und zarte Triebe

Einen Gefängnisfilm im Stile einer sanften, leichtgängigen Komödie inklusive Liebesromanze hat der US-amerikanische Regisseur Joel Hershman mit „Greenfingers – Harte Jungs und zarte Triebe“ aus dem Jahre 2000 inszeniert. Mit einem herzigen Ensemble schräger Charaktere blüht hier eine gelungene Resozialisation von Häftlingen auf dem erdigen Boden der Botanik, wobei diese Geschichte auch noch auf authentischen Ereignissen beruht.
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Meinungen
Thomas Krempel · 05.10.2012

herrlich britisch - skurille Typen, tolle Musik, schöne Landschaften und eine (nun ja doch halbwegs glaubhafte) Handlung. Allemal um vieles besser, als das gesamte Popkornkino aus Hollywood.

Kommentare

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