Grasgeflüster

Grasgeflüster

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Hanf-Heldin Brenda Blethyn

Als ihr Ehemann unter ungeklärten Umständen aus einem Flugzeug stürzt und angelegentlich verstirbt, fällt die biedere, begnadete Hobbygärtnerin Grace (Brenda Blethyn) aus den Wolken ihrer bis dahin vermeintlich wohl gesicherten, unbekümmerten Existenz auf einem kleinen, hübsch begrünten Anwesen in Cornwall mit ansehnlichem Gewächshaus nebst Orchideenzucht. Wundert sie sich zunächst darüber, dass praktisch niemand mehr Geld von ihr annehmen will, wird ihr rasch bewusst, dass ihr verstorbener Gatte offensichtlich ein allseits bekannter Tunichtgut war und sie mehr als bankrott zurückgelassen hat. Die Summe, die sie aufbringen muss, um ihr Zuhause nicht zu verlieren, mutet astronomisch an, doch anstatt sich Grace der greifbar nahen Resignation überlässt, plant sie gemeinsam mit ihrem treuen Gärtner Matthew (Craig Ferguson) einen gleichermaßen riskanten wie lukrativen Coup: Hanf mit kräftigem Rauschpotenzial bauen die beiden heimlich in Graces Gewächshaus an, um den Stoff gewinnbringend zu verhökern und damit in eine sorgenfreie Zukunft zu starten. Bei diesen mitunter mächtig turbulenten Umtrieben schauen ihnen aus der Ferne einige der gutmütig-schrägen Bewohner ihres kleinen Städtchens zu, auf eine erfolgreiche Ernte des guten Grases für den Eigenbedarf hoffend ...
Grasgeflüster unter der Regie von Nigel Cole, der auf dem Sundance Film Festival im Jahre 2000 uraufgeführt und dort mit dem Publikumspreis prämiert wurde, stellt eine witzige bis mitunter allzu alberne britische Komödie dar, die vor allem im späteren Verlauf der bei Zeiten schwergängigen Dramaturgie geradezu zu einer Groteske gerät. Coole, spritzige Dialoge wechseln sich hier mit drögen Sprüchen ab, ebenso wie hübsche Heiterkeiten mit lauen Gags. Ansprechend skizziert werden die markanten Charaktere sowie das gemächliche, insgeheim verschwörerische Leben innerhalb der Dorfgemeinschaft, die jenseits der gediegenen Fassade kräftig kifft.

Überwiegend ist es ein Vergnügen, den einfallsreichen Bemühungen der herzensguten Witwe zuzuschauen, ihre Existenz zu retten und dabei noch einmal gewaltig über sich selbst hinauszuwachsen und ein ganz neues, abenteuerliches Leben anzugreifen, das so manche Überraschung birgt. Grace, dynamisch und charmant von Brenda Blethyn verkörpert, gelingt die Metamorphose von der harmlosen Hobbygärtnerin zur verwegenen, reifen Femme fatale, deren verborgene Talente angesichts ihrer Notlage erfolgreich explodieren. Das ist die schnörkellose Botschaft dieser warm-witzigen Komödie, die zahlreiche Fans aus den Scharen der Hanf-Liebhaber und darüber hinaus gewonnen hat: Gib niemals auf, so hart es auch kommen mag, sei tapfer und verschlagen! Immerhin.

Grasgeflüster

Als ihr Ehemann unter ungeklärten Umständen aus einem Flugzeug stürzt und angelegentlich verstirbt, fällt die biedere, begnadete Hobbygärtnerin Grace (Brenda Blethyn) aus den Wolken ihrer bis dahin vermeintlich wohl gesicherten, unbekümmerten Existenz auf einem kleinen, hübsch begrünten Anwesen in Cornwall mit ansehnlichem Gewächshaus nebst Orchideenzucht.
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