Gorath - Ufos zerstören die Erde

Gorath - Ufos zerstören die Erde

Eine Filmkritik von Peter Osteried

So macht die (angedrohte) Weltenkollision Spaß

Ufos zerstören die Erde. Schön wär’s, hat mit der vorliegenden Toho-Produktion aber nichts zu tun. Der findige deutsche Verleih dachte in den 1960er Jahren wohl, dass ein paar Ufos im Titel ein deutlich besseres Lockmittel sind, um Zuschauer ins Kino zu bugsieren. Dabei hätte ein Planet, der halb so groß wie die Erde, aber 600-mal so schwer ist, doch wohl ausgereicht, um großes Spektakel zu versprechen.
Ein gigantischer Planet befindet sich auf Kollisionskurs mit der Erde. Darum sendet man ein Raumschiff aus, um der Sache auf den Grund zu gehen. Wie sich herausstellt, ist der Planet kleiner als die Erde aber auch sehr viel schwerer. Eine Kollision würde unsere Heimatwelt vernichten. Da es unmöglich ist, den Gorath getauften Planeten zu vernichten, kommen Wissenschaftler auf eine kühne Idee: Sie wollen die Position der Erde im Weltall verschieben, um so Gorath ausweichen zu können.

Kaum zu glauben, aber das ist der großartige Plan. Dass eine solche Verschiebung der Erde aus ihrer angestammten Umlaufbahn zu verheerenden Katastrophen führen würde, spricht man hier nicht mal an. Der Film setzt voraus, dass in seiner Phantasiewelt ein solcher Kraftakt nicht nur möglich wäre, sondern auch noch glimpflich ablaufen würde. Ist das nun Naivität, wie sie auch des Jahres 1962 nicht angemessen wäre, oder einfach nur mächtig Chuzpe, da man sich nicht drum schert, was der gesunde Menschenverstand zu all dem zu sagen hat? Was es auch ist, eins gilt für Gorath aller Unlogik zum Trotz: Dieser Katastrophenfilm macht mit seiner chargierenden Haltung richtig Spaß.

Großartig sind die Miniatureffekte von Eiji Tsurubaya. Sie sind eine Augenweide und verfügen über Charme, der modernen CGI oftmals abgeht. Der Film selbst ist auf seine unschuldig-alberne Art auch recht charmant und trotz des Weltuntergangsszenarios weniger verbissen als etwa Rudolph Matés Der jüngste Tag, der gut ein Jahrzehnt zuvor schon einmal das Albtraumszenario einer Weltenkollision durchgespielt hat.

Wie abstrus die Toho-Produktion wirklich ist, zeigt sich, als auch noch ein Riesenmonster auftaucht und Miniaturen in der Antarktis zu Klump haut. Regisseur Inishiro Honda wollte diese Sequenz eigentlich nicht haben, Toho bestand aber darauf, um den Film in Zeiten der Godzilla-Manie mit einem Action-Highlight besser vermarkten zu können. Die Kaiju-Einlage passt bei Gorath aber nicht im Mindesten.

Die DVD von Dynasty weist gute Bild- und Tonqualität auf. Der Film liegt erstmals ungekürzt vor. Vormals geschnittene Szenen sind nun im Original mit Untertiteln enthalten. Im Bonusmaterial enthalten ist auch die deutsche Kinofassung.

Gorath - Ufos zerstören die Erde

Ufos zerstören die Erde. Schön wär’s, hat mit der vorliegenden Toho-Produktion aber nichts zu tun. Der findige deutsche Verleih dachte in den 1960er Jahren wohl, dass ein paar Ufos im Titel ein deutlich besseres Lockmittel sind, um Zuschauer ins Kino zu bugsieren. Dabei hätte ein Planet, der halb so groß wie die Erde, aber 600-mal so schwer ist, doch wohl ausgereicht, um großes Spektakel zu versprechen.
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