Good Will Hunting

Good Will Hunting

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Gus van Sant in gefälliger Gangart

Bei den Mathematikern am berühmten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge geht ein guter Geist um: Der 20jährige Will Hunting (Matt Damon) putzt nicht nur die langen Flure der heiligen Hallen der Wissenschaft, sondern löst nebenbei auch noch heimlich die äußerst anspruchsvollen Extra-Aufgaben, die Professor Lambeau (Stellan Skarsgård) seinen Studenten als besondere Herausforderung beizeiten an die Tafel schreibt. Doch Will, der sich nach einer höchst unerquicklichen Kindheit mit Gelegenheitsjobs durchschlägt, bevorzugt mit seinen Kumpels um die Häuser und durch die Bars zieht, wo sie gern die eine oder andere Prügelei provozieren, steht dem Enthusiasmus des Professors über seine offensichtlich genialen Fähigkeiten deutlich ablehnend gegenüber. Als er allerdings mit seinen gesammelten Vorstrafen wieder einmal vor Gericht landet und dieses Mal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden soll, bietet sich Lambeau als Bürge für Will an, der dafür einmal wöchentlich bei ihm aufkreuzen und eine Psychotherapie beginnen muss. Letzteres verläuft mit reichlich Anlaufschwierigkeiten, da der ebenso sprachlich wendige wie zynische Will sich seinen rasch von ihm ausmanövrierten Therapeuten schlichtweg verweigert, bis er in Lambeaus Studienfreund Sean Maguire (Robin Williams), einem verwitweten Psychologen, ein würdiges Gegenüber findet. Während Lambeau Wills mathematische Begabung ausführlich testet und attraktive Vorstellungsgespräche für ihn arrangiert, kümmert sich Maguire um die verwahrloste Seele des arroganten Genius, der sich durch die Bekanntschaft mit der smarten Studentin Skylar (Minnie Driver) auch noch in Liebeswirren stürzt, die ihn ebenso überfordern wie die Ansprüche, künftig ein bieder-bürgerliches Dasein im Dienste des effektiven Einsatzes seiner Talente zu führen ...
Seinerzeit enorm erfolgreich an den Kinokassen wurdeGood Will Hunting mit einer beachtlichen Anzahl von Nominierungen und Filmpreisen ausgezeichnet, darunter zwei Academy Awards für Robin Williams als Besten Nebendarsteller sowie das Beste Drehbuch von Matt Damon und Ben Affleck, die dieses mit einigem Engagement und literweise Herzblut gemeinsam verfasst haben, wie Matt Damon in einem Feature dazu unter den Extras der DVD erzählt. An beizeiten messerscharfen, pointierten und bewegenden Dialogen entlang hangelt sich der widerborstige Charakter dieses begabten jungen Mannes durch die Dramaturgie, stolpert durch seine emotionalen Unwegsamkeiten und befreit sich letztlich von den Vorstellungen und Ansprüchen seines ehrgeizigen Mentors, um doch noch sein Glück mit der Liebe zu versuchen.

Großartig zeigen sich die Schauspieler, immer wieder nach wohl kalkulierten Konflikten harmonisierend die Handlung und tiefsinnig die Fragen und Antworten zu grundlegenden Aspekten des Lebens. Der US-amerikanische Regisseur Gus van Sant hat hier im Gegensatz zu früheren Filmen wie Mala Noche, 1985, Drugstore Cowboy, 1989, und vor allem My Own Private Idaho von 1991 eine weitaus gefälligere Gangart gewählt, die mit ihrem gelungen präsentierten Charme weltweit ein Millionenpublikum begeistert hat – ein feiner Film, der einige Nuancen von guter Stimmung transportiert, seinen Helden wahrhaft siegen lässt und durchaus kleine Nachdenklichkeiten über Begabungen, Bestimmungen und Balancen produziert.

Good Will Hunting

Bei den Mathematikern am berühmten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge geht ein guter Geist um: Der 20jährige Will Hunting (Matt Damon) putzt nicht nur die langen Flure der heiligen Hallen der Wissenschaft, sondern löst nebenbei auch noch heimlich die äußerst anspruchsvollen Extra-Aufgaben, die Professor Lambeau (Stellan Skarsgård) seinen Studenten als besondere Herausforderung beizeiten an die Tafel schreibt.
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