Good People

Good People

Eine Filmkritik von Peter Osteried & Bella Buczek

Gute Menschen? Ansichtssache. Guter Film? Sicher nicht.

In diesem höchst belanglosen Thriller lädt der sonst für TV-Produktionen bekannte Regisseur Henrik Ruben Genz in die Londoner Vorstadt ein, um einem turbulenten Kapitel im Leben eines jungen, ursprünglich aus den Staaten stammenden Ehepaares beizuwohnen.
Tom (James Franco) und Anna Wright ziehen in ein renovierungsbedürftiges, geerbtes Häuschen am Londoner Stadtrand und wünschen sich nichts sehnlicher, als eine Familie zu gründen und ihre Rechnungen begleichen zu können. Um der finanziellen Misere und dem diesbezüglichen Leidensdruck Nachdruck zu verleihen ist sogar der dringende Babywunsch von einer kostspieligen In-Vitro-Fertilisation abhängig. Just in dem Moment, als alles aussichtslos erscheint und ihnen die Schuldenberge über den Kopf zu wachsen drohen, segnet der zwielichtige Mieter der Anliegerwohnung das Zeitliche und hinterlässt außer einer verwahrlosten Wohnung eine Sporttasche mit verlockendem Inhalt.

Die hübsch gebündelten 220.000 Pfund sichern zumindest die nahe Zukunft, das moralische Dilemma lassen die Protagonisten jedoch schnell hinter sich. Überfällige Rechnungen werden bezahlt, die Fruchtbarkeitsklinik wird ausgesucht und die Stimmungslage bessert sich deutlich. Die Freude währt allerdings nicht lange, denn wie nicht anders zu erwarten, sind die wirklich bösen Menschen hinter dem aus Drogengeschäften stammenden Geld her und auch ein abgehalfterter, altgedienter Kommissar mit der richtigen Nase für die Situation (einzig positive schauspielerische Randerscheinung: Tom Wilkinson) sitzt dem Pärchen nun im Nacken. Die Schlinge zieht sich zu und mit den skrupellosen Gegnern, die auch vor Entführung einer Freundin und deren Baby nicht zurückschrecken, ist definitiv nicht zu spaßen.

Der Thriller fängt ziemlich schwach an und bleibt sich dabei auch wirklich treu. Die Handlung plätschert brav vor sich hin, Twists und Überraschungen sind zu keinem Zeitpunkt zu befürchten. Die schauspielerischen Leistungen bewegen sich auf sehr überschaubarem Niveau. Vor allem James Franco, von dem man schon hervorragende Darbietungen genießen durfte, bleibt weit unter seinen Möglichkeiten und seinem Können zurück. Wer hartnäckig bleibt, wird im letzten Drittel mit einer unfreiwillig komischen Einlage im Stil von Kevin – Allein zu Haus belohnt. Die stets vorhersehbar agierenden, stereotypen Charaktere vermögen nicht zu fesseln, die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, die elementar wichtig gewesen wäre, um den Streifen funktionieren zu lassen, ist schlichtweg nicht vorhanden. Die Dialoge sowie die Dramaturgie scheinen einem Erstsemesterhandbuch "Drehen nach Zahlen" zu entstammen und zu guter Letzt enttäuscht sogar der Showdown konsequent.

Summa summarum der perfekte Film, um nebenbei das Haus zu putzen, den Abwasch zu machen oder in der Nase zu bohren, denn die 90 Minuten veranlassen zum oftmaligen Blick auf die Uhr. Die Zeit schleicht, während der Grad der Langeweile mit jeder verstreichenden Sekunde größer wird. Letzten Endes eine Verschwendung – und das nicht nur der Lebenszeit des Zuschauers, sondern auch der Zeit aller an diesem Film Beteiligten.

Good People - No good movie.

Good People

In diesem höchst belanglosen Thriller lädt der sonst für TV-Produktionen bekannte Regisseur Henrik Ruben Genz in die Londoner Vorstadt ein, um einem turbulenten Kapitel im Leben eines jungen, ursprünglich aus den Staaten stammenden Ehepaares beizuwohnen.
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