Gone

Gone

Die Abgründe der Seele

Nachts in einem ruhigen Vorort – das Ehepaar Schiller beobachtet einen seltsamen Fremden, der in ihrem Garten ein tiefes Loch gräbt. Der Mann arbeitet an seinem eigenen Grab und jagt sich anschließend eine Kugel in den Kopf. Die Verlegerin Alma Schiller hat ihrem Gatten Henry verschwiegen, dass sie mit dem seltsamen Fremden eine leidenschaftliche Affäre verbindet.

Der Selbstmörder ist ein Schriftsteller, der an einer Schreibblockade leidet. Nach einem ersten gescheiterten Selbstmordversuch, hatte er Alma im Krankenhaus kennen gelernt. Auch Alma leidet an einer Psychose, seit Jahren kann sie sich nicht damit abfinden, dass sie einst eine Abtreibung vorgenommen hat. Psychose trifft Psychose. David der Schriftsteller nimmt sich seine eigene hoffnungslose Affäre zum Vorbild und beginnt mit dem Roman, der dem Film auch seinen Titel verlieh, „Gone“. Der Roman endet wie es eine amour fou es tun muss, mit dem gemeinschaftlichen Selbstmord der beiden Liebenden. David beginnt seine Phantasie auch in der Realität zu inszenieren. Erst im letzten Augenblick flüchtet Alma zurück in die Arme ihres Mannes und wird so Zeuge des letzten Akts im Leben ihres Geliebten. Der Kreis schließt sich.

In seinem Erstlingswerk inszeniert Regisseur Zoltan Paul stilistisch streng die Geschichte eines persönlichen Untergangs und leuchtet dabei die seelischen Abgründe seiner Darsteller aus. In dieser surrealen Welt dreht sich alles um Liebe und Leidenschaft gekoppelt mit dem Wunsch nach Erlösung und Tod. Geschickt verwebt der Film Fiktion und Realität, so wie es auch Henry der Schriftsteller in seinem Werk aufzeichnet.

Gone ist ein düsterer Film, der die dunklen Flecken unserer Seele schonungslos offenbart.

Gone

Nachts in einem ruhigen Vorort – das Ehepaar Schiller beobachtet einen seltsamen Fremden, der in ihrem Garten ein tiefes Loch gräbt.

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Meinungen
Udo Peters · 06.04.2007

Film ist nicht Theater. Bei einer Theateraufführung kann der Zuschauer sich aussuchen, wohin er schauen möchte. Beim Film ist die Kamera das Auge. Es muss geführt werden. Durch Schnitt und Reihenfolge der Einstellungen kann eine Geschichte langweilig oder spannend erzählt werden. Film bietet somit viel mehr Möglichkeiten den Zuschauer zu führen und Spannung und Empathie zu erzeugen. Gone ist in diesem Sinne zu theatralisch. Auch Ursache und Anlass für eine Handlung müssen im Film deutlich für den Zuschauer nachvollziehbar sein. Fragen, die im Film aufgeworfen werden und keine Antwort finden, irritieren den Zuschauer und verhindern, dass er in die Geschichte hineingezogen wird. Da es bei Gone keinen eindeutigen Protagonisten und Antagonisten gibt, fällt es dem Zuschauer schwer Stellung zu beziehen. Aber gerade das will er. Die Charaktere sind zu flach angelegt, es fehlt als sozialer Verortung. Ich empfehle hierzu das Buch "Der Publikumsvertrag" von Roland Zag. zu lesen. Jung-Filmemachern, bzw. Neu-Filmemachern empfehle ich jedoch sich Gone anzuschauen und darüber nachzudenken, warum einige Szenen nicht funktionieren. Ich bin gespannt auf den nächsten Film von Zoltan Paul.

konrad renner · 02.07.2005

super film, abgefahren, stilistische gratwanderung...

Kommentare

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