Goldene Zeiten

Goldene Zeiten

High-life in Unna

Eigentlich sind die goldenen Zeiten ja vorbei in Unna und Umgebung, wo bereits Peter Thorwarths vorherige Filme Bang Boom Bang und Was nicht passt, wird passend gemacht spielten. Weil auch das neueste Werk aus Westfalen dort selbst angesiedelt ist, rief der Regisseur kurzerhand eine Unna-Trilogie ins Leben, die mit Goldene Zeiten ihren krönenden Abschluss erhalten sollte. 134 Minuten lang bietet Thorwarth nun noch einmal Einblicke in das Leben in der Provinz, die dieses Mal wie ein durchgedrehter Abgesang auf die Neue-Markt-Seligkeit der späten Neunzigern wirken.
Der örtliche Golfclub unter Leitung des eitlen Präsidenten Jürgen Matthies (Wolf Roth) will ein Benefizturnier zugunsten eines rumänischen Waisenhauses organisieren. In Wahrheit aber plant er, die Einnahmen des Turniers aufs eigene Konto umzuleiten, denn seine Firma steht kurz vor dem Bankrott. Um das Charity-Event auch publikumswirksam in der Presse zu lancieren, muss ein Promi her, koste es, was es wolle. Als Ingo (Wotan Wilke Möhring) von den hochfliegenden Plänen erfährt, wittert er seine Chance, der selbst ernannte „Eventmanager“ macht sich mit Feuereifer daran, einen echten Hollywoodstar aus dem Hut zu zaubern. Doch Ingo spielt falsch, statt des angekündigten Stars Douglas Burnett gibt ein Double aus dem Schwäbischen den Mimen und haut großkotzig mächtig auf den Putz. Die beiden sind allerdings nicht die einzigen, die ihre ganz eigenen Pläne haben. Auch Matthies’ Frau führt Finsteres im Schild: Genervt von den Eskapaden ihres windigen Gatten engagiert sie zwei ukrainische Profikiller, die den Präsidenten des Golfclubs um die Ecke bringen sollen. Als die Killer gleichzeitig als Bodyguards für den vermeintlichen Hollywoodstar engagiert werden und von dessen wirklicher Identität erfahren, wittern sie die Chance ihres Lebens. Als sich dann auch noch der stadtbekannte Zuhälter Bullet-Harry (Ralf Richter) in die sowieso schon verzwickten Angelegenheiten einmischt und Ingo zugleich versucht, seine desolate Beziehung zu retten, entwickelt sich ein rasantes Tohuwabohu…

Reichlich Stoff, den Peter Thorwarth hier versammelt hat, doch ein Feuerwerk an guten (und weniger guten) Einfällen, schrägen, aber wohlbekannten Figuren, unerwarteten Wendungen und ein wenig Gesellschaftskritik machen noch keinen guten Film aus. Insgesamt wirkt Goldene Zeiten zwar amüsant und meistens kurzweilig, doch es bleibt wenig im Gedächtnis von dieser knallbunten Farce, die vorführt, welche bunten Blüten der Turbokapitalismus in der Provinz hervorgebracht hat. Aus den zweifellos reichlich vorhandenen guten Ideen und Ansätzen hätte eine richtig gute Satire über die geplatzten Hoffnungen der Neuen Mitte und die Aufstiegsträume des gemeinen Prolos werden können, nebst kräftigen Seitenhieben auf die New Economy und die schöne Welt des Scheins, doch genau das ist Goldene Zeiten nicht geworden, was vor allem an den zahlreichen Übertreibungen und dem Zuviel an Ideen liegt. Mehr wirklicher Biss und weniger Klamauk hätte dem Film sicherlich gut getan. So aber wird man – zumindest im Kino – vergeblich auf Goldene Zeiten hoffen. Eine baldige Wiederholung auf Pro7 dürfte dem Film allerdings gewiss sein, denn genau dort passt er hin.

Goldene Zeiten

Eigentlich sind die goldenen Zeiten ja vorbei in Unna und Umgebung, wo bereits Peter Thorwarths vorherige Filme Bang Boom Bang und Was nicht passt, wird passend gemacht spielten.
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Meinungen
DougBurnett! · 12.02.2006

Trotz aller Unkenrufe, ich war begeistert! Ich fand ihn nich langweilig oder lahm, mir hat das ernstere am Film sehr gefallen! Dirk Benedict war super und da hat ich die meisten Vorbehalte, von wegen US-Schauspieler der tritt doch nur als Filmaufwerter auf!Super!

Jani · 06.02.2006

Super Sasa. Ganz toller Kommentar. Der Film ist jawohl überhaupt nicht mit Bang Boom Bang oder Was nicht passt... zu vergleichen. Jeder der diese beiden Filme geil findet und Goldene Zeiten gesehen hat findet ihn scheiße. Kein Wunder. Du scheinst ja hier oberintelligent zu sein. Kein Schwein auf der Suche nach Anspruch und Intellekt guckt Bang Boom Bang.. aber was solls. Leute, spart euch den Eintritt.

sasa · 31.01.2006

babbelt kein scheiß mit euerm mehr biss, der film ist geil, trifft genau den humor der wenigen wirklich intelligenten menschen in unserm land, dass dummköpfe den film net kapieren und pseudointellektuelle mehr anspruch und weniger prolosprüche suchen, war klar! peter, mach weiter so, mannheim wartet auf "ohne gnade - die lebensgeschichte von harald grabovsky"

Dede · 30.01.2006

Ein spitzenklasse Movie. Herr Thorwart hat sich mal wieder selber übertroffen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Geil, natürlich auch wieder Alex Neldel!!!!!!!

· 29.01.2006

einfach mal das krasse gegenteil von dem was man erwartet hat! gute schauspielerische leistungen!

Kommentare

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