Gänsehaut

Gänsehaut

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Ein Monster-Happening

Eine auf R.L. Stines Geschichten basierende Fernsehserie gibt es schon lange, an einer Filmversion von Gänsehaut wird aber im Grunde genommen seit etwa 20 Jahren gearbeitet. Es gab eine Reihe unterschiedlicher Inkarnationen. Ein Film sollte von Tim Burton gemacht werden, ein anderer wurde von George A. Romero geschrieben. Der richtige Spin war vonnöten, der nun auch endlich gefunden wurde, indem man R.L. Stine zu einer Hauptfigur seiner eigenen Geschichten macht.
Zach (Dylan Minnette) ist alles andere als begeistert davon, von der Großstadt in das kleine Städtchen Madison ziehen zu müssen. Doch direkt im Nebenhaus wohnt Hannah (Odeya Rush), die ihm gefällt. Allerdings ist ihr Vater (Jack Black) ein ganz anderes Kaliber. Er ist unwirsch, unfreundlich und sehr auf Privatsphäre bedacht. Die aber wird jäh gestört, als Zach glaubt, dass der Mann seine Tochter schlägt. Also bricht er in das Haus ein, findet heraus, dass sein Nachbar niemand Geringerer als R.L. Stine ist und entlässt versehentlich aus dessen Manuskripten verschiedene Monster. Denn Stines Kreaturen sind real, nur indem er sie in seinen Büchern gefangen hält, kann er die Welt vor ihnen schützen. Aber nun sind sie frei – und wollen sich nicht wieder einfangen lassen!

Für die Hauptrolle holte man Jack Black, der seine Stimme auch noch zwei anderen Figuren leiht – den einzigen Monstern, die reden können. Das passt, weil es sich aus der Geschichte heraus ergibt, dass sie seine Stimme haben. Immerhin ist er der Vater all dieser Monster. Zu sehen gibt es davon jede Menge, nicht nur den Schneemenschen, die Killergartenzwerge, die Ghouls, die Riesen-Gottesanbeterin und die böse Bauchrednerpuppe Slappy, sondern auch eine ganze Legion anderer grotesker Gestalten, die allesamt Archetypen des Genres verkörpern.

Das macht Gänsehaut reizvoll – nicht nur für ein jugendliches Publikum, das auch von Stines Romanen begeistert ist. Im Grunde erinnert dieser Film mit der Vielzahl seiner Monster, aber auch dem inhärenten Humor an Fred Dekkers Monster Busters aus den 1980er Jahren, nur dass er mit einem vielfach höheren Budget umgesetzt wurde. Daraus ergibt sich ein FX-Spektakel, das für reichlich Kurzweil sorgt.

Die Geschichte ist dabei recht simpel gestrickt, mit dem Freilassen des ersten Monsters wird im Grunde nur noch auf Aktion gesetzt. Ein Moment der Stille, des Innehaltens ist dann nicht mehr vorhanden. Stattdessen wird rasant, aber episodisch von einem Monster zum nächsten gewechselt, bis das an allen Ecken und Enden von Gruselgestalten überquellende Finale einen gelungenen Schlusspunkt setzt.

Das jugendliche Ensemble ist gut, Black steht über allem, der eigentliche Star ist jedoch die phantasievolle Geschichte, die es versteht, den Reiz der Gänsehaut-Romane zu adaptieren. Es erweist sich als Vorteil, dass man sich nicht auf eine von Stines Geschichten konzentriert, sondern Mittel und Wege gefunden hat, sehr viele seiner Monster-Gestalten in einem einzigen Film zu versammeln.

Hier gibt es ein bisschen Grusel, etwas Humor, viel Herz und herausragende Effekte. Ein Monsterspaß für die ganze Familie, nur die kleinsten Kinder könnten von den Monstern vielleicht etwas zu sehr durchgerüttelt werden. Für ältere Kinder, größere Geschwister und die Eltern ist Gänsehaut jedoch ein effektvolles Fantasy-Abenteuer mit coolen Kreaturen.

Gänsehaut

Eine auf R.L. Stines Geschichten basierende Fernsehserie gibt es schon lange, an einer Filmversion von Gänsehaut wird aber im Grunde genommen seit etwa 20 Jahren gearbeitet. Es gab eine Reihe unterschiedlicher Inkarnationen. Ein Film sollte von Tim Burton gemacht werden, ein anderer wurde von George A. Romero geschrieben. Der richtige Spin war vonnöten, der nun auch endlich gefunden wurde, indem man R.L. Stine zu einer Hauptfigur seiner eigenen Geschichten macht.
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