Furchtbar fröhliche Weihnachten

Furchtbar fröhliche Weihnachten

Eine Filmkritik von Falk Straub

Schöne Bescherung

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, der erste Film zum Fest der Liebe schneit ins Haus. Tristram Shapeeros Furchtbar fröhliche Weihnachten zeigt Robin Williams in einer seiner letzten Rollen. Darin liefert er sich mit Joel McHale ein Vater-Sohn-Duell.
Boyd Mitchler (Joel McHale) ist ein Perfektionist am Gabentisch. Solange sein Sohn Douglas (Pierce Gagnon) noch an den bärtigen Mann auf dem Schlitten glaubt, setzt der zweifache Familienvater alles in Bewegung, diese Illusion zu erhalten. Wenn Boyd könnte, ließe er es auch noch schneien. Ein Anruf seines Bruders Nelson (Clark Duke) bringt die Planungen urplötzlich durcheinander. Nelson lässt seinen Neugeborenen ausgerechnet an Heilig Abend im Kreise der Familie taufen. Und so tritt das ein, was Boyd seit Jahren vermeidet: Er muss die Festtage mit seinem Vater Virgil (Robin Williams) verbringen, jenem Mann, der ihm als Kind den Glauben an den Weihnachtsmann raubte. Doch es kommt noch schlimmer. Boyd hat Douglas' Geschenk Hunderte Kilometer entfernt zu Hause vergessen. Eine schöne Bescherung!

Feiertagsfilme haben in den USA Tradition. Neben Thanksgiving fördert besonders das Fest der Liebe lange unterdrückte Familienkonflikte vor großem Publikum zutage. Meist wird der Zwist mit viel Humor und jeder Menge Wohlfühlfaktor gelöst. Seit der Jahrtausendwende schleichen sich unter diese feel good movies aber immer wieder fiese Streifen für Weihnachtshasser. Dem Titel nach lässt Furchtbar fröhliche Weihnachten Ähnliches vermuten. Mit Robin Williams als übellaunigem Übervater steuert Tristram Shapeeros Komödie zunächst tatsächlich in diese Richtung.

In einer seiner letzten Rollen blitzt Williams' Talent noch einmal auf. Sein Virgil Mitchler ist ein wahrer Miesepeter. Nur mit Widerwillen begibt er sich mit Boyd auf einen Roadtrip, um Weihnachten für seinen Enkel zu retten. Während Vater und Sohn einen Umweg nehmen, um wieder zueinanderzufinden, knüpfen die Damen des Hauses (Lauen Graham, Candice Bergen) durch eine chemische Verbindung ein freundschaftliches Band. Ein Besäufnis bringt sie einander näher. Grahams und Bergens Zusammenspiel funktioniert. Und auch Robin Williams und Joel McHale ergänzen sich passabel.

Die Entscheidung, Furchtbar fröhliche Weihnachten in Deutschland nur fürs Heimkino auszuwerten, ist dennoch nachvollziehbar. Zum einen bietet Michael Browns Drehbuch den Schauspielern zu wenig Gelegenheit, ihr volles Potenzial abzurufen. In dieser Ansammlung von Eigenbrötlern bleiben Boyds Schwester Shauna (Wendi McLendon-Covey) und deren Ehemann Dave (Tim Heidecker) im Stereotyp der ungehobelten Unterschichtenfamilie stecken. Clark Duke bietet als Boyds Bruder Nelson ein weiteres Mal in seiner noch jungen Karriere nur die Karikatur eines Charakters. Zum anderen ist Joel McHale kein Darsteller fürs leinwandfüllende Format. Für das Kino mangelt es ihm schlicht an Präsenz. Regisseur Tristram Shapeero hätte es eigentlich wissen müssen, führte er doch bei der Fernsehserie Community Regie, in der McHale die Hauptrolle spielt.

Nach einem vielversprechenden Auftakt verwandelt ein kleines Wunder die furchtbaren doch noch in fröhliche Weihnachten. Wer die immer gleichen Wiederholungen von Der kleine Lord über Ist das Leben nicht schön? bis zu Tatsächlich Liebe satt hat, macht mit Furchtbar fröhliche Weihnachten nicht viel falsch. Zu einem Klassiker, den sich kommende Generationen als Geschenk unter den Baum legen, wird die Komödie allerdings nicht avancieren.

Furchtbar fröhliche Weihnachten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, der erste Film zum Fest der Liebe schneit ins Haus. Tristram Shapeeros "Furchtbar fröhliche Weihnachten" zeigt Robin Williams in einer seiner letzten Rollen. Darin liefert er sich mit Joel McHale ein Vater-Sohn-Duell.
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