Four Moons

Four Moons

Eine Filmkritik von Ulf Lepelmeier

Der Mondzyklus der Liebe – 4x Liebesfreud und Liebesleid

Aufflackernde Liebe, Beziehungspläne und -hürden, das Erlöschen des Verlangens oder neu aufkeimendes Begehren – die Sehnsucht nach dem einen Seelenverwandten und das ewige Spiel der Liebe beherrscht den Menschen in seinem Tun und Denken, wie der Mond die Gezeiten. Im Titel Bezug nehmend auf die zentralen Mondphasen fängt der mexikanische Regisseur Sergio Tovar Velarde in seinem Episodenfilm Four Moons vier verschiedene Lebensphasen ein. Die sich nie überschneidenden, parallel ablaufenden vier Erzählungen über die Liebe und ihre Hindernisse berichten dabei vom homosexuellen Erwachen, von Selbstakzeptanz und erster Beziehung, vom Auseinanderleben und Festhalten an einer Partnerschaft, sowie vom Verlangen im Alter. Four Moons verbindet damit die verschiedenen Lebensabschnitte mit vier unterschiedlichen Beziehungsphasen und zeichnet anhand seiner homosexuellen Protagonisten einen emotional aufgeladenen Zyklus der Liebesfreuden und Liebesleiden.
Dem 11-jährigen Mauricio (Gabriel Santoyo) wird bewusst, dass er besondere Gefühle für seinen etwa gleichaltrigen Cousin Oliver (Sebastián Rivera) hegt. Auch wenn ihn seine homosexuellen Gedanken irritieren, möchte er dem Cousin näher kommen. Zeitgleich treffen sich Fito (Cesar Ramos) und Leo (Gustavo Egelhaaf) nach Jahren am College wieder. Dabei merken die beiden Freunde aus Kindertagen sofort, dass etwas zwischen ihnen in der Luft liegt. Doch die beiden noch ungeouteten Liebenden gehen mit ihrer im Geheimen ablaufenden Beziehung unterschiedlich um: während Fido sich offenbaren möchte, kann Leo sich ein offenes Leben mit einem Mann an seiner Seite nur schwer vorstellen. Hugo (Antonio Velázquez) ist bereits viele Jahre mit Andrés (Alejandro de la Madrid) liiert und hat sich nun in einen anderen Mann verliebt. Doch Andrés will seinen Partner nicht so einfach gehen lassen und fleht Hugo an, ihrer Beziehung noch eine letzte Chance zu geben. Der bereits pensionierte Professor Joaquín (Alonso Echánove) versucht derweil Geld für einen attraktiven Stricher aufzutreiben, den er bei seinen Saunabesuchen ehrfurchtsvoll beobachtet.

Der mexikanische Regisseur Sergio Tovar Velarde erzählt in seinem in Mexico City spielenden romantischen Episodendrama von Liebe und Selbstakzeptanzproblemen in vier unterschiedlichen Lebensabschnitten und Beziehungskonstellationen. Dabei schafft es der bisher vor allem mit Kurzfilmen in Erscheinung getretene Regisseur, die einzelnen Storybögen in ein ausbalanciertes Verhältnis zueinander zu setzen und die voneinander unabhängigen Geschichten jeweils auf ein emotional mitreißendes Finale zusteuern zu lassen. Auch wenn Four Moons auf visueller Ebene wenig Überraschendes bietet und beizeiten den Charakter einer Fernsehproduktion aufweist, ist das Schauspielensemble dafür über jeden Zweifel erhaben.

Während die Episode um die bereits angeschlagene Beziehung dabei etwas theatralisch gerät, können die anderen drei Geschichten mit ihrer Natürlichkeit punkten. Insbesondere die Story um Fito und Leo, die sich erst einmal ihren Gefühlen bewusst werden müssen, dann in einer geheimen Beziehung erstes Liebesglück erfahren, um schließlich beide vor der schwerwiegenden Frage zu stehen, ob sie ihre Beziehung und damit ihre Homosexualität öffentlich machen sollen, weiß mit der tollen Chemie der beiden Darsteller und der gekonnt erzählten Achterbahnfahrt der Gefühle zu begeistern.

So erweist sich Four Moons als abwechslungsreicher Beitrag zum Queer-Cinema, dem es in seinen vier Episoden gelingt, unterschiedlichste Gefühlsfacetten durchzuspielen und die Liebe als altersunabhängiges Phänomen zu zelebrieren.

Four Moons

Aufflackernde Liebe, Beziehungspläne und -hürden, das Erlöschen des Verlangens oder neu aufkeimendes Begehren – die Sehnsucht nach dem einen Seelenverwandten und das ewige Spiel der Liebe beherrscht den Menschen in seinem Tun und Denken, wie der Mond die Gezeiten. Im Titel Bezug nehmend auf die zentralen Mondphasen fängt der mexikanische Regisseur Sergio Tovar Velarde in seinem Episodenfilm „Four Moons“ vier verschiedene Lebensphasen ein.
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