For Colored Girls

For Colored Girls

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Viele Stars, wenig Gefühl

Tyler Perry ist in den USA vor allem für seine Madea-Filme bekannt, in denen er auch gleich die weibliche Hauptrolle spielt. Ein Faible, aber auch ein gewisses Verständnis für das schwache Geschlecht darf man ihm also durchaus unterstellen. Dass ihn das 1975 uraufgeführte Stück For Colored Girls Who Have Considered Suicide / When the Rainbow is enuf anspricht, ist nicht weiter überraschend.

Stück und Film erzählen von mehreren Frauen, deren Leben mehr oder minder miteinander verbunden sind. Da sind die Frau, deren Kinder von ihrem Freund misshandelt werden, die neugierige Nachbarin, die Sozialarbeiterin, das Flittchen und die Tänzerin, die ein Stipendium erhalten hat, aber der eine unerwartete Schwangerschaft alles zunichtemachen könnte.

Es sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt, in der filmischen Umsetzung erscheinen sie jedoch seltsam irreal. Es gelingt Perry, der auch das Drehbuch verfasst hat, nicht, sich vom Bühnenstück zu lösen. Zu oft erweckt sein Film das Gefühl, der Bühne unterlegen zu sein. Was dort durch Konzentration auf den beengten Raum und den begrenzten Möglichkeiten der Set-Dekoration verdichtet wird, zerfasert in filmischer Umsetzung. Die Geschichte, die eigentlich keine ist, besteht nur noch aus Vignetten, die sich nicht ineinander fügen wollen.

Was Perry hier bietet, ist ein Episodenfilm, der das aber eigentlich nicht sein will. Schwerwiegender ist jedoch Perrys Tendenz, den Film zu einer Predigt zu gestalten. Er posaunt Lebensweisheiten hinaus, die man schon hundertfach gesehen hat. Einerseits in besseren und packenderen Filmen, andererseits schon vor Jahren. Es mutet so an, dass das Black Cinema der Moderne Wasser tritt. Banales wird überhöht, Tiefgang wird vorgegaukelt. Daran ändert auch ein fast durchgehend gutes Ensemble nichts, bei dem es aber auch Aussetzer – Janet Jackson – gibt. Ein Film, der mehr als die Summe seiner Teile hätte sein können, aber gnadenlos versagt hat.
 

For Colored Girls

Tyler Perry ist in den USA vor allem für seine "Madea"-Filme bekannt, in denen er auch gleich die weibliche Hauptrolle spielt. Ein Faible, aber auch ein gewisses Verständnis für das schwache Geschlecht darf man ihm also durchaus unterstellen. Dass ihn das 1975 uraufgeführte Stück "For Colored Girls Who Have Considered Suicide / When the Rainbow is enuf" anspricht, ist nicht weiter überraschend.

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