Father Of Invention

Father Of Invention

Eine Filmkritik von Kirsten Kieninger

Ein Mann erfindet sich wieder einmal neu...

Nachdem Trent Coopers Debütfilm Larry the Cable Guy: Health Inspector im Jahr 2006 in den USA ein zigfaches seiner Produktionskosten eingespielt hatte, besorgte Kevin Spacey ihm für seinen zweiten Spielfilm Father of Invention das Budget und sich selbst die Hauptrolle. Gute Voraussetzungen also, damit die Rechnung auch diesmal aufgeht. Dabei variiert das Drehbuch allerdings lediglich ein beliebtes, weil bewährtes Thema: Die emotionale Wiederannäherung zweier Menschen, nachdem ein Selfmade-Man erst als Familienvater und auch beruflich ordentlich scheitern musste. Der Film sollte zunächst den Titel Reinventing Robert Axle tragen. Dieser Robert Axle (Kevin Spacey) hat wirklich allen Grund, sich selbst neu zu erfinden. Eingangs präsentiert er sich noch in einem überzogenen Infomercial-Spot als medienwirksame Galionsfigur und Erfinder von skurrilen Gadgets, die die Menschheit gerade noch gebraucht hat. Das Pfefferspray mit eingebauter Kamera für das Beweisfoto ist ein noch vergleichsweise harmloses Produkt seines Einfallreichtums. Der Hometrainer jedoch, der Sit-ups mit Channel-Switching am Fernsehgerät koppelt, ist die eine sehr spezielle Erfindung, die Robert Axle beruflich das Genick bricht, da sie viele Kunden einen Finger gekostet hat. Der Erfinder hatte eben nicht mit der Faulheit und den daraus resultierenden Handgriffen der Leute gerechnet, was ihm acht Jahre Gefängnis eingebracht und die Hälfte seines Vermögens für Schadensersatzzahlungen kostet hat.
Frischentlassen steht er nun also da, dieser Robert Axle: ohne Geld und ohne Job, aber mit der festen Überzeugung, dass er mit nur einer einzigen guten Idee wieder dahin kommen kann, wo er herkam. Im Moment allerdings sitzt er auf der Straße. Seine Frau (Virginia Madsen) lebt inzwischen von der anderen Hälfte seines Vermögens und mit einer neuen besseren Hälfte in seinem Haus. Außer dem Obdachlosenasyl bleibt als einzige Anlaufstelle seine Tochter (Camilla Belle). Doch die ist auf den seit ihrer Kindheit aus beruflichen Gründen abwesenden Vater natürlich nicht gut zu sprechen. Und auch ihre zwei Mitbewohnerinnen, besonders die schlagkräftige "Hallo-Ich-bin-eine-Lesbe" namens Fibbi (Heather Graham) machen ihm das Leben zunächst nicht leichter. Doch Robert Axle verfolgt zunächst etwas zögerlich, doch dann unbeirrt seinen Weg.

Genauso wie in Robert Axles Erfindungen kommen in dieser Independent-Komödie Dinge zusammen, die eigentlich nicht zusammen passen. Wer hätte schon gedacht, dass man "Jackass" Johnny Knoxville und Kevin Spacey einmal zusammen in einem Film sehen würde. Oder dass sich Virginia Madsen wirklich als Komödiantin erweist und sich sogar zu singen traut.

Vor allem aber trifft hier eine überraschend zusammengesetzte und glänzend miteinander aufspielende Cast auf ein Drehbuch, dass leider weit weniger Überraschendes zu bieten hat. Das bewährte Thema der Vater-Tochter-Wiederannäherung wird planmäßig nach bekanntem Schema durchgeführt. Die solide Inszenierung orientiert sich an Hollywood-Komödien à la Billy Wilder. Dabei ist die Geschichte aufgepeppt mit ein paar derberen Späßen, die mit gutem Gespür für Timing zelebriert werden, und auch dem klassischen Slapstick wird seine Reverenz erwiesen. Durchweg bietet die Inszenierung den Schauspielern großen Raum zur Entfaltung, den sie wunderbar zu nutzen wissen.

Und am Ende sieht man dank Kevin Spaceys herausragender Darbietung (in teilweise gewagtem und dabei sehr gelungenem Outfit) sogar gerne darüber hinweg, dass die Durchführung des Themas ihren Klimax schließlich in einer schon allzu oft gesehenen Situation finden muss: In dieser einen, alles entscheidenden Rede vor großem Business-Auditorium, die der Redner schließlich dazu nutzt, um seine moralische Wende zum besseren Menschen kundzutun. Wobei natürlich diejenige, für die diese Message eigentlich bestimmt ist, ganz zufällig auch anwesend ist.

Father Of Invention

Nachdem Trent Coopers Debütfilm "Larry the Cable Guy: Health Inspector" im Jahr 2006 in den USA ein zigfaches seiner Produktionskosten eingespielt hatte, besorgte Kevin Spacey ihm für seinen zweiten Spielfilm "Father of Invention" das Budget und sich selbst die Hauptrolle. Gute Voraussetzungen also, damit die Rechnung auch diesmal aufgeht.
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Meinungen
UteKS · 21.02.2010

Father Of Invention ist ein wunderbarer, lustiger Film, der aber auch traurige und melancholische Momente hat und viel Herz und einem Kevin Spacey, der wieder mal zur Hochform aufläuft.

Kommentare

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