Europa Report

Europa Report

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Die Science-Fiction-Perle des Jahres

Sebastián Corderos Europa Report steht in der Tradition literarischer Science Fiction á la Isaac Asimov oder Arthur C. Clarke. Ein intelligenter Film, der das Hauptaugenmerk auf die Science legt. Mit seinem Dokudrama-Ansatz wirkt der Film so authentisch wie nur wenige SF-Stoffe zuvor.
Der erste bemannte Flug zum Jupitermond Europa findet statt. Dort soll die Crew Bohrungen vornehmen und Proben vom Wasser unter der Eisoberfläche nehmen. Doch die Mission scheitert, der Kontakt reißt ab. Erst viel später wird das zur Erde übertragene Filmmaterial freigegeben. Es zeigt, wie die Astronauten sich über alle Schwierigkeiten erheben, wie sie immer weiter vorpreschen, erpicht darauf, zu entdecken und das Wissen der Menschheit zu mehren. Aber Forscherdrang kommt oftmals auch mit einem verheerenden Preis.

Die Erzählstruktur von Europa Report ist nicht unbedingt die beste. Der Dokudrama-Ansatz ist gefällig, die eingestreuten Einlassungen von NASA-Mitarbeitern fühlen sich aber ebenso wie die Rückblicke ein wenig störend an. Dem Film wäre besser gedient gewesen, wäre er geradliniger erzählt worden. Aber: An seiner faszinierenden Wirkung ändert dies nichts.

Dass ein Film, der von der langsamen Reise durchs All und der Erkundung eines Planeten nicht vor Action strotzt, ist klar. Wer seine Science Fiction also actionlastig will, ist hier vollkommen fehl am Platz. Vielmehr versteht sich Corderos Film in der Tradition von 2001 und Sunshine. Er erscheint immens realistisch, sowohl die technische Umsetzung, als auch die Darstellung lassen den Film so wirken, als würde man tatsächlich echtes, von der NASA aufgenommenes Material sehen. Die teils bekannten Schauspieler(Sharlto Copley, Michael Nyqvist) fügen sich nahtlos ins Geschehen ein.

Der Film ist langsam erzählt, verfügt jedoch über eine sich kontinuierlich steigernde Spannungskurve, die mit der Faszination der Erkundung dieser neuen Welt, aber auch der unheimlichen Stimmung derselben einhergeht. Wenn man Europa Report etwas anlasten will, dann, dass er es sich am Ende nicht verkneifen kann, das Reich der Ambivalenz zu verlassen. Mit dem letzten Bild stößt der Film eine Tür auf, die fatal an Alien-Versatzstücke erinnert. Es ist verständlich, was der Film damit zu erreichen hofft, ein zwiespältiges Gefühl bleibt jedoch, da in der letzten Sekunde Glaubwürdigkeit zugunsten von Spektakel geopfert wird.

Europa Report

Sebastián Corderos „Europa Report“ steht in der Tradition literarischer Science Fiction á la Isaac Asimov oder Arthur C. Clarke. Ein intelligenter Film, der das Hauptaugenmerk auf die Science legt. Mit seinem Dokudrama-Ansatz wirkt der Film so authentisch wie nur wenige SF-Stoffe zuvor.
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