Eternal Zero - Flight of no Return

Eternal Zero - Flight of no Return

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Wie man sich an einen Mann erinnert

Der japanische Film aus dem Jahre 2013, der auf einem erfolgreichen Roman basiert, hätte leicht zur Propaganda werden können. Er ergeht sich aber weder darin, Japans Gräueltaten zu rechtfertigen, noch sie zu entschuldigen. Tatsächlich ist dies ein Teilbereich der Historie, der nicht weiter in den Mittelpunkt rückt. Dafür zeigt man, wie ein Land seine eigenen Söhne in den sinnlosen Tod schickte.
Japan im Jahre 2004: Zwei Geschwister erfahren, dass ihre Großmutter zweimal verheiratet war. Ihr erster Mann starb zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs als Kamikaze-Flieger. Die zwei beschließen, mehr über ihren Ahnen herauszufinden. Sie suchen verschiedene Veteranen auf, mit denen ihr Großvater einst gedient hat. Zuerst hören sie, dass er ein Feigling gewesen sein soll, doch mit je mehr Menschen sie sprechen, desto genauer wird das Bild, das sie sich von ihrem Großvater machen können.

Es gibt ein paar grandiose Luftkampfaufnahmen, die technisch problemlos mit US-Produktionen wie Pearl Harbor mithalten können, in erster Linie geht es jedoch um das menschliche Drama. Und mehr noch darum, das Bild eines Mannes zu zeichnen, der sich der Doktrin des Regimes widersetzte. Er versuchte, Kameraden vor dem Schicksal, ein Kamikaze zu werden, zu retten. In einer solchen Zeit war es schon fast Verrat, überleben und nicht für das Vaterland sterben zu wollen, auch wenn man bereit war, zu kämpfen.

Man könnte natürlich argumentieren, der Film würde versuchen, japanische Schuld zu relativieren, indem ein aufrechter japanischer Soldat gezeigt wird, aber das impliziert nicht, dass andere ebenso waren. Im Gegenteil, Eternal Zero zeigt, wie das Gros der japanischen Flieger und ihrer Vorgesetzten war.

Die Erzählweise ist interessant, da sich das Bildnis des Mannes erst dadurch zusammensetzt, dass viele andere sich erinnern. Das ist fast wie bei Rashomon, nur dass man hier nicht von bewussten Lügen, sondern vielmehr einer über Jahrzehnte verklärten Erinnerung ausgehen muss. So gestaltet sich der Film auch als Diskurs darüber, wie Legendenbildung stattfindet. Auch das ist eine der Stärken des Films, der jedoch immer dann am meisten Wirkung erzielt, wenn er in die Zeit des Krieges zurückgeht. Die gegenwärtige Handlung ist deutlich plakativer, bis hin zu einer geradezu peinlichen Szene, in der der Enkel mit seinen Freunden in Streit gerät, weil der Fanatismus der Kamikaze mit dem von Terroristen gleichgesetzt wird.

Hier hat man das unangenehme Gefühl, dass eine Diskussion darüber unterbunden werden soll, um das Ansehen von japanischem Heroismus nicht zu beschmutzen. Aber dennoch: Eternal Zero ist weit vielschichtiger, als man es bei einem Stoff wie diesem erwartet hätte.

Eternal Zero - Flight of no Return

Der japanische Film aus dem Jahre 2013, der auf einem erfolgreichen Roman basiert, hätte leicht zur Propaganda werden können. Er ergeht sich aber weder darin, Japans Gräueltaten zu rechtfertigen, noch sie zu entschuldigen. Tatsächlich ist dies ein Teilbereich der Historie, der nicht weiter in den Mittelpunkt rückt.
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