Emporte-moi – Nimm mich mit

Emporte-moi – Nimm mich mit

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Donnerstag, 17.12.2009, 3sat, 22:25 Uhr

Es sind die bewegten Zeiten des Heranwachsens eines jungen Mädchens mit ihrer schwelenden Komplexität, die im Mittelpunkt dieses feinfühligen Films der schweizerisch-kanadischen Regisseurin Léa Pool stehen. Emporte-moi – Nimm mich mit lief 1999 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo er mit dem Spezialpreis der Ökumenischen Jury geehrt wurde. Es folgten zahlreiche weitere Nominierungen und Auszeichnungen für dieses sorgfältig gezeichnete Drama, das vor allem durch das vielschichtige Spiel der Hauptdarstellerin Karine Vanasse eine nachdenkliche Faszination ausübt.
Es ist Jean-Luc Godards Spielfilm Vivre sa vie: Film en douze tableaux / Die Geschichte der Nana S. mit der dänischen Schauspielerin Anna Karina in der Rolle der rebellischen Hauptfigur, der die 13jährige Hanna (Karine Vanasse) derart berührt, dass sie sich in Identifikation mit der jungen Heldin zunehmend in ihrer tristen Realität an deren Haltungen und Erfahrungen zu orientieren beginnt. Von ihrem erfolglos schriftstellernden Vater (Miki Manojlović) und ihrer mit der alleinigen Ernährung der Familie überforderten, depressiven Mutter (Pascale Bussières) erhält sie kaum Unterstützung, um dem Aufruhr ihrer explodierenden Emotionen standzuhalten. Denn bei Hanna zeigen sich nur allzu deutlich die Anzeichen einer turbulenten Pubertät ...

Es sind die sensibel inszenierten Tagträumereien, Phantasien und filmischen Impressionen Hannas, die einen tiefgründigen Kontrast zu ihrer Lebenswelt in dem rauhen Arbeiterviertel von Montreal schaffen. Und doch gelingt es dem jungen Mädchen, einige der tröstlichen, tragenden und inspirierenden Aspekte ihrer inneren Befindlichkeit in die Wirklichkeit ihres unwegsamen Alltags zu transportieren. Emporte-moi – Nimm mich mit berührt vor allem durch sein Vertrauen in die Kraft der ungezähmten Imagination für die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit, die sich hier nicht ohne Brisanz in ihrer gewaltigen Ambivalenz beeindruckend anbahnt.

Emporte-moi – Nimm mich mit

Es sind die bewegten Zeiten des Heranwachsens eines jungen Mädchens mit ihrer schwelenden Komplexität, die im Mittelpunkt dieses feinfühligen Films der schweizerisch-kanadischen Regisseurin Léa Pool stehen. "Emporte-moi – Nimm mich mit" lief 1999 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo er mit dem Spezialpreis der Ökumenischen Jury geehrt wurde.
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