Eine Filmreise ins Begehren

Eine Filmreise ins Begehren

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Donnerstag, 14. Februar 2013, ARTE, 23:35 Uhr

Wenn es am Aschermittwoch vorbei ist mit dem wilden Faschingstreiben und die christliche Fastenzeit bis Ostern beginnt, werden so manche Enthaltsamkeiten in den Alltag einkehren. Ob sich die Zurückhaltung in diesem Rahmen auch auf das sexuelle Territorium erstrecken sollte, ist von Mensch zu Mönch strittig, doch derlei Diskussionen bieten immerhin einen anregenden Anlass, sich während der besinnlichen Tage einmal gründlich mit dem Begriff des Begehrens zu beschäftigen.
Die französische Schauspielerin, Sängerin und Filmemacherin Arielle Dombasle (Pauline am Strand / Pauline à la plage, 1983, Die wiedergefundene Zeit / Le temps retrouvé, 1999) hat nicht nur sich selbst ausführlich diesem aufregendem Thema gewidmet, sondern hat es bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten kräftig kursieren lassen. Mit einem Mini-Camcorder ausgestattet hat sie sieben Jahre lang die illustren Protagonisten, die ihre Wege kreuzten, mit einer brisanten Frage überfallen: Wann haben Sie zum ersten Mal Begehren verspürt? Quel a été votre premier désir? Die Antworten, die sich hören und sehen lassen, haben die Dokumentation Eine Filmreise ins Begehren entstehen lassen, die Arielle Dombasle am 16. März 2009 in den Räumlichkeiten der Fondation Cartier pour l’art contemporain in Paris vorgestellt hat. Ihre unkonventionelle, sehr persönliche und auf ihre spezielle Weise prätentiöse Zusammenstellung spontaner Äußerungen ist sozusagen ein Low-Budget Amateurfilm, der durch die Beteiligung einer ungeheuren Masse an internationaler Prominenz glänzt.

Arielle Dombasle hat gefragt, und sie alle haben geantwortet: Daniel Auteuil, Jean-Paul Belmondo, Claudia Cardinale, Pierre Cardin, Jacques Chirac, Josée Dayan, Jean-Paul Gaultier, Michel Houellebecq, Isabelle Huppert, Marc Jacobs, Lenny Kravitz, David Lynch, John Malkovich, Anita Pallenberg, Charlotte Rampling, Jean Reno, Éric Rohmer, Salman Rushdie, Nicolas Sarkozy, Mario Testino, Francesco Vezzoli, Edmund White, Gabriel Yared und Erick Zonca, um nur das Alphabet einmal anzureißen. Banales, Brisantes, Burleskes, Besinnliches und Braves über das Begehren ist dabei herausgekommen und vergnüglich zu vernehmen – ob Eine Filmreise ins Begehren nun allerdings einen angemessenen Auftakt zur Askese darstellt, ist zu bezweifeln.

Eine Filmreise ins Begehren

Wenn es am Aschermittwoch vorbei ist mit dem wilden Faschingstreiben und die christliche Fastenzeit bis Ostern beginnt, werden so manche Enthaltsamkeiten in den Alltag einkehren. Ob sich die Zurückhaltung in diesem Rahmen auch auf das sexuelle Territorium erstrecken sollte, ist von Mensch zu Mönch strittig, doch derlei Diskussionen bieten immerhin einen anregenden Anlass, sich während der besinnlichen Tage einmal gründlich mit dem Begriff des Begehrens zu beschäftigen.
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