Ein perfektes Paar

Ein perfektes Paar

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Szenen einer Ehe

Marie (Valéria Bruni-Tedeschi) und Nicolas (Bruno Todeschini) sind seit vielen Jahren verheiratet und leben im Ausland, doch als die beiden anlässlich einer Hochzeit von Freunden wieder nach Frankreich zurückkehren, stecken sie tief in einer Krise. Das perfekte Paar, wie es im Titel des Films genannt wird – es ist längst nur noch eine Fassade. Das merkt man unter anderem daran, dass in dem Hotel in Paris, in dem die beiden logieren, nahezu beiläufig ein zweites Bett hergerichtet wird – die Entfremdung ist bereits so weit fortgeschritten, dass man nicht einmal mehr beisammen schlafen will. Der Entschluss zu einer Trennung steht längst fest, die beiden sind sich dessen so sicher, dass sie dies sogar bei einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden verlauten lassen. Nun beginnt der zermürbende Kleinkrieg zwischen der verlauteten Absicht und dem schwierigen Weg dorthin, die Sortierung und Verteilung der gemeinsamen Besitzstände und der emotionalen Hinterlassenschaften und Altlasten.
Suwa Nobuhiro, der bereits in seinem letzten Film H Wahlverwandtschaften zum europäischen Arthouse-Kino vor allem französischer Herkunft erkennen ließ, inszeniert seine Szenen einer sich auflösenden Ehe in langen und langsamen, sorgsam auskadrierten Einstellungen, spärlich ausgestattet und oftmals in Zwielicht und Halbdunkel getaucht. Blinde Flecken, Aussparungen und Sprachlosigkeit, die dann wieder unvermittelt in heftige Auseinandersetzungen um scheinbare Belanglosigkeiten münden, sezieren schonungslos eine Beziehung, die längst keine mehr ist. Alltägliche Handgriffe, zufällige Berührungen und stumme Blickwechsel erzählen die ganze emotionale Bandbreite von Überdruss, Hass, Resten von Verbundenheit, Zukunftsangst und Wehmut nach dem, was unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Suwas ungewöhnliche Inszenierung, die mit extremen Einstellungen, langen Sequenzen und ungewöhnlichen Schnitten arbeitet, macht den Film zu einer schweren, weil ungewohnten Kinokost, die aber auf kongeniale Weise vom Ende einer Beziehung erzählt. Ein perfektes Paar / Un couple parfait ist ein Kammerspiel der beklemmenden Art, kunstvoll, sperrig, direkt dem Leben abgelauscht und gerade deswegen auch ein wenig fremd. Ob dieser Hyperrealismus allzu viele Filmfans wird erreichen können, darf bezweifelt werden.

Ein perfektes Paar

Marie (Valéria Bruni-Tedeschi) und Nicolas (Bruno Todeschini) sind seit vielen Jahren verheiratet und leben im Ausland, doch als die beiden anlässlich einer Hochzeit von Freunden wieder nach Frankreich zurückkehren, stecken sie tief in einer Krise.
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Meinungen
Bedel · 05.11.2007

Um die Gefühle der Trennung, und im Namen des Kunstes darf Man die Zuschauer Zum Tode langweilen????. Die Schauspielerin Valeria Bruni Tedesci mag ich so sehr, daß ich sogar mit meiner 14 Jhr.Tochter Augen zu hin gegangen bin; Wir haben es kaum aushalten können, mit den 2 Minuten Wortlose lange Scenen, Wer sich einen warmen ruhigen Schlaff im Kino leisten kann und will, soll sofort hin.

Kommentare

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