Ein irrer Typ

Ein irrer Typ

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Jean-Paul Belmondo wird Achtzig

Mike Gaucher (Jean-Paul Belmondo) ist ein passionierter Stuntman, der seit einer Weile im Begriff ist, seine hübsche Kollegin und private Partnerin Jane Gardner (Raquel Welch) zu heiraten, doch wieder einmal kommt ein Drehtermin dazwischen, und dieses Mal verzeiht die verschobene Braut ihrem überaus chaotischen liebsten Schlitzohr seine Hampelei mit der Hochzeit nicht mehr, zumal der misslungene Arbeitseinsatz für das streitbare Paar im Krankenhaus endet – und dort, in desolatem Zustand mit gebrochenen Gliedern, will Jane nun wahrlich nicht ihr Ja-Wort geben. Fortan verweigert sie unerreichbar oder fluchend Mikes krude Komplimente und Annäherungsversuche und lässt sich von dem charmanten Grafen de Saint-Prix (Raymond Gérôme) umwerben, während Mike sich mit einem billigen Werbejob als Gorilla leidlich über Wasser hält. Doch dann erhält Mike auf Grund seiner starken Ähnlichkeit mit dem prätentiösen Filmstar Bruno Ferrari (Jean-Paul Belmondo) einen gut bezahlten Job, zu dem er Jane mit ins Boot holt, die sich allerdings mittlerweile anschickt, Gräfin zu werden …
Ein irrer Typ von Claude Zidi aus dem Jahre 1977 stellt einen rasanten, vor derben Dialogen strotzenden Action-Klamauk im Szenario der Filmbranche dar, die dabei ganz gehörig satirisch aufs Korn genommen wird. Hier ist der großartige Claude Chabrol als enervierter Regisseur zu sehen, und Jane Birkin und Johnny Hallyday glänzen als Gaststars. Es ist jedoch zweifellos die geradezu manisch erscheinende Präsenz des schillernden Jean-Paul Belmondos in einer Doppelrolle, die hier das Geschehen und die Stimmungen mit der arroganten Leichtigkeit dominiert, die so charakteristisch für sein Schauspiel ist. Mit Raquel Welch als ebenbürtigem weiblichem Gegenstück ereignen sich drastische Geschlechtergefechte im filmischen Stil der 1970er Jahre, der bereits durch den grell-bunten Zeichentrick des Vorspanns eingeführt und mit der fetzigen Musik von Vladimir Cosma atmosphärisch stimmig untermalt wird.

Achtzig Jahre alt wird Jean-Paul Belmondo in diesen Tagen, und anlässlich dieses runden Geburtstags präsentiert Studiocanal fünf Filme mit dem markanten Gesicht der Nouvelle Vague aus Außer Atem / À bout de souffle von 1960, dem gewieft-witzigen Ganoven aus Das Superhirn / Le cerveau von 1969 und dem gejagten Geheimagenten aus Der Profi / Le professionnel von 1981. Neben Ein irrer Typ erscheinen mit Der Boss / Hold-Up, Angst über der Stadt / Peur sur la ville, Der Körper meines Feindes / Le corps de mon ennemi und Fröhliche Ostern / Joyeuses Pâques ausgewählte Komödien und Krimis mit „Bébel“ aus den 1970er und 1980er Jahren, in denen er auch unter Beweis stellt, dass er selbst mit seiner sportlichen Spontaneität auch für spektakuläre Szenen keinen Stuntman benötigte.

Ein irrer Typ

Mike Gaucher (Jean-Paul Belmondo) ist ein passionierter Stuntman, der seit einer Weile im Begriff ist, seine hübsche Kollegin und private Partnerin Jane Gardner (Raquel Welch) zu heiraten, doch wieder einmal kommt ein Drehtermin dazwischen, und dieses Mal verzeiht die verschobene Braut ihrem überaus chaotischen liebsten Schlitzohr seine Hampelei mit der Hochzeit nicht mehr, zumal der misslungene Arbeitseinsatz für das streitbare Paar im Krankenhaus endet – und dort, in desolatem Zustand mit gebrochenen Gliedern, will Jane nun wahrlich nicht ihr Ja-Wort geben.
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