Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr – Il est plus facile pour un chameau ...

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr – Il est plus facile pour un chameau ...

Von der Bürde des Reichseins

Voller Ironie und mit viel Schalk im Nacken schildert die Schauspielerin Valeria Bruni Tedeschi in ihrem autobiographisch eingefärbten Regiedebüt von den Irrungen und Wirrungen der jungen Schriftstellerin Federica, die sich als Tochter aus reichem Hause so gar nicht mit ihrem schweren Geschick abfinden will. Als ihr Vater (Roberto Herlitzka) im Sterben liegt, packt sie angesichts des zu erwartenden Geldsegens das schiere Entsetzen. Doch der Priester, den sie aufsucht, vermag ihr keine Linderung der Seelenqualen zu verschaffen, im Gegenteil: „Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als dass ein Reicher ins Reich Gottes gelangt“, so gibt er ihr mit auf den (Lebens-)Weg. Was also tun mit dem zu erwartenden Erbe? Federicas Idee, den schnöden Mammon zu spenden, stößt bei ihren weniger sensiblen Geschwistern (Chiara Mastroianni und Lambert Wilson) nicht gerade auf viel Verständnis.

Auch die Beziehung zu ihrem Freund (Jean-Hughes Anglade), der aus einfachsten Verhältnissen stammt und jede Form des Luxus verachtet, ist nicht gerade einfach. Und als schließlich noch ein ehemaliger Liebhaber auftaucht, ist das Chaos perfekt, zumal es auch in ihrer Familie gewaltig kriselt. Alleine in ihren Tagträumen phantasiert sich die junge Frau hinweg aus dem Goldenen Käfig und hinein in die Arme eines männlichen Kidnappers, der sie aus ihrem schweren Schicksal befreit oder ergeht sich im Gedanken an die Freuden der Mutterschaft. Erst als ihr Vater schließlich stirbt (und ironischerweise tatsächlich am im Titel erwähnten Nadelöhr scheitert), nimmt Federica ihr Leben endlich in die Hand.

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr – Il est plus facile pour un chameau ...

Es ist schon verdammt schwer reich zu sein. Nicht dass der Rezensent dieses Films irgendetwas darüber aus eigener Anschauung wüsste, aber man hat ja Phantasie. Wer schon immer mal einen Blick hinter die glänzenden Marmorfassaden der Reichen

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