Eden Log

Eden Log

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Aus dem Schlamm geboren ...

Einen interessanten Ansatz, hat sich Regisseur Franck Vestiel mit seinem Co-Autoren Pierre Bordage (Dante 01) ausgesucht. Ein Mann wacht ohne Erinnerung in einem unterirdischen Labyrinth auf und muss sich gegen einen Haufen Monster erwehren. Das ist jetzt nichts Neues, Gedächtnisverlust wird gerne und oft im Film genutzt. Doch Regisseur Vestiel erzählt beinahe schon bedächtig, wie sich der Unbekannte mit jedem Schritt in Richtung Lösung auch seiner eigenen "Wiedergeburt" nähert.

Voller Schlamm und Schmodder kommt unser gedächtnisloser Mann in einem Tümpel zu sich. Als er sich nach endlosen Minuten aus dem ganzen Dreck befreit hat, findet er sich in einem gewaltigen höhlenartigen Labyrinth wieder. Halbnackt, frierend und mit nur wenig Licht, macht er sich auf um herauszufinden, wo er ist und wer er ist. Unterwegs trifft der Mann auf halbtote, wirres Zeug brabbelnde Menschen, tobende Monster und immer wieder neue Fragen. Doch das alles sind nur Vorboten eines äußerst fiesen Geheimnisses...

Mehr zu verraten währe fahrlässig, denn Eden Log lebt zum großen Teil von der Unwissenheit der Zuschauer (und der des Protagonisten). Ähnlich der Cube-Serie weiß der Zuschauer nie mehr, als der arme Hauptcharakter, schön hilflos und zuweilen aggressiv dargestellt von Asterix-Darsteller Clovis Cornillac (Sky Fighters). Doch vor allem lebt das Regiedebüt von Franck Vestiel von der wirklich schönen Kamerarbeit Thierry Pougets und der schmutzig, bedrohlichen Umgebung, die Production Designer Jean-Phillipe Moreaux entworfen hat.

Interessant ist, dass die Meinungen zu Eden Log wirklich krass gegensätzlich sind. Die eine Partei findet den Film zähflüssig, langweilig und spannungsarm. Der anderen Seite, inklusive dem Rezensenten, hat gerade der langsamen Spannungsaufbau, die eruptiven Gewaltausbrüche und die Unübersichtlichkeit gefallen. Klar, der Film spielt komplett im Dunkeln, die Tunnel und Räume sehen meist gleich aus und der Schnitt ist wirklich fast schon meditativ ruhig. Doch gerade das macht Eden Log zu einem einmal anders gelagerten Filmerlebnis. Dazu gibt es ein sehr schönes Cover und in der Special Edition zahlreiche interessante Extras. Ein Partyfilm ist Eden Log natürlich nicht. Eher spannende Sonntagnachmittagunterhaltung.
 

Eden Log

Einen interessanten Ansatz, hat sich Regisseur Franck Vestiel mit seinem Co-Autoren Pierre Bordage (Dante 01) ausgesucht.

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