Ed Wood Box

Ed Wood Box

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Der schlechteste Regisseur aller Zeiten?

In der vorliegenden DVD-Sammlung von Al!ve sind drei der wichtigsten Filme des — inoffiziell — schlechtesten Filmemacher aller Zeiten zusammengefasst. Natürlich lässt sich über diese zweifelhafte Auszeichnung streiten, schließlich überschwemmen regelmäßig fürchterliche Filme Kinosäle und Videomarkt. Was jedoch Ed Woods Werk besonders macht, ist der Charme, den seine Produktionen aufweisen. Da wackelt die Pappkulisse, werden Darsteller mitten im Film ausgetauscht oder wird bei Gegenschnitten spontan aus Nacht Tag. Ed Woods Ruf als genialem Nichtskönner, wurde schließlich mit dem Biopic Ed Wood von Tim Burton (Big Fish) 1994 ein großartiges Denkmal gesetzt, in dem Johnny Depp den exzentrischen Filmemacher mit dem Faible für rosa Angorawäsche gibt.
Plan 9 from Outer Space – der vielleicht bekannteste Film Ed Woods. Außerirdische Invasoren versuchen, die Erde zu vernichten, da sie befürchten, die Menschen könnten mittels einer Solarbombe das Universum zerstören. Da die bisherigen acht Pläne versagt haben, muss nun also ein neunter her. Und dieser besagt, dass wiedererweckte Tote den Außerirdischen hierbei zur Hand gehen sollen. Die Außerirdischen Eros und Tanna werden auf einen Friedhof geschickt, um den grausigen Plan 9 Wirklichkeit werden zu lassen.

Zitat aus einer Szene, die ganz offensichtlich bei finsterer Nacht spielt: „Wir müssen nach Hause, es wird bald dunkel.“ Auch sonst scheint es völlig egal, ob Anschlüsse stimmen oder nicht, wenn ein Flugzeug-Cockpit aus einem Tisch und einem Duschvorhang besteht, darf man eben nicht zuviel erwarten.

In Bride of the Monster spielt Ed Woods Stammschauspieler Bela Lugosi den wahnsinnigen Professor Vornoff, der mittels einer Armee atomarer Supermenschen die Weltherrschaft erlangen will. Assistent Lobo (Tor Johnson – Ex-Wrestler und Ed Woods anderer Stammcast) besorgt ihm hierfür das nötige Frischfleisch. Als eine junge Journalistin dem garstigen Treiben auf die Spur kommt, gibt es reichlich Futternachschub für Vornoffs gewaltigen Riesenkraken…

Bride of the Monster bietet erneut sinnfreie Unterhaltung. Wenn zum Beispiel ein Polizeiauto bei Tag angefahren kommt und die Polizisten bei Nacht aussteigen, dann weiß man, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Love it or hate it, anders kann man sich diesen Film nicht antun.

Glen or Glenda schließlich bietet den Tief- bzw. Höhepunkt der DVD-Box. Ohne Sinn und Verstand werden hier kurze Episoden zum Thema Geschlechtsumwandlung, Transsexualität und Transvestie erzählt. Wenn man weiß, dass Ed Wood selbst ein Faible für Frauenkleider, insbesondere Angora, hatte, wird man feststellen, dass Wood hier sehr viel über sich und dem Umgang mit seinen Neigungen erzählt. Natürlich kann man über den Dilettantismus aus dem Hause Wood lachen, doch steckt hinter all dem auch ein Mensch, der sich einfach nur ausdrücken und mit allen (nicht) vorhandenen Mitteln Filme drehen wollte. Das der bekannteste „schlechteste Regisseur“ der Welt als armer Säufer endete und zum Schluss nur noch billigsten Softporno-Schund runterkurbelte, soll der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben. Jedenfalls wurde er auf diese eine Art unsterblich.

Mit Bonusmaterial wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Herzstück sind eindeutig die beiden Trash-Geheimtips Night of the Ghouls und Jailtbait. Ferner liegen die sehr schöne und unheimlich informative Dokumentation Flying Saucers over Hollywood, sowie Trailer und eine Fotogalerie vor.

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In der vorliegenden DVD-Sammlung von Al!ve sind drei der wichtigsten Filme des — inoffiziell — schlechtesten Filmemacher aller Zeiten zusammengefasst.
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