Eat Locals

Eat Locals

Eine Filmkritik von Falk Straub

Deftiges Dinner

„Global denken, lokal handeln“ – dieser Slogan hat längst auch den Genrefilm erreicht. In Jason Flemyngs Regiedebüt Eat Locals gehen britische Vampire nicht nur vor Ort essen, Flemyng schielt mit seiner kleinen, heimischen Produktion auch unverhohlen nach Hollywood.
Auch ein Vampir hat es nicht leicht, schließlich ist heutzutage alles reglementiert. Alle 50 Jahre treffen sich die führenden Blutsauger Großbritanniens, um ihre Jagdgebiete zu verhandeln, ihre Fressquoten zu kontrollieren und über neue Mitglieder abzustimmen. Komödiantischer Raubtierkapitalismus statt erotischer Schauerromantik wie noch zu Bram Stokers Zeiten, der in diesem Film nur noch als Reminiszenz vom Nummernschild des sexy Vamps Vanessa (Eve Myles) grüßt. Die hat den hübschen Sebastian (Billy Cook) im Gepäck, der sich ein heißes Schäferstündchen auf dem Land erhofft. Doch dann kommt alles anders, als Sebastian von der Hauptspeise des Abends zum Retter in der Not gerät.

Eat Locals ist ein schmackhafter Genrehappen des Schauspielers Jason Flemyng, den die meisten wohl aus Guy Ritchies und Matthew Vaughns Filmen kennen dürften. In seinem späten Regiedebüt, Flemyng ist Jahrgang 1966, zeigt der Brite viel Gespür für den filmischen Raum, schafft es, auch Dialoge ansehnlich zu inszenieren. Nicht ganz unbedeutend, spielt seine Action-Horror-Farce doch ausschließlich rund um ein Farmhaus. Während sich drinnen die Vampire verschanzen, lauern draußen deren militärische Jäger. Wenn man so will, ein Rio Bravo (1959) mit Untoten und Soldaten. Erst in der zweiten Hälfte, wenn sich die Wege der Figuren aufteilen, Flemyng gleichzeitig in zu vielen Töpfen rührt, schmeckt das Ganze ein bisschen fad. Immerhin gelingt Eat Locals danach ein ordentlicher Abgang.

Die Schauspieler, allen voran Tony Curran, haben sichtlich Spaß, auch an der Übertreibung, was sich aufs Publikum überträgt. Wenn eine greise Vampirin (Annette Crosbie) mit Maschinengewehren um sich feuert, deren Mündungsfeuer wie aus einem billigen Videospiel aussehen, sollte einem aber auch schlechter Geschmack munden. Gewürzt mit schwarzem Humor und einer Prise gut getimter Pointen ist Eat Locals durchaus bekömmlich – zwar kein cineastischer Schmaus, aber deftige Hausmannkost.

Eat Locals

„Global denken, lokal handeln“ – dieser Slogan hat längst auch den Genrefilm erreicht. In Jason Flemyngs Regiedebüt „Eat Locals“ gehen britische Vampire nicht nur vor Ort essen, Flemyng schielt mit seiner kleinen, heimischen Produktion auch unverhohlen nach Hollywood.
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