Drum

Drum

Geschichte einer Bewusstwerdung

Südafrika in der Fünfzigern: Der Sportjournalist Henry Nxumalo (Taye Diggs) genießt das Leben, zumindest soweit, wie es die rigiden Apartheid-Gesetze zulassen. Er treibt sich meist in den illegalen Bars von Sophiatown herum, in denen sich bei schwarz gebranntem Schnaps und Jazz der Alltag vergessen lässt. Denn die Situation für die Schwarzen ist eigentlich so unerträglich, dass nur die Alternative Betäubung oder offener Widerstand bleibt. Von letzterem will Henry nichts wissen, obwohl er mit der offen oppositionellen Florence (Moshidi Motshegwa) verheiratet ist, verbringt er die eine oder andere Nacht im Bett seiner Geliebten Dara (Bonnie Mbuli). Doch irgendetwas nagt in ihm.
Als Henry und der deutsche Fotograf Jürgen Schadeberg (Gabriel Mann) anlässlich der Jubiläumsausgabe des Drum Magazine, für das sie beide arbeiten, eine Reportage über den kleinen Gangster Alpheus machen sollen, werden sie Zeugen, wie dieser einen lästigen Rivalen kaltblütig mit dem Messer absticht. Kurz darauf wendet sich eine alte Frau, deren Sohn auf einer Arbeitsfarm spurlos verschwunden ist, flehentlich an Henry, der ihr helfen soll, etwas über den Verbleib ihres Sohnes herauszufinden. Das ist die Chance, auf die Henry anscheinend gewartet hat, denn ohne lange zu zögern, heuert er als einfacher Tagelöhner auf der Farm an und deckt Schritt für schritt die unmenschlichen Umstände auf, die auf der Farm herrschen. Der Bericht über die Arbeitsfarm wird zu einem großen Erfolg für das Magazin, und als Henry über weitere Missstände der südafrikanischen Gesellschaft berichtet, gerät das Magazin zunehmend unter politischen Druck der Machthaber im Lande. Auch der ANC unter Nelson Mandela beginnt sich für die Arbeit von Henry zu interessieren. Die öffentliche Aufmerksamkeit und der Erfolg von Drum bringt auch das Leben von Henry und seiner Familie in höchste Gefahr, denn kritische Stimmen sind nicht erwünscht. Doch es führt kein Weg mehr zurück...

Der Film Drum des Regisseurs Zola Maseko basiert auf den realen Erlebnissen rund um das Magazin Drum, das von 1951 bis 1965 eine der führenden Zeitschriften Südafrikas und die wichtigste Stimme der schwarzen Bevölkerung war. Engagierte Autoren wie Henry Nxumalo und Can Themba, galten als „die Augen und Ohren“ des damaligen Lebens in Afrika – und ihre Kolumnen wurden von der weltweiten Presse, darunter dem amerikanischen Time Magazine, immer wieder zitiert. Trotz der Nähe zu den tatsächlichen Ereignissen läuft der Film nicht in die Falle vieler Biopics und verbleibt in einer stupiden Aneinanderreihung historischer Fakten, er ist vielmehr bis zum letzten Moment äußert spannend und wirkt sehr dicht und kompakt. Atmosphärisch stimmig vermittelt Drum ein außerordentlich gelungenes Bild des Lebens in den Fünfzigern in Südafrika und zeichnet darüber hinaus glaubwürdig den Lebensweg eines Mannes nach, der sich langsam seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst wird.

Drum

Südafrika in der Fünfzigern: Der Sportjournalist Henry Nxumalo (Taye Diggs) genießt das Leben, zumindest soweit, wie es die rigiden Apartheid-Gesetze zulassen.
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