Dread

Dread

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Clive Barkers Dread wird als beste Verfilmung eines Werkes des Horrormeisters seit Hellraiser angepriesen. Und das stimmt. Denn wie sein Autorenkollege Stephen King litten Barker-Verfilmungen meist unter geringen Budgets, lausiger Umsetzung und Ideenlosigkeit. Man nehme nur die drei Manchmal kommen sie wieder-Filme. Basierend auf einer Kurzgeschichte von King, pressten findige Produzenten einen mittelguten und zwei lausige Spielfilme aus den wenigen Seiten. Bei Barker verhielt es sich jahrelang ähnlich. Mit Dread gibt es nun endlich eine ordentlich Verfilmung. Zwar basiert Dread ebenfalls auf einer Kurzgeschichte, doch merkt man dem Film an, dass er mit Einfallsreichtum und Herzblut gemacht wurde. Und er ist wirklich heftig. Zart besaitete Gemüter sollten gerade um die letzte halbe Stunde einen Bogen machen.
Stephen besucht am College die Filmklasse. Er macht die Bekanntschaft mit dem etwas unheimlichen Quaid, der sich ausgibig mit dem Thema Furcht beschäftigt. Da Stephen noch kein Thema für sein Abschlussprojekt hat, schlägt Quaid vor, zusammen die Angst des Menschen zu erforschen. Stephen hat eh keine bessere Idee und sagt zu. Gemeinsam mit Stephens Cutterin und heimlicher Angebeteten Cheryl, befragt man also diverse Studenten vor laufender Kamera zu ihren Ur-Ängsten. Alles läuft gut, bis Quaid immer weiter gehen und Grenzen überschreiten will, die Stephen und Cheryl nicht bereit sind zu übertreten. Doch Quaid zwingt sie dazu...

Was an Dread gefällt ist, dass die Charaktere greifbar sind. Hier gibt es keine Hollywood-Schönheiten, sondern "normale" Menschen, die in einen Alptraum geraten. Der Film nimmt sich viel Zeit, seine Figuren vorzustellen, sie zu ergründen und zu durchleuchten. Schockeffekte und Blut werden nur vereinzelt eingesetzt, die Daumenschrauben langsam aber konsequent angezogen. Wenn dann der Terror über seine Protagonisten losbricht, gibt es kein Halten mehr. Wie bei den meisten Werken Barkers wird auch hier wieder die Ekel- und Unwohlseingrenze überschritten. Jedoch nie plakativ, sondern effektiv und unaufhaltsam. Das das nichts für jederman ist klar, doch lässt man sich auf diesen Trip in die dunkle Psyche eines kaputten Menschen ein, erlebt man einen der besten Horrorfilme des jungen Jahres 2010.

Dread

Clive Barkers "Dread" wird als beste Verfilmung eines Werkes des Horrormeisters seit Hellraiser angepriesen. Und das stimmt. Denn wie sein Autorenkollege Stephen King litten Barker-Verfilmungen meist unter geringen Budgets, lausiger Umsetzung und Ideenlosigkeit.
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