Drachenzähmen leicht gemacht 2

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Eine Filmkritik von Christopher Diekhaus

Reifung zum Mann

2010 sorgte der schwungvoll inszenierte und gewitzt erzählte Animationsfilm Drachenzähmen leicht gemacht für reichlich Furore. Die Kritiken fielen wohlwollend bis überschwänglich aus. Und auch das Publikum konnte sich für die recht freie Adaption der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Cressida Cowell erwärmen. Fast 500 Millionen Dollar spülte der Streifen aus dem Hause DreamWorks weltweit in die Kinokassen, weshalb eine Fortsetzung (inzwischen als Trilogie angelegt) nicht wirklich verwundern muss. Gespannt sein durfte man allerdings, wie die Macher die Geschichte rund um den cleveren, aber schmächtigen Wikinger-Teenager Hicks (Originalstimme: Jay Baruchel) weiterspinnen würden. Schließlich scheinen am Ende von Drachenzähmen leicht gemacht alle Konflikte beigelegt. Dean DeBlois, der dieses Mal alleine Regie und Drehbuch übernahm, hat sich für einen deutlichen Zeitsprung entschieden. Und damit den Eintritt seines jungen Helden in eine neue Lebensphase, die abermals mit Identitätsproblemen behaftet ist.
Fünf Jahre sind vergangen, seitdem der wissbegierige Hicks seinen Vater Haudrauf (Gerard Butler) und dessen Untertanen, die Bewohner der Insel Berk, überzeugt hat, dass die stets verhassten Drachen keine gefährlichen Kreaturen, sondern liebenswerte Tiere sind. Mensch und Feuerspeier leben mittlerweile friedlich zusammen. Während das Volk mit Begeisterung Drachenrennen veranstaltet und sich so seine freie Zeit vertreibt, zieht es den Sohn des Clanchefs immer wieder in die Ferne. Auf dem Rücken seines treuen Freundes Ohnezahn fliegt Hicks durch die Welt, ständig auf der Suche nach unbekannten Gebieten, die er in seine Landkarten eintragen kann. Entdeckergeist und Neugierde treiben ihn weiter an, auch wenn er fast kein Teenager mehr ist. Sondern ein junger Mann, den Haudrauf schon jetzt als Nachfolger inthronisieren will. Ein Wunsch, mit dem sich Hicks überhaupt nicht anfreunden kann, da er sich für die Rolle des Anführers gänzlich ungeeignet hält. Bei einem seiner Ausflüge trifft er schließlich auf eine Bande von Drachenjägern und erfährt, dass der größenwahnsinnige Drago (Djimon Hounsou) eine Armee aus Feuerspeiern abrichtet, um den Frieden zu zerstören.

Schon im ersten Teil spielt der Konflikt zwischen Vater und Sohn ein tragende Rolle, wobei der stets belächelte Hicks dort verzweifelt um Anerkennung kämpft. Anfangs traut dem linkischen Jungen niemand etwas zu. Er wird verspottet und von Haudrauf verstoßen, weil er dessen kernigen Ansprüchen nicht genügt. Nachdem die Weitsicht des Teenagers allerdings zum Frieden zwischen Wikingern und Drachen geführt hat, ist alles anders. Der Vater platzt vor Stolz und sieht in seinem Sohn einen geborenen Anführer, der so schnell wie möglich die nächste Stufe Richtung Erwachsenenwelt nehmen soll. Hicks hingegen ist sichtlich verunsichert, glaubt, seine wahre Bestimmung noch nicht gefunden zu haben, und bricht daher regelmäßig zu neuen Reisen auf. Eine handfeste Identitätskrise, die eine unerwartete Wendung erfährt, als er auf die geheimnisvolle Drachenflüsterin Valka (Cate Blanchett) trifft, die sich Dragos finsteren Plänen couragiert entgegenstellen will.

Die emotionale Tiefe, die den Vorgänger auszeichnet, schlägt sich auch im Sequel nieder, konkurriert hier allerdings mit Ingredienzien, die leider viele Fortsetzungsfilme dominieren. Handlung und Gefahren werden derart aufgebläht, dass ruhige Momente zwischen den Figuren unweigerlich in den Hintergrund treten. Auch wenn DeBlois lange Zeit ein halbwegs überzeugender Spagat gelingt, gehen im letzten Drittel die Pferde mit ihm durch. Alles läuft auf eine monumentale Schlacht hinaus, die deutliche Anleihen bei bekannten Fantasy-Epen nimmt und dementsprechend martialisch gerät. Spätestens hier lässt Drachenzähmen leicht gemacht 2 das Feingefühl des ersten Teils hinter sich, was angesichts der eingeschlagenen Erzählrichtung – der Protagonist muss Verantwortung übernehmen – zwar konsequent erscheint, kleine Zuschauer allerdings nachhaltig verschrecken könnte. Etwas weniger Spektakel und Lärm hätten dem Vergnügen an dieser Stelle sicher keinen Abbruch getan. Schade ist auch, dass die als mutig und weise etablierte Valka zum Ende hin eine Beobachterrolle einnehmen muss. Alle Augen sind auf Hicks gerichtet, den der Film etwas pathetisch als Erlöserfigur stilisiert.

Nichtsdestotrotz darf sich der Zuschauer auf die Rückkehr liebenswerter Nebenfiguren freuen, die wie Grobian (Craig Ferguson) immer wieder humorvolle Töne anschlagen. Absolut bemerkenswert sind einmal mehr die detailverliebten, authentisch daherkommenden Animationen. Obwohl unzählige Drachen auftauchen, trägt jedes Tier individuelle Züge. Das Mienenspiel der Charaktere kommt realistischen Darstellungen erstaunlich nahe. Und die rasanten Flugmanöver reißen den Betrachter im wahrsten Sinne des Wortes mit, ohne allzu hektisch auszufallen. Keine Frage, optisch lassen DeBlois und sein Team (zu dem auch der mehrfach Oscar-nominierte Kameramann Roger Deakins als visueller Berater gehörte) ihrer Kreativität freien Lauf – eine annehmbare Entschädigung für die inhaltlichen Übersteigerungen.

Drachenzähmen leicht gemacht 2

2010 sorgte der schwungvoll inszenierte und gewitzt erzählte Animationsfilm "Drachenzähmen leicht gemacht" für reichlich Furore. Die Kritiken fielen wohlwollend bis überschwänglich aus. Und auch das Publikum konnte sich für die recht freie Adaption der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Cressida Cowell erwärmen. Fast 500 Millionen Dollar spülte der Streifen aus dem Hause DreamWorks weltweit in die Kinokassen, weshalb eine Fortsetzung (inzwischen als Trilogie angelegt) nicht wirklich verwundern muss.
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Meinungen
Christoph · 01.02.2015

Kommt an den ersten Teil nicht im entferntesten heran.Dank übertriebener Aktion und"Fehlendem emotionalem Tiefgang".
Sehr gute und detailierte Animationen.
Kurzweilig aber nicht nachhaltig.

Jeje · 09.08.2014

Ich freu mich soooo !!! Wir gehen heute in den Film und ich bin voll gespannt! Ich habe den 1. Teil im Kino gesehen und mir dann gleich die DVD gekauft! Das Hörspiel gleich noch dazu! Ich habe es ein ganzes Jahr lang gehört! Und fang schon wieder damit an! Ich hoffe das dieser hier noch mehr animationsspaß verspricht! Ohnezahn und hicks sind Weltklasse und ich hoffe auch auf eventuell einen dritten Teil...

Tolga · 03.08.2014

Ich glaube der Film ist einfach bombe und ich hoffe das der Film mehr verspricht als der Trailer, weil ich denn trailer schon richtig gut fand. Aber auch die Serien waren einfach klasse. Ich liebe die sen Film und sage zu allen der Film wird bestimmt lustig und humorvoll. ;D

Dirk · 01.08.2014

Der Film wie auch die Serien sind einfach klasse. Und sind für die ganze familie

melena sievers (13 jahre) · 19.07.2014

Auch wen es ein Kinderfilm ist,ist es einer meiner abseluten lieblings Filme.Freu mich schon voll den 2 teil zu sehen:)

Melina · 19.07.2014

Ich kanns kaum abwarten bald ist es soweit. Ich sage zu den Trailern nur wow. Diese Ausarbeitung der Figuren, die wähl der Sprecher und das hat man alles 5 Jahre später gedreht.

Alina · 22.04.2014

Ich kann es kaum aushalten! Wann kommt der Film endlich raus?
Der erste Teil war schon gut aber dieser scheint sogar noch mehr zu versprechen, auch wenn zu viel gespoilert wird.
Ich freu mich unglaublich und werde sofort ins Kino gehen wenn er erst draußen ist! - Und zwar öfter als einmal.

Kommentare

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