Django - Den Colt an der Kehle

Django - Den Colt an der Kehle

Eine Filmkritik von Martin Beck

"Hey, hast du Blei in den Knochen?"

Oh, ein blondierter Django! Mal ganz etwas Neues. In einem ansonsten ziemlich durchschnittlichen Film, der selbst bei Spaghetti-Gourmets im gut gemeinten Mittelfeld verdurstet. Allein die Tatsachen, dass die Anzahl der toten Gringos im gut zweistelligen Bereich liegt und am Ende eine Gatling Gun zum Einsatz kommt, reichen leider noch nicht für begründeten Jubel.
Und außerdem, der titelgebende Django heißt eigentlich Cjamango, aber das hat ja bei den ganzen anderen Pseudo-Djangos auch nicht gestört. Auf jeden Fall muss der blondierte Held (Giorgio Ardisson) hier auf eine mordende Rachetour gehen, weil der miese Bonze Stuart (Luigi Pavese) seine Familie getötet hat — aus nie genannten Gründen. Zusammen mit einem zugelaufenen Mexikaner (Ignazio Spalla), der die Kopfgeldprämien all der zu erwartenden Leichen abkassieren möchte, fallen schon bald zahlreiche Schüsse, vor allem in Richtung der zu Stuart gehörenden Smart-Bande.

Django – Den Colt an der Kehle war das Regiedebüt von Vincenzo Musolino und gilt als Fortsetzung zu Django — Kreuze im blutigen Sand. Interessant hier ist die zynische Note des Geschehens, die den beteiligten Personen vor allem monetäre Motivationen unterstellt und selbst aufkeimende Liebe nur zwischen Rauch und Trümmern gestattet. Auch darf positiv vermerkt werden, dass relativ schnell geschossen wird und die Gatling Gun am Ende ausgiebig knattern darf – wobei allerdings schon erstaunt, wie ratzfatz und treffgenau sämtliche Gringos aus den Sätteln geholt werden können.

Und das war’s dann auch schon mit dem Empfehlungsschreiben, denn ansonsten ist der Film keine allzu große Nummer. Es fehlt, wie bereits angesprochen, die Motivation für den auslösenden Mordzug, die ersten 40 Minuten ziehen sich ziemlich dahin und wenn dann endlich die Smart-Sippe auftaucht, bleibt immer noch der Hemmschuh der dünnen Geschichte. Django – Den Colt an der Kehle fehlt vor allem ein kerniger Bösewicht, der im besten Fall dann so fies wütet, dass die Blondie-Mähne des Titelhelden kaum noch zu Kicheranfällen reizt. Viel mehr als preiswerte Nahrungsergänzung für Fans des Genres schaut hier leider nicht raus.

Doch halt, eine Besonderheit muss auf jeden Fall noch erwähnt werden: Die DVD von Koch-Media bietet eine gegenüber allen anderen Veröffentlichungen klar verlängerte Fassung, die die Geschichte auf einmal als große Rückblende aufzieht. Django befindet sich hier zu Beginn auf einem Friedhof und erzählt einem Mexikaner, wie das alles so kommen konnte. Daraufhin fängt dann die eigentliche Handlung an und damit eben die ganze Not, die der Film so mit sich trägt. Auch unter Berücksichtigung einiger Härten, die aber heutzutage kaum noch so empfunden werden dürften: Der Kaufanreiz namens „rar“ bringt leider relativ wenig, wenn am Ende doch nur das Fazit namens „Mittelmaß“ steht.

Django - Den Colt an der Kehle

Oh, ein blondierter Django! Mal ganz etwas Neues. In einem ansonsten ziemlich durchschnittlichen Film, der selbst bei Spaghetti-Gourmets im gut gemeinten Mittelfeld verdurstet. Allein die Tatsachen, dass die Anzahl der toten Gringos im gut zweistelligen Bereich liegt und am Ende eine Gatling Gun zum Einsatz kommt, reichen leider noch nicht für begründeten Jubel.
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