Dilwale (2015)

Dilwale (2015)

Eine Filmkritik von Jale Cengil

Bunte Leidenschaft

Ein kaltblütiger Held oder ein romantischer Verführer? Liebevoll und gutherzig oder doch gefährlich und geheimnisvoll? Möchte man den Film lieber dramatisch oder komisch? Warum eigentlich nicht gleich alles auf einmal? Am besten gut verschachtelt in verschiedenen Handlungssträngen mit Musikeinlagen und Tänzen, in denen es um Freundschaft und Vertrauen geht. Um Heldentum und Verrat. Um Wut, Schrecken, Wundersames, Friedvolles – alles geht rauf und runter – Vielfältigkeit spielt merklich eine große Rolle. Ein traditioneller Bollywood-Film bietet mit knalligen Farben nicht nur ein buntes Gemisch im visuellen Sinne, im Kern seiner Geschichte geht es zudem vor allem um eines: die Komplexität der Liebe und Leidenschaft. Nun bringt Regisseur und Produzent Rohit Shetty mit Dilwale das beliebteste indische Film-Paar aller Zeiten erneut auf die Leinwand.
Seit Dilwale Dulhania Le Jayenge – Wer zuerst kommt, kriegt die Braut (1995) wurde jeder Film mit Shah Rukh Khan und Kajol Devgn in den Hauptrollen mit Erfolg gekrönt. Mit Filmen wie My Name Is Khan (2010), welcher auf der 60. Berlinale Premiere feierte, erlangten sie auch internationalen Durchbruch. Nach fünf Jahren sind sie nun wieder als Hauptdarsteller in einem Film zu sehen: Raj (Shah Rukh Khan) und Meera (Kajol Devgn) sind füreinander bestimmt. Doch bis sie sich finden und schließlich akzeptieren können, vergehen Jahre – 15 an der Zahl. Was könnte die Ursache sein, die beide veranlasst hat fortzugehen und ein neues Leben anzufangen?

Die Familie von Raj ist wohlhabend, jedoch geprägt von Verbrechen, Bösewichten und kriminellen Missionen. Raj wird von Randhir Bakshi (Vinod Khanna) als kleiner Waisenjunge adoptiert. Zwar wird er liebevoll aufgezogen, doch im Gegensatz zu seinem Stiefbruder Veer (Varun Dhawan), der niemals erfahren darf, dass sie keine Blutsverwandtschaft verbindet, bekommt Raj keine schulische Ausbildung. Er muss seinem Adoptivvater in kriminellen Angelegenheiten behilflich sein. Auf der Flucht vor gefährlichen Schurken überfährt Raj eines Tages versehentlich die schöne Meera. Glücklicherweise kommt sie mit einem verstauchten Fuß davon. Doch in dem kurzen Gespräch, welches die beiden führen, während Raj ihr nach dem Unfall auf die Beine hilft, verliebt er sich in sie. Er möchte sie wiedersehen und besucht sie hin und wieder auf dem Straßenmarkt, wo sie als Künstlerin ihre Bilder verkauft. Meera scheint, obwohl sie auf seine hartnäckigen Einladungen eingeht, anfangs nicht sehr begeistert von ihm zu sein. Sie verhält sich freundlich, aber gleichzeitig abweisend und geheimnisvoll. Raj ahnt ja nicht, was sich hinter ihrem Gesicht verbirgt ...

Immer wieder wird die Geschichte der beiden durch verschiedene Handlungsstränge unterbrochen, sodass sich erst am Ende erschließt, was mit ihnen geschieht. Dass beide ineinander verliebt sind, ist gewiss. Allerdings entschleiern sich ihre Eigenheiten und ihre verfeindeten Familienverhältnisse, die bestimmend gegen ihre Liebe sprechen, im Verlauf des Films erst Stück für Stück. Der Zuschauer erhält alleweil Informationen über ihre Herkunft und wahren Ziele, die jedoch mutwillig oder zufällig Missverständnisse und Schmerz mit sich bringen. Werden sie einander finden und letzten Endes heiraten können? Oder werden immer wiederkehrende Wut und Enttäuschung sie für ewig getrennt halten?

Dilwale erzählt mit viel Farbe und teilweise beeindruckenden epischen Bildern von einer Leidenschaft, die jede denkbare Erzählform und Stimmung miteinschließt: Romanze, Komödie, Drama, Krimi. Dadurch wirkt der Film durch einen verstärkten Ton sowie manipulierte Geschwindigkeitsaufnahmen und Kameraeinstellungen mal gewalttätig und brutal, mal werden die Zuschauer durch die entzückenden Hauptdarsteller in sentimentalen und romantischen Szenen bezaubert. Doch viele Ereignisse werden in der Darstellung ins Extreme getrieben, sodass die Handlung vorhersehbar, die Geschichte eher einfältig und absurd wirkt. Aufgrund der Überlappung von Charaktereigenschaften erscheinen Figuren, um dem jeweiligen Typ gerecht zu werden, oft versponnen und demnach unsympathisch.

Demungeachtet ist der Film reine Unterhaltung. Und für diejenigen, die Bollywood besonders mögen, ist Dilwale schon allein anlässlich der Besetzung recht interessant.

Dilwale (2015)

Ein kaltblütiger Held oder ein romantischer Verführer? Liebevoll und gutherzig oder doch gefährlich und geheimnisvoll? Möchte man den Film lieber dramatisch oder komisch? Warum eigentlich nicht gleich alles auf einmal? Am besten gut verschachtelt in verschiedenen Handlungssträngen mit Musikeinlagen und Tänzen, in denen es um Freundschaft und Vertrauen geht.
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