Die weiße Massai

Die weiße Massai

Eine Filmkritik von Holger Lodahl

Afrika, Kontinent der Sehnsucht

Spielfilme, deren Handlungsort in Afrika liegt, sind meist Garant für einen Kinoerfolg. Die Landschaft, die Tiere und die fremden Riten üben einen so großen Reiz aus, dass bereits die Bilder ausreichen, um einen Film erfolgreich werden zu lassen. Jenseits von Afrika hat einen Meilenstein gesetzt, und auch Caroline Links Nirgendwo in Afrika hat einen Gutteil seines Erfolges der Kulisse zu verdanken. Die problembeladene Handlung stand im Gegensatz zu den idyllischen Bildern und bot auf diese Weise den idealen Boden für einen faszinierenden Film. Bei Büchern ist das ganz ähnlich: Spielt ein Roman wenigstens teilweise in Afrika, ziert das Cover auch häufig eine untergehende Sonne, die die afrikanische Steppe in ein romantisches Licht taucht und Exotik, Erotik und Abenteuer verspricht, aber auch das Fernweh der meist weiblichen Leser weckt.

So war es auch bei Corinne Hofmanns Erlebnisbericht Die weiße Massai. Corinne Hofmann hat, so scheint es, es sich zur Lebensaufgabe gemacht, in jeder Talkshow von ihren Erlebnissen zu erzählen. Dankbar nahmen die Redakteure die gesprächige Autorin an, so dass kaum ein Fernsehzuschauer an ihr vorbeikam. Das durchaus interessante Buch ist ein Welterfolg und wurde in 16 Sprachen übersetzt.

Es ist eine logische Schlussfolgerung, dass aus diesem Stoff endlich auch ein Film entstanden ist. Das chronologisch geschriebene Buch mit seinen malerischen Ausführungen über die große Liebe, starke schöne Männer und fremden Riten der Massai lud geradezu dazu ein, als Film das Medium zu wechseln:

Corinne (Nina Hoss), die im Film nun Carola heißt, macht mit ihrem Freund (Janek Rieke) Urlaub in Kenia und sieht an ihrem letzten Tag den Massai Lemalian (Jackie Ido) in seiner traditionellen Kleidung. Sie ist so fasziniert von dem schönen Mann und seiner Ausstrahlung, dass sie sich kurzerhand entscheidet, in Kenia zu bleiben. Sie trennt sich noch am Flughafen von ihrem Freund, der seltsam nüchtern reagiert, und macht sich auf, Lemalian zu suchen, der inzwischen wieder in seinem Dorf Barsaloi lebt. Nach einer langen und anstrengenden Reise lernt sie die Deutsche Elisabeth (Katja Flint) kennen, die wegen eines Mannes in Afrika geblieben ist und Carola mit ihren Ratschlägen zu Seite steht. Carola trifft Lemalian und folgt ihm in sein Dorf. Trotz des harten Lebens und der Fremde beschließt sie, der Schweiz den Rücken zu kehren und für immer in Barsaloi zu bleiben. Sie baut sich ein neues Leben auf, obwohl sie mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat: Die Beziehung zu Lemalian ist alles andere als romantisch, die kleine Hütte muss sie mit seiner Mutter teilen, ein korrupter Verwalter will geschmiert werden und der in der Nähe lebende Priester verweigert ihr jegliche Hilfe. Sie erkrankt an Malaria, muss die Beschneidung eines Mädchens mit ansehen und leistet bei einer dramatischen Steißgeburt nutzlose Hilfe.
Trotzdem heiraten Carola und Lemalian. Die Hochzeit verläuft nach den Riten der Massai – allerdings trägt die Braut ein weißes Hochzeitskleid, was dem Ereignis einen skurrilen Anblick verleiht. Carola wird schwanger, und sie beschließt, einen kleinen Laden zu eröffnen und verkauft Lebensmittel. Das Zusammenleben mit ihrem Mann ändert sich: Er wird zunehmend eifersüchtig, beginnt zu trinken und fühlt sich mehr und mehr von seiner erfolgreichen Frau unter Druck gesetzt. Carola entscheidet sich, das Land und ihren Mann zu verlassen – heimlich, da Lemalian sie nicht gehen lassen würde. Ihr Mann ahnt, dass sie nicht wiederkommen würde und verweigert ihr seine Einwilligung. Schließlich kann Carola mit ihrer Tochter das Land doch verlassen.

Regisseurin Hermine Huntgeburth weiß, wie man mit Kino-Bildern afrikanischer Landschaften bezaubern kann. Besonders zu Beginn des Filmes fängt die Kamera Bildern ein, die man von einem Film, der in Kenia spielt, erwartet. Landschaften, Flüsse, Märkte voller Menschen, und schließlich fokussiert die Kamera Lemalian, und man versteht, warum sich Carola von dem schönen Massai verzaubert fühlt. Casting und Maske haben ganze Arbeit geleistet: Jacky Ido als Lemalian ist der Inbegriff des schönen Kriegers. Doch leider hält Die weiße Massai nicht, was der Film zu Anfang verspricht.

Die Handlung umfasst vier Jahre, in denen Carola mit dem völlig fremden Leben, der fremden Kultur leben lernen muss. Dem Zuschauer werden daher auch alle Aspekte präsentiert, mit denen sich die Europäerin auseinander setzen muss: Die Kamera zeigt die Riten, von denen man allenfalls mal gelesen hat: So trinkt Lemalian das Blut aus dem Hals einer gerade getöteten Ziege; die rituellen Waschungen sind streng getrennt zwischen Frauen und Männer, und das Sexualleben ist ganz auf Männer ausgerichtet. „Frauen bedeuten hier nicht viel, sie kommen gerade nach den Hunden“ sagt Elisabeth zu Carola, und die Bilder des ersten Geschlechtsaktes zeigen dies: „Das erste Mal“ mit ihrem Geliebten könnte kaum unromantischer und erniedrigender für Carola sein. Das Geschlechtsleben des Paares nimmt viel Raum des Filmes ein, weil es zeigt, wie sehr Carola ihren Mann und dessen Ansichten verändert. Während der erste Sex kaum anders ist als die Paarung von Hunden führt Carola ihren Mann in die gleichberechtigte körperlicher Liebe ein. Sie bringt Lemalian soweit, dass er sie vor anderem Menschen küsst – obwohl in der Tradition der Massai Berührungen kaum akzeptiert sind. Der Focus des Filmes richtet sich auf Carola, die ihren Mann und dessen Leben mehr und mehr verändert, bis er daran zu zerbrechen droht. Mit einer starken Frau, die das Auto fährt, das Geschäft führt und schließlich Ernährerin der Familie ist, kann er nicht konkurrieren. Dass er mit Aggressivität, Alkoholkonsum und Eifersucht reagiert ist da nur logisch. Das ist eines der Probleme des Filmes: Man fragt sich als Zuschauer, warum Carola nicht mehr Verständnis für die Gefühle ihres Mannes aufbringt und statt dessen den Wutausbrüchen voller Fragen gegenüber steht. Sie hat sich in einen stolzen Krieger verliebt, ist ihm in sein Leben gefolgt und tauscht dann die Rolle mit ihm – das muss zu Konflikten führen. Carolas wenige Erklärungsversuche ihrem Mann gegenüber bleiben zu oberflächlich, um Verständnis, Mitleid oder ein anderes Kinogefühl zu wecken.

Auch an anderen Stellen bleibt die Handlung an der Oberfläche stecken: Hermine Huntgeburth hat sich dazu entschlossen, Carola mit dem vieldiskutierten Thema der Beschneidung junger Mädchen zu konfrontieren. Die Szene, in der die Großmutter die Rasierklinge auspackt und sich über das Mädchen beugt lässt das Publikum aufschaudern – in TV-Dokumentationen ist das Thema hinreichend diskutiert worden, so dass viele Zuschauer/innen über dieses Ritual informiert sein mögen. Doch weiter als bis zu einem gewissen Grauen geht Huntgeburth nicht – die Szene hat keinerlei nachvollziehbaren Auswirkungen auf Carolas Handeln und gerät daher in den Hintergrund. Auch die dramatische Steißgeburt der Eingeborenen und die verweigerte Hilfe der Umstehenden („Sie ist verhext!“) veranlasst Carola nicht, auf derartige Ereignisse langfristig zu reagieren. Statt dessen besinnt sie sich auf ihren Beruf und eröffnet den Lebensmittelladen, motiviert von ihrer Schwangerschaft, um besser ernährt zu sein.

Der Film Die weiße Massai zeigt die Akteurin daher als egoistische Person. Das abrupte Ende der Beziehung zu ihrem Freund, ihre Eingriffe in das Leben und die Kultur ihres Mannes, der Laden als eigene Ernährungsquelle und das unangemessene Tragen des weißen Hochzeitskleides während der traditionellen Zeremonie – Carola tut dies alles zum Selbstzweck. Sie tut dies auch aus Liebe zu Lemalian, aber der Film versteht es nicht, ihre Geschichte als das dramatische Scheitern von Liebe und Vertrauen darzustellen. Stattdessen findet man Punkte, an denen sich Carolas Handeln als kritikwürdig erscheint.

„Vieles hat sich verändert, und es ist traurig mit anzusehen, wie diese Kultur verschwindet. Ich glaube nicht daran, dass sie überdauert. Diese fröhlichen, offenen, kommunikativen Menschen, die unserer Zivilisation auch langsam anheim fallen und die vielleicht eines Tages auch mehr besitzen werden, aber nicht mehr miteinander sprechen und ebenso traurig dasitzen wie wir – das zu sehen tut schon sehr weh“ sagt Corinne Hofmann in einem Interview. Ihre Zeit in Afrika hat genau dazu beigetragen, was sie in diesen Worten bedauert – und der Film untermauert eher die Kritik an ihrem Tun als dass er unterhält und Spannung erzeugt.

Hermine Huntgeburth hat in ihre Karriere vielfach erfolgreiche Arbeiten fürs Fernsehen (Der Hahn ist tot; Eva Blond) hergestellt – ihre Ausflüge ins Kino wurden (mit der Ausnahme von Bibi Blocksberg) nicht von Erfolg gekrönt. Nina Hoss als Carola ist zwar eine der besten Schauspielerinnen Deutschlands, wird aber mit TV-Filmen (Das Mädchen Rosemarie) oder brillanten Theaterinszenierungen (Don Carlos; Emilia Galotti) in der Verbindung gebracht. Katja Flints Rolle wirkt etwas blass, und man fragt sich, ob die Rolle der Elisabeth wirklich Sinn macht. Es überrascht daher nicht, dass diese Version von Die weiße Massai als Filmereignis scheitert.

Die weiße Massai würde als TV-Film der Woche ein Millionenpublikum interessieren, als Kinoereignis kommt er nicht über das Mittelmaß hinaus.
 

Die weiße Massai

Spielfilme, deren Handlungsort in Afrika liegt, sind meist Garant für einen Kinoerfolg. Die Landschaft, die Tiere und die fremden Riten üben einen so großen Reiz aus, dass bereits die Bilder ausreichen, um einen Film erfolgreich werden zu lassen.

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Meinungen
rb · 27.06.2008

sehr gut geschrieben - besonders die Beschreibung von Carolas Benehmen und Handlungen könnte treffender nicht sein - und hat mir den Film ziemlich vermiest. Ich habe mir oft gedacht: blöde K..

alena · 18.12.2007

Ich stimme der Kritik fast vollkommen zu. Ich habe mich sehr lange darauf gefreut, diesen Film einmal zu sehen, da ich das Thema Afrika faszinierend finde. Aber ich muss leider sagen, dass ich, als es dann endlich so weit war, diesen Film als eine derbe Enttäuschung empfunden habe.
Die Geschichte ist für reine Unterhaltung nicht lohnenswert. Mit gutem Willen könnte man die Botschaft: "Es ist nicht so einfach und europäisch ist nicht immer das beste!" daraus ableiten, aber es gibt weitaus bessere Wege, das auf die Leinwand zu bringen.
Es wirkt alles extrem unglaubwürdig (nach einem Tag verliebt...) vorallem, weil ich die angebliche Liebe in der Darstellung vorallem von Nina Hoss in keiner Szene (außer mit romantischem Gedanken, zu dem ich keinen wirklichen Zugang habe, in den Sex-Szenen) authentisch gespielt gesehen habe.
Alle, die davon träumen diesen Film zu sehen: Lasst es! Und erhaltet euch eure Träume von einer schönen Liebesgeschichte. Schaut euch lieber Nirgendwo in Afrika an!

Matthias Seidel · 19.10.2006

Dieser Film ist einer der Schönsten Filme den ich jeh gesehen habe,ich habe schon viele Filme gesehen, doch dieser ist die nummer 1 auf meiner Filmliste. Die weiße Massai als buch habe ich leider noch nicht gelesen, dies werde ich aber noch tun. EIN MEGA TOLLER FILM. *SUCHTGEFAHR* IN TOP 100 DER KINOFILME DIE NUMMER 1.
BY sagt Matthias Seidel.

Martina M. · 24.04.2006

Also ich finde den Film echt sooo verdamt geil,das kann sich keiner Vorstellen.Seitdem ich den Film geguckt habe,denke ich nur noch daran.Ich muss ganz oft an den Ende denken,vorallem wie er da vor dem Bus steht und sagt"Ich weiß genau du wirst nie wieder zurück kommen." Das hat mich richtig zum nachedenken gebracht.Wie schlimm muss das sein,zu wissen,das sie nie wieder zurück kommt und man sein Kind nie wieder sieht.Sie waren beide am Anfang soo Glücklich gewesen und leider hat es sich so zum schlechten gedreht.Ich hab mir den Film gleich am Tag danach nochmal angeschaut,weil ich einfach nicht davon loskomm wie er es gesagt hat.Er tut mir richtig leid.Ich bin so faziniert von den Film,das ich am líebsten "Die Weiße Massai" mal in wirklichkeit kennenlernen würde.Einfach nur spitze...

denise · 19.01.2006

hi, ich finde "die weiße massai ist ein film der anderes ist als die filme auf die ich sonst der stehe. aber genau deshalb find ich den film soooo gut.

Jessica Kröger · 01.01.2006

Also ich habe das Buch gelesen den Film gesehen und bin derzeit am 2 Buch und werde garantiert auch das 3 Buch lesen und mir ihre Dvd anschauen wiedersehen in Barsarloi ich finde alles gut sei es das Buch oder der Film aber warscheinlich kann auch nur jemand das verstehen der Afrika liebt der es verstehen kann der diese Frau verstehen kann und wenn ich lese solche bemerkungen von Männern oder Frauen langweilig oder ich will im Kino mehr sehen bin ich erschüttert denn ich finde es langweilig im Kino immer den gleichen scheiß zu sehen Horror Blut irgendwer metzelt den anderen ab, so ohne sinn und Verstand. Diese Frau erzählt hier ihre Lebensgeschichte und ich finde es schon sehr mutig was sie getan hat Hut ab. Aber wie gesagt warscheinlich kann man es wirklich nur verstehen wenn man mit seinem Herz an Afrika hängt denn wer das Land kennt und liebt und für andere Kulturen offen ist nur dann kann man es vieleicht verstehen.

Lilly · 11.11.2005

Ich muss oft an Pater Bernardo denken. Leider habe ich das Buch nicht gelesen, deshalb weiss ich nicht, ob er wirklich so ist, wie im Film dagestellt. Obwohl er anfangs ziemlich grob und unfreundlich wirkte: Schlußendlich hatte er in so vielem Recht:
"Ich würde ihnen nicht so lange in die Augen schauen. Den Männern, meine ich. Es könnte falsch verstanden werden."
Worauf sie große Augen macht:"Aber ich muss doch meine Kunden anschauen! Machen Sie sich mal keine Sorgen um mich!" Darauf Pater Bernardo leise: "Um Sie mache ich mir ja auch keine Sorgen...."

Wie gesagt, keine Ahnung, ob es diese Warnung tatsächlich gegeben hat. Aber wenn ja, war es ein Riesenfehler, sie nicht zu befolgen. Immerhin lebt der Pater schon seid zwanzig Jahren dort.
Und was ich auch nicht verstehe: Warum hat Carola/Corrine nicht versucht, die Massai-Sprache zu lernen wie Pater Bernardo?

Gegen die Beschneidungstradition hätte ich mich auch gewehrt, "Das ist Tradition, das muss man aktzeptieren!" damit macht man es sich zu einfach. Aber ich hätte mein Ziel langfristig verfolgt, hätte zuallererst die Sprache gelernt und dann nach und nach mit einzelnen Frauen behutsam darüber geredet.
Denn nicht jede Tradition ist gut und richtig, bloss weil sie uralt ist. Das wäre eine grosse Chance gewesen.

Im Film wird das alles tatsächlich folgenlos abgehandelt. Dem Zusachauer werden kleine Brocken hingeworfen: "Das ist anders in Afrika und dieses" aber ob und wie es die Hauptfigur verändert wird nicht beschrieben.

Hans-Jürgen · 19.10.2005

Schaurig! "Die weiße Massai" ist wie Rosamunde Pilcher oder der ganze andere traurige Rest an Schmalzfilmen, wie sie in ARD und ZDF laufen. Selten habe ich mich über einen solch langweiligen Film geärgert.

Ja, so sieht wohl das Kinoprogramm für all die halbgebildetenb "Brigitte"- und "Für Sie"-Leserinnen aus.

· 27.09.2005

Obwohl ich den Film zugegebenermassen aufgrund der wunderschönen Bilder und der faszinierenden Hauptdarsteller sehr genossen habe, muss ich Herrn Lodahl absolut recht geben. Wer sich als aufgeklärte Schweizerin auf eine solche Beziehung einlässt, sollte dies auch ganz tun und nicht eine Missionierung durch die Hintertür betreiben. Wenn man sich entschließt, in eine so abgeschlossenen Gesellscahft einzudringen, muss man sich auch anpassen. Ich sehe nicht, inwiefern Carola von ihrem Mann besonders unterdrückt wird, vor allem ist es nicht angebracht, an ein Volk, das nicht darum gebeten hat, Europäische Frauen in ihrer Mitte aufnehmen zu dürfen, diesbezüglich unsere Maßstäbe anzusetzen. Dass ihr Mann mit der Entwicklung nicht zurecht kam, ist fast zwingend. Sollte es tatsächlich so gewesensein, dass sie dort auch noch den Alkohol eingeführt hat, ist das unverzeihlich. So unverantwortlich sie sich dort eingenistet hat ist sie auch nach vier Jahren wieder verschwunden -ihre Tochter scheint ihren Vater bis Heute nicht zu sehen falls meine Informationen richtig sind.

Stefanie Moosker · 27.09.2005

Meine Güte, was für eine blöde Kuh. Die Autorin der autobiografischen Vorlage muss wohl völlig daneben sein. Wie kann man sich so in einer fremden Kultur hineindrängen und dann sich, nachdem man erfahrungsgemaß gescheitert ist, dann so als Opferlamm präsentieren? Und dann wird auch noch solch ein Schmalzfilm dazu gedreht. Selten habe ich mich zugleich so geärgert und gelangweilt. Im Kino will ich mehr sehen als einen dieser TV-Filme oder eine verfilmte "Human INterest"-Story wie bei Johannes B. Kerner.

· 17.09.2005

Ich war heute mit zwei Bekannten in dem Film, die das Buch gelesen hatten. Ich selbst kenne das Buch nicht. Unser Fazit: wer das Buch kennt, wird von dem Film enttäuscht sein. Und wer es nicht kennt, wird den Film nicht verstehen. Denn die Handlung ist sehr lückenhaft, ein durchgehender Handlungsstrang hat mir völlig gefehlt. Dass sie etwa vier Jahre in Kenia gewesen sein muss, erschloss sich mir nur durch das Alter der Tochter am Ende. Warum sie am Ende so völlig verzweifelt ist, kann man allein durch den Film nicht wirklich nachvollziehen. Sie musste doch damit rechnen, dass das Leben mit einem Massai nicht so ist wie daheim in der Schweiz. Für mich lässt dieser Film mehr Fragen offen als er beantworten kann.

· 17.09.2005

natürlich geht es auch um die taten in dem film! immerhin wurde hier eine lebensgeschichte verfilmt...
aber ich stimme mit der rezension auf dieser seite insofern überein, dass carola im film sehr egoistisch und wenig kompromissbereit erscheint. es gibt mal ein "I´m sorry", aber sie versucht sich scheinbar nicht den traditionen der anderen kultur anzupassen, sondern will dieser eher ihre eigenen gewohnheiten einprügeln. schade!

· 16.09.2005

Ist das unter mir das Zucken der PR. Schade um Frau Huntgeburth sie hat früher wirklich gute Filme gemacht. Doch dieser Film ist einfach nur schwach.

XXX · 16.09.2005

Wundervoll dargestellt. Was wird hier überhaupt gemeckert. Um die Taten geht es nicht, sondern um das Gesamtprodukt. Einfach nur schön.

Ze · 16.09.2005

Dieser Film hat mich umgehauen...obwohl cih sehr kritisch bin wenns um Filme geht.

aNika · 15.09.2005

Im Gegensatz zum Buch fehlte mir die Story. Lemalian ( im Buch und im wahren Leben "Lketinga" ) hingegen macht das mit seinem stolzen und überschönem Anblick ( einfach nur SCHÖN ) alles wieder wet. Nina Hoss hat die im Film namentliche Carola umwerfend dargestellt. Und an sich ist es ein wirklich überaus wertvoller, beeindruckender fesselnder und ehrlicher Streifen einer wahren Begebenheit über das infizierende Feeling Afrikas und deren traditionell-gebliebenen Massai

Sophie · 15.09.2005

Der Film ist klasse und ich weiß auch nicht was ihr an ihm so schlecht findet!

Tobias Sunderdiek · 14.09.2005

Frauentümelnder Superkitsch im Stile einer exotisch angehauchten Hedwig Courts-Mahler - so trivial wie dieses "Frauenschicksal" kommen leider ja sonst nur ZDF-Filme der Woche daher. Schaurig!

Inge · 09.09.2005

Der Film hat viele schöne Bilder und gibt einen Eindruck von dem einfachen, naturverbundenen Leben in Afrika. Nina Hoss macht die Hauptfigur zwar zu einer sympathischen Frau, inhaltlich konnte ich mir jedoch nicht den Eindruck verwehren, dass sich Carola auf einem Egotripp ohne jegliche Selbstzweifel befindet! Dass sie in diesem naturverbundenen Erdteil einen Laden mit westlichen Kulturgütern eröffnet, wurde leider keineswegs kritisch beurteilt! Sie scheint auch keine Verbindung darin zu sehen, dass genau dadurch der Alkohol Einzug ins Dorfleben fand, und ihr Mann zum Alkoholiker wurde!
Neben der Beschneidungsszene und den grausamen Szenen, in denen lebende Tiere aufgeschlitzt werden, ist vor allem der Akt des Haarewaschens à la "Jenseits von Afrika" sehr störend.

Tom · 09.09.2005

Lieber Herr Kritikus,
den 1. Satz vergessen wir lieber mal oder? Wir wissen ja alle, wie viele Filme aus/über Afrika es gibt und wie viele davon wirklich "Kinoerfolge" waren/sind. Kino aus/über Afrika läuft m.E. nicht gerade an jeder Ecke. Gerade weil Afrika atemberaubend schön sein kann, lassen sich vor diesem Hintergrund Konflikte klarer darstellen. Herr Tavernier darf das in seinem Kambodscha-Film ja auch...
Aber so shiny happy wars doch gar nicht: was ist denn idyllisch daran, wenn Carola auf einem Ziegenfötus ausrutscht? Ich kannte das Buch nicht, war eher skeptisch und muß sagen, dass ich den Film mag... Handwerklich sehr gut gemacht, mit guten Schauspielern (Frau Flint als Wessi-Drop Out ganz toll, denn evtl wäre Carola ja in ihrem Touri- Liebeswahn noch rechtzeitig gescheitert, wenn sie auf ihrem Weg ins Heart of Darkness nicht gleich die ach so kluge "Elisabeth" getroffen hätte?) Lemalian ist mir in der Tragik seiner traditionellen Männerrolle auch sympathisch „I know you will never comeback“...
Nicht so gefallen hat mir, dass Lemalians Familie und die Dorfbewohner nicht synchronisiert wurden, das reduziert sie ein bischen zur Deko. Es hätte den Film etwas authentischer gemacht. Und ein bischen deutsch/ernsthaft ist er schon. Interessant wird sein, wie der Film im Ausland aufgenommen wird. Hoffentlich wird er auch in Afrika zu sehen sein.

Regina · 09.09.2005

Offener Brief an Filmkritiker Holger Lodahl:

Sehr geehrter Herr Lodahl,
schade, dass Sie als Filmkritiker so wenig professionelle Distanz zu der Frau-Mann-Problematik des Filmes haben. Sie glauben also ernsthaft, Carola sei egoistisch ? Sie sind wirklich der Ansicht, dass Lemalian an der Stärke seiner Frau zerbrechen muss ? Sie meinen ernstlich, dass Carola mehr Verständnis zeigen sollte ? Mit Verlaub, sind Ihnen da nicht Ihre männlichen Projektionen im Weg ?
Ich als Zuschauerin habe Carolas Rolle (und letztendlich ist es ja nicht nur eine Rolle, sondern ein wahres Schicksal) völlig anders empfunden. Carola hat ihr bisheriges, sehr behütetes Leben aufgegeben, um Lemalian zu folgen. Die erste sexuelle Begegnung ist zutiefst erniedrigend für Carola - und trotzdem bleibt sie bei ihm. Sie akzeptiert die archaischen und frauenfeindlichen Rituale der Massai. Sie bittet Lemalian bei Streitigkeiten permanent um Entschuldigung - Herr Lodahl, was soll sie denn noch tun ? Ist Ihnen das nicht genug schmerzliche Selbstaufgabe ???
Ich als Zuschauerin habe mich unablässig gefragt, warum Carola sich so erniedrigen lässt. Als sie ihren Laden eröffnet, ist das natürlich nicht nur in ökonomischer Hinsicht wichtig. Dieser Laden gibt ihr wenigstens ein bisschen Würde zurück.
Würde, die ihr ihr drogenabhängiger, gewalttätiger Mann Tag für Tag raubt.

Ich wünsche mir wirklich, Herr Lodahl, dass in Europa im 21.Jahrhundert nicht immer noch solche völlig veralterten Geschlechterstereotypen verbreitet werden.

Der Redaktör · 09.09.2005

Bidl dir doch einfach eine eigene Meinung. Filmkritiken sind immer eine subjektive Angelegenheit, auch wenn manche Kritiker etwas anderes behaupten. Und vielleicht bildet der Film ja genau deine Ideen und Assoziationen zu dem Buch ab.

Carolin Jetzinger · 09.09.2005

Dieser Film berührt sehr. Denn man erkennt wie schwierig es ist, verschiedene Kulturen zu vereinbaren. Da kann die Liebe noch so groß sein.

Bettina · 05.09.2005

Ich hatte mich sehr auf diesen Film gefreut, aber da ich gerade noch dabei bin, von diesem Buch zu schwärmen, denke ich, ich werde mir den Film nicht ansehen - die Faszination der Phantasie soll nicht verloren gehen.
- Schade, dass man aus so gutem Material nicht alles heraus holen kann -

· 04.09.2005

klasse buch , geiler film

Verena · 23.08.2005

Ich bin sehr enttäuscht über das was ich gelesen habe, denn ich habe das Buch innerhalb von einem Tag in mich eingezogen. Ich war begeistert und habe es inzwischen schon 6 oder 7 mal gelesen. Hatte mich schon auf den film gefreut, doch wenn er so ist wie beschrieben warte ich bis er auf dvd kommt und gehe nicht ins Kino!

Miriam N. · 04.10.2005

Also ICH finde den Film ziemlich gut! Ein gutes, gefühlvolles Drama, wo man auch schon mal sentimental werden kann. Ich finde den Film an manchen Stellen total traurig, besonders am Ende. Es stimmt schon, dass manche Stellen nicht so ganz sinnvoll oder logisch erscheinen, aber sooo schlimm ist es doch jetzt auch nicht!
Guckt euch den Film mal richtig an, ohne das ihr auf alle Fehler achtet!
"Die weisse Massai" ist aufjedenfall empfehlenswert zu gucken!

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