Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen

Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein düsteres Psycho-Drama von Claude Chabrol

Nackt sonnt sich die wunderschöne und charismatische Julie (Romy Schneider) im Garten der Villa ihres millionenschweren, älteren Ehemannes Louis (Rod Steiger) an der Küste von Saint-Tropez, als ein verirrter Windvogel sich geradewegs auf ihrem wohlgeformten Popo niederlässt. Bald darauf erscheint der junge Schriftsteller Jeff (Paolo Giusti) aus der Nachbarschaft auf dem Anwesen, verlegen angesichts der unbekleideten Frau, die ihm bedeutet, doch seinen Drachen wieder an sich zu nehmen. Dann dreht sie sich gelassen um und fragt: "Brauchen Sie sonst noch etwas?"
Dass diese Begegnung zwischen Julie und Jeff rasch zu einer geheimen Liebschaft führt, ist keine Überraschung, zumal die Ehe des trunksüchtigen Louis mit der kühlen, mittellosen Julie als Resultat eines für beide günstigen Arrangements unter keinem guten Stern steht und sich längst eine körperliche wie emotionale Distanz etabliert hat. Jeff wird von nun an gelegentlich bei dem Paar zu Besuch sein und auch bleiben, wenn Louis betrunken zu Bett geht, und in dieser Konstellation entsteht bald der Plan, den Millionär schlichtweg zu beseitigen, um mit seinem Vermögen ein luxuriöses Leben zu bestreiten.

Am 29. Mai jährt sich der Todestag von Romy Schneider zum 30. Mal, nachdem die berühmte deutsch-französische Schauspielerin 1982 im Alter von 42 Jahren in Paris verstarb. Neben Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen, der bei FilmConfect innerhalb der "Edition Cinema Francais" platziert ist, erscheinen in diesen Tagen zahlreiche Filme mit der aparten Diva, die sich innerhalb ihres bewegten Lebens ein weltweites Renommée als mehrfach ausgezeichnete Charakterdarstellerin erspielt hat und deren Popularität zuvor mit ihrer legendären Rolle als "Sissi" unter der Regie von Ernst Marischaka ins Unermessliche stieg.

Dass sie eine sehr schöne Frau ist, bekommt die als Witwe geltende Julie in diesem kriminalistischen Drama von Claude Chabrol aus dem Jahre 1974 des Öfteren zu hören, und erscheint sie auch zunächst als knallhart kalkulierende Komplizin in Sachen Mord, entwickeln sich die Ereignisse dann doch undurchschaubar für die attraktive Femme Fatale, die von den Kommissaren Larmy (François Maistre) und Villon (Pierre Santini) ganz gehörig unter die Lupe genommen wird. Als sie erfährt, dass Jeff verunglückt sein soll, verliert Julie allmählich die Kontrolle über ihre prekäre Situation, und dann taucht auch noch der vermeintlich tote Louis wieder auf ...

In seiner düsteren, schattenreichen Inszenierung beschwört Claude Chabrol ein wendungsreiches, raffiniert konstruiertes Psycho-Drama herauf, dessen berechnende Protagonisten in ihrer egozentrischen Gier schließlich erbärmlich scheitern. Mit ausführlich aufgebauter Spannung konzentriert sich Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen zunehmend auf die moralischen Aspekte der Geschichte nach dem Roman The Damned Innocents von Richard Neely, die vor allem die letztlich tragische Figur der verführerischen Frau fokussiert, die am Ende in traumatischer Einsamkeit zurückbleibt.

Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen

Nackt sonnt sich die wunderschöne und charismatische Julie (Romy Schneider) im Garten der Villa ihres millionenschweren, älteren Ehemannes Louis (Rod Steiger) an der Küste von Saint-Tropez, als ein verirrter Windvogel sich geradewegs auf ihrem wohlgeformten Popo niederlässt. Bald darauf erscheint der junge Schriftsteller Jeff (Paolo Giusti) aus der Nachbarschaft auf dem Anwesen, verlegen angesichts der unbekleideten Frau, die ihm bedeutet, doch seinen Drachen wieder an sich zu nehmen. Dann dreht sie sich gelassen um und fragt: "Brauchen Sie sonst noch etwas?"
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