Die sündigen Nonnen von St.Valentin

Die sündigen Nonnen von St.Valentin

Die Wonnen der Nonnen

Nach der Nennung des Filmtitels Die sündigen Nonnen von St. Valentin verabschiedet sich in der Regel bereits die erste Hälfte des Publikums und die übrig gebliebene ist nach der Ansicht des Films wahrscheinlich enttäuscht. Denn in bester Tradition schneidigen Exploitationhandwerks verspricht der Titel sensationsheischende Szenerien, die am Ende gar nicht geboten werden. Stattdessen vermischt Regisseur Sergio Grieco in seinem Drehbuch das durch Shakespeares Romeo und Julia bekannte Grundmotiv eines Liebespaares aus zwei verfeindeten Familien mit der kirchlichen Inquisition.
Der junge Esteban Alborno (Paolo Malco) flüchtet vor den Schergen der Inquisition zum Kloster St. Valentin, wo sich seine große Liebe, die angehende Nonne Lucita Fuentes (Jenny Tamburi), aufhält. Eine anonyme Anzeige bezichtigt Esteban des Mordes an einem Bischoff sowie der Ketzerei. Verwundet schleppt er sich zur Pforte des Konvents, wo sich der Küster seiner annimmt und ihn versteckt. Esteban möchte gemeinsam mit Lucita fliehen, die sich nur deswegen im Kloster befindet, weil ihr Vater die Heirat mit dem jungen Mann aus der befeindeten Alborno-Familie verhindern will. Doch zunächst einmal muss Estebans Wunde verheilen. Während er in einer Geheimkammer ausharrt, taucht Vater Onorio (Corrado Gaipa) im Kloster auf. Als Inquisitor von Sevilla geht er nicht nur Estebans Spur nach, die nach St. Valentin führt, er muss auch den Mord an Lucitas Zimmergenossin Josefa (Bruna Beani) untersuchen. Dabei gerät Lucita ins Fadenkreuz der Inquisition, aus deren Fängen sie nur mit Estebans Hilfe befreit werden kann. Der junge Mann muss aus dem Verborgenen zuschlagen, will er erfolgreich sein.

Eine lesbische Novizin, die aber gar nicht dazu kommt, ihre Neigung offen auszuleben, ein paar Oben-ohne-Aufnahmen einzelner Nonnen – unter anderem gefesselt beim Verhör – und eine Mutter Oberin (Françoise Prévost), die ihre sexuellen Wünsche nicht unterdrücken kann und sich Männer ins Bett holt. Das sind die dürren Handlungsfakten, die für das Etikett "sündige Nonnen" herhalten müssen. Dabei hat sich Grieco die Mühe gemacht, auch diese Aspekte mit dem zentralen Liebesdrama zwischen Esteban und Lucita zu verbinden. So versucht der junge Mann die Schwäche der Äbtissin für seinen Vorteil auszunutzen, um mit ihrer Gunst die Befreiung Lucitas voranzutreiben. Hinter den Klostermauern verdichten sich die Machtansprüche der Kirche mit ihrem inquisitorischen Vorgehen, die dadurch ein allumfassendes Klima der Angst sowie des Misstrauens geschaffen hat, unterdrückte Sehnsüchte und die Liebe zu einer widerstreitenden Gemengelage menschlicher Emotionen. Die Konzentration auf die Räume und dunklen Gänge des Klosters unterstützt die unheilvolle Druckatmosphäre, die über allen Figuren schwebt.

Der Liebesbeziehung zwischen den beiden jungen Menschen, die als reine Ausprägung unschuldiger Zuneigung präsentiert wird, stehen die Ränke der sonstigen Menschen gegenüber. Die Missgunst auf Seiten der Eltern Lucitas, die schmierige Art Vater Onorios und die übermächtige Äbtissin verkörpern die andere Seite der menschlichen Natur, gegen deren schädlichen Einfluss man ankämpfen muss. Denn sie sorgen dafür, dass das Leben für Andere zur Pein wird.

Dass Grieco das eine oder andere Mal das Tempo zu stark rausnimmt, kann man ihm angesichts der bruchlos ineinandergreifenden Handlungsteile nachsehen, die man bei einem Film namens Die sündigen Nonnen von St. Valentin nicht unbedingt erwarten kann. Durch den Verzicht auf übertrieben spekulative Bilder gelingt es ihm zudem, dass der kirchenkritische Unterton nicht übertüncht wird. Die Institution erscheint als Bedrohung für die Unschuld.

Bei der Bildqualität darf man natürlich nicht erwarten, dass der Film mit aktuellen Werken mithalten kann. Die analogen Bilddefekte halten sich in Grenzen. Die Schärfe schwankt zwischen sehr matschigen Aufnahmen und solchen, die klarer erscheinen. Zum Teil kommt es auch zu Unschärfen in den Randbereichen, während das Zentrum ordentlich aussieht. Der Detailreichtum schwankt ebenfalls, vor allem Außenaufnahmen sehen schwächer aus. Die Farben sind etwas ausgebleicht. Teilweise sind am rechten und linken Bildrand milchige Schleier zu sehen. So dramatisch sich die Auflistung auch anhören mag, so dramatisch ist das Ergebnis letztlich nicht. Der Film kann sich angesichts des Seltenheitswertes durchaus sehen lassen. Die Qualität erinnert an eine zumeist gut erhaltene Kinokopie älterer Produktion.

Der Ton ist auch hörbaren Schwankungen unterworfen. Das gilt vor allem für das Hintergrundrauschen, das mal stärker und mal schwächer zutage tritt. Verständlich sind die Dialoge aber stets. Leichte Verzerrungen fallen ebenso auf, wie das fehlende Volumen der Sprache.

Stefan Dabrock

Die sündigen Nonnen von St.Valentin

Nach der Nennung des Filmtitels "Die sündigen Nonnen von St. Valentin" verabschiedet sich in der Regel bereits die erste Hälfte des Publikums und die übrig gebliebene ist nach der Ansicht des Films wahrscheinlich enttäuscht. Denn in bester Tradition schneidigen Exploitationhandwerks verspricht der Titel sensationsheischende Szenerien, die am Ende gar nicht geboten werden.
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