Die Standesbeamtin

Die Standesbeamtin

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

"Die Liebe in der Schweiz hat ihren ganz besond'ren Reiz"

Dass die Liebe in der Schweiz ihren ganz besond’ren Reiz hat, davon sang Liselotte Pulver bereits in der charmanten Komödie Die Zürcher Verlobung aus dem Jahre 1957 unter der Regie von Helmut Käutner. Ebenfalls von Liebesdingen im Land der Eidgenossen handelt auch Micha Lewinskys neues Werk Die Standesbeamtin. Leider ist dieser Film aber nicht halb so amüsant geraten wie Käutners augenzwinkernde Dreiecksgeschichte. Was vor allem an der Vorhersehbarkeit der Geschichte liegt, die nur wenig von mittelmäßigen Privat-TV-Produktionen deutscher Herkunft unterscheidet – wären da nicht die Dialoge. Die sind nämlich samt und sonders in Schwizerdütsch gesprochen. Zur Not versteht man den Film allerdings auch ohne Kenntnis des Schweizer Idioms.
Der Film erzählt die Geschichte der Standesbeamtin Rahel Hubli (Marie Leuenberger), die Tag für Tag junge Paare in den Bund der Ehe führt. Doch um ihr eigenes Liebesleben ist es nicht gerade zum Besten bestellt. Ihre Ehe mit dem Grafiker Thomas (Beat Marti) ist von Streitereien und Unzufriedenheit geprägt und eigentlich längst am Ende – wäre da nicht der gemeinsame Sohn Flo (Luca Majer). Wie schön die Liebe früher mal war, das kommt Rahel erst wieder in den Sinn, als sie ihre Jugendliebe Ben (Dominique Jann) wieder trifft, einen erfolgreichen Musiker, mit dem sie einmal liiert war. Allerdings hat Ben ein Anliegen – er will heiraten. Und ausgerechnet Rahel soll ihn trauen. Unnötig zu erwähnen, dass Bens zukünftige Gattin Tinka (Oriana Schrage) sich als exzentrische deutsche Zicke herausstellt. Es kommt, wie es kommen muss: Schnell entdecken Rahel und Ben, dass sie durchaus noch Einiges füreinander empfinden.

Mann muss kein Prophet sein, um diesem Film nur recht geringe Chancen in der derzeitigen deutschen Kinolandschaft zu attestieren: Eine Romantic Comedy aus der Schweiz mit völlig unbekannten Schauspielern und zudem ohne deutsche Synchronisation  — das klingt entweder nach mutiger Planung und echtem Kultfilmpotenzial oder nach einem recht vorhersehbaren Flop. Wobei in diesem Fall bei allem Wohlwollen wohl eher die negative Prognose zutreffen wird. Zu sehr erinnert das Ergebnis nämlich an vorhersehbare Fernsehkost der leichten Art. Und genau davon gibt es im Kino leider sowieso schon genug.

Durch und durch bieder, mit meist wenig gelungenen Slapstick-Einlagen und Klischees am laufenden Band überzeugen bei dieser hanebüchenen Geschichte eigentlich nur die durchweg guten Darsteller – allen voran Marie Leuenberger. Doch auch sie kann nicht verhindern, dass man sich nach dieser Romantic Comedy schleunigst wieder nach Lilo Pulver, Paul Hubschmid und Bernhard Wicki und ins Jahr 1957 zurücksehnt. Die Liebe in der Schweiz, sie ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.

Die Standesbeamtin

Dass die Liebe in der Schweiz ihren ganz besond’ren Reiz hat, davon sang Liselotte Pulver bereits in der charmanten Komödie „Die Zürcher Verlobung“ aus dem Jahre 1957 unter der Regie von Helmut Käutner. Ebenfalls von Liebesdingen im Land der Eidgenossen handelt auch Micha Lewinskys neues Werk „Die Standesbeamtin“.
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Meinungen
FF · 06.01.2010

Ein toller, schöner und lustiger Film. Die Schauspieler sind genial. Der Film ist schwer zu empfehlen

catharina · 14.11.2009

..da kann ich nur zustimmen. War auch mit meiner Freundin drin und wir werden sicher nochmals reingehen.Wunderbar,fantastische Schauspieler,klasse Drehbuch-einfach klasse!

Jutta Krüger · 06.11.2009

Ich habe den Film mit meiner Freundin gesehen und wir waren total begeistert,....da hätte man noch stundenlang zuschauen können...ein wunderbarer Film mit wunderbaren Hauptdarstellern
(wir geben dem Film 6 Sterne ******)

Kommentare

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