Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders

Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Ein hartes Leben

Die Verfilmung des Romans von Daniel Defoe (Robinson Crusoe) entstand 1996 für das Fernsehen. Als Zweiteiler hat die Inszenierung mehr Zeit, die Geschichte sich entfalten zu lassen. Optisch ansprechend umgesetzt, irritiert Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders jedoch stets aufs Neue, weil die vierte Wand durchbrochen wird und Moll immer wieder den Zuschauer direkt anspricht.
Moll Flanders sucht nach dem richtigen Mann. Der erste meint es nicht ernst mit ihr, der zweite stirbt schon kurz nach der Eheschließung und der dritte ist gar ein Hochstapler. Aber damit beginnen die amourösen Abenteuer erst, die sie schließlich hinter Gitter bringen …

Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen. David Attwoods Film verströmt britisches Flair und wirkt sehr authentisch, was die Gebäude, aber auch die Kostüme betrifft. Man wähnt sich wirklich in einem England längst vergangener Zeiten, in dem Menschen gezwungen sind, Dinge zu tun, die abscheulich sind. Hauptdarstellerin Alex Kingston ist die Idealbesetzung für Moll Flanders. Es gelingt ihr, sie trotz all der schäbigen Dinge, die sie tut, weiterhin sympathisch zu gestalten. Im wahren Leben würde man eine Frau wie sie verabscheuen, hier drückt man ihr jedoch die Daumen, dass ihre Pläne Erfolg haben. Aber man weiß natürlich, dass dem nicht so ist. Der Film schreckt folgerichtig nicht davor zurück, ein bitteres Ende zu finden.

Neben Alex Kingston gibt es hier ein Wiedersehen mit Diana Rigg, die 30 Jahre zuvor Emma Peel in Mit Schirm, Charme und Melone war. Zudem gibt sich auch Daniel Craig die Ehre – zehn Jahre, bevor er zu James Bond wurde.

Eine aufwendige und flott erzählte Geschichte, die keineswegs steif oder altmodisch erscheint, sondern Daniel Defoes Klassiker mit Verve umgesetzt hat. Sehenswert.

Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders

Die Verfilmung des Romans von Daniel Defoe ("Robinson Crusoe") entstand 1996 für das Fernsehen. Als Zweiteiler hat die Inszenierung mehr Zeit, die Geschichte sich entfalten zu lassen. Optisch ansprechend umgesetzt, irritiert "Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders" jedoch stets aufs Neue, weil die vierte Wand durchbrochen wird und Moll immer wieder den Zuschauer direkt anspricht.
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