Die rote Zora

Die rote Zora

Eine Filmkritik von Marie Anderson

...und ihre Bande

Denkt man an die Figuren starker Mädchen, die in der Kinder- und Jugendliteratur und ihren Verfilmungen das Heranwachsen ganzer Generationen begleitet haben, so fällt auf, dass rote Haare nicht selten ein Markenzeichen derselben darstellen. Als Vorläuferin der berühmten und unerschrockenen Heldinnen von Astrid Lindgren, allen voran die unangefochtene Ikone Pippi Langstrumpf, gehört sicherlich auch die rote Zora aus der Erzählung Die rote Zora und ihre Bande von Kurt Kläber alias Kurt Held aus dem Jahre 1941 zu diesem Kreis der frechen jungen Weiblichkeiten, die sich mit leuchtender Signalwirkung gegen die starren Autoritäten ihrer Zeit und Gesellschaft auflehnen und doch dabei das Herz auf dem richtigen Fleck haben, vor allem was die Unterstützung oftmals armer, kauziger Randexistenzen anbelangt, mit denen sie nur allzu gern paktieren. In einer Zeit, zu der das Schlagwort der Kinderarmut durch die Medien vagabundiert und entsprechende Statistiken über die kargen Lebenssituationen der armen Kinder und ihrer Familien in Deutschland alarmierende Zahlen transportieren, kommt nun eine neue Inszenierung der Geschichte des wachen, mutigen Waisenmädchens und seiner Gefährten mit prominenter Besetzung in die Kinos, die Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre erstmals als sehr erfolgreiche Serie im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Es sind arme Waisenkinder, aus denen sich die Bande der roten Zora (Linn Reusse) rekrutiert, die in einem Küstenort im Kroatien der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts wie Pech und Schwefel zusammenhält und ihr bescheidenes Überleben hauptsächlich durch Räubereien organisiert. Eines Tages kommt der 12jährige Branko (Jakob Knoblauch) auf der hoffnungslos anmutenden Suche nach seinem Vater, über den er kaum etwas weiß, in das Städtchen, dessen Mutter vor kurzem verstorben ist, und wird Zeuge eines heimtückischen Komplotts des korrupten Bürgermeisters Ivekovic (Dominique Horwitz) und des mächtigen Fischgroßhändlers Karaman (Ben Becker), das darauf abzielt, ein Handelsmonopol zu errichten und die kleinen Fischer wie den gutmütigen Gorian (Mario Adorf), der sich häufig für die benachteiligten Kinder des Ortes einsetzt, aus dem Geschäft zu drängen. Doch nur allzu rasch gerät Branko selbst in Schwierigkeiten und landet im Gefängnis, wo er allerdings bald von der trickreichen Zora befreit wird, die den ernsthaften Jungen in den Schutz ihrer Bande aufnimmt, zunächst sehr zum Missfallen ihres Kumpanen Duro (David Berton), der eine Weile und einige Abenteuer brauchen wird, bevor er den Neuen schließlich akzeptiert. Und diese stehen reichlich bevor, sei es in der Konfrontation mit den privilegierten und blasierten Gymnasiasten oder bei den Versuchen, dem verzweifelt um seine Existenz kämpfenden Fischer Gorian beizustehen und Ivekovic und Karaman als bösartige Ränkeschmiede zu entlarven. Doch auch innerhalb der eingeschworenen Bande gibt es Turbulenzen, denn während Zoras Herz sich Branko zuwendet, der sich fatalerweise ausgerechnet für Zlata (Nora Quest), die Tochter des Bürgermeisters interessiert, schwärmt Duro bereits lange insgeheim für Zora und ist seit Brankos Auftauchen doppelt bemüht, sie zu umwerben. Als die gesamte Bande jedoch schließlich verhaftet und vor Gericht gestellt wird, haben die jungen Rebellen erst einmal ganz andere Sorgen, denn der erzürnte Karaman fordert eine extrem harte Bestrafung …

Es sind sicherlich nicht zuletzt die sensibel installierten Ambivalenzen und Zerrissenheiten der jungen Charaktere, die innerhalb einer für sie so desolaten und feindlich gesinnten Welt um ein würdiges Überleben kämpfen, die auch heute noch das Besondere und Berührende an der Geschichte der roten Zora und ihrer Bande ausmachen, die trotz dieser Ernsthaftigkeiten gleichzeitig auch witzig und spannend gestaltet ist. Die neue, moderne Verfilmung Die rote Zora unter der Regie von Peter Kahane nach dem Drehbuch von Ronald Kruschak mit der Integration hochkarätiger Akteure wie Mario Adorf und Ben Becker sowie sichtbar einem großzügigen Budget ausgestattet mag den Kennern der Geschichte ein wenig wie eine abgerundete Hochglanzversion erscheinen, was dem jungen Publikum jedoch wiederum gefallen dürfte und den ausgefeilten Charme der Geschichte nicht mindert. Dennoch mutet es ein wenig seltsam an, dass gerade diejenigen potentiellen Zuschauer, die ähnlich wie die Filmfiguren unter dem Zustand einer permanenten Armut leiden und von diesen die Möglichkeit einer positiven Identifikation absorbieren könnten, wohl nur in geringem Maße zum Kauf einer Kinokarte in der Lage sein werden.

Die rote Zora

Denkt man an die Figuren starker Mädchen, die in der Kinder- und Jugendliteratur und ihren Verfilmungen das Heranwachsen ganzer Generationen begleitet haben, so fällt auf, dass rote Haare nicht selten ein Markenzeichen derselben darstellen.
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Meinungen
Gastt · 12.04.2008

Einfach ein SUPEER film!!! hab ihn 3mal gesehen und fand ihn jedes mal klasse! Linn ist super und spielt einfach hamma... alle achtung!!! :)

Laura Gerbershagen · 12.02.2008

Ich finde den Film einfach geil. Er ist weiter zu emfehlen. Der film ist Lustig,Spannend,an manchen stellen aber auch traurig!

Er ist einfach suppi

lila · 09.02.2008

Super Film!!!!

Amelie Timmerhues · 31.01.2008

Der Film ist einfach super. Die Kinder finden
ihn einfach abgefahren.
Ein sehr großes Lob an
euch.Macht weiter so gute
Filme und noch viel Glück in der zukunft.Wünscht
euch: Familie Timmerhues

GooMovie · 31.01.2008

Was für ein Schwachsinn. Das ist ja wohl das letzte. Bitte, bitte kauft euch den Roman von Kurt Held, oder die Fernsehserie aus den Siebzigern. Da wird die Zora wenigstens nicht so verhahnepiepelt wie in diesem Machwerk. Richtig großer Mist, eine wunderbare Geschichte, veräppelt und nicht ernst genommen. Was soll die schreckliche Musik??? Das ist ja schlimmer als... Nicht sehenswert!

· 27.01.2008

Absolut Klasse. Sehr empfehlenswert.

Kommentare

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