Die neun Pforten

Die neun Pforten

Eine Filmkritik von Mike Swain

Satanische Bücher

Dean Corso (Johnny Depp) ist so etwas wie ein Buchdetektiv. Im Auftrag begüterter Sammler stöbert er längst vergessene bibliophile Kostbarkeiten auf und überprüft die Echtheit kostbarer Folianten. Dabei ist Corso keineswegs ein harmloser Bücherwurm, der sich gerne in staubigen Bibliotheken oder unterirdischen Archiven vergräbt. Wenn es darum geht die begehrte Ware zu beschaffen, erweist er sich als wenig zimperlich. Mit ein wenig Arglist und Skrupellosigkeit kann der kettenrauchende Einzelgänger nämlich seine ohnehin schon üppige Provision erheblich aufbessern. Seine hohe Erfolgsquote und Rücksichtslosigkeit haben ihn in Sammlerkreisen bekannt gemacht und so tritt eines Tages der schwerreiche Boris Balkan (Frank Langella) mit einem Auftrag an ihn heran, der zwar sehr lukrativ aber ansonsten auch nicht weiter ungewöhnlich erscheint. Balkan hat sich auf okkulte Bücher spezialisiert und ist in den Besitz eines sehr seltenen Exemplars gelangt, dessen Echtheit er angeblich überprüfen lassen möchte. „Die neun Pforten ins Reich der Schatten“, so der Titel des raren Werks, existiert nur noch in drei Exemplaren und Corso soll jetzt Balkans Band mit den zwei anderen vergleichen. Das besondere an dem Buch des venezianischen Autors Aristide Torchia ist jedoch, dass sein Co-Autor der Teufel selbst sein soll.
Bereits jetzt dürfte jedem Zuschauer klar sein, dass hinter Corsos Auftrag mehr steckt als Balkan verrät und auch Corso merkt schnell, dass dies eine Mission sein könnte, der er möglicherweise nicht gewachsen ist. Zunächst wird ein befreundeter Buchhändler, dem Corso den Band zur Aufbewahrung anvertraut hat, ermordet und bald bemerkt Corso, dass sich ein geheimnisvolles Mädchen (Emmanuelle Seigner) an seine Fersen geheftet hat. Doch es ist zu spät, um auszusteigen und so macht Corso sich auf eine Reise durch halb Europa, nicht ahnend, dass er hinter sich eine Spur aus Zerstörung und Mord herziehen wird. Und auch sein Leben ist nicht mehr sicher, doch in der namenlosen jungen Frau, die ihm folgt, scheint Corso während seiner Nachforschungen einen attraktiven Schutzengel gefunden zu haben.

Mit Die neun Pforten kehrte Regisseur Roman Polanski zu seinen filmischen Wurzeln, dem Horrorfilm, den er in Werken wie Rosemary’s Baby zu neuen Höhen geführt hatte, zumindest in abgeschwächter Form, zurück. Denn Die neun Pforten ist eine eher Mischung aus Thriller und Okkultem, die Genregrenzen überschreitet. Basierend auf dem Roman „El Club Dumas“ von Arturo Pérez-Reverte erschuf der polnische Meisterfilmer einen atmosphärisch dichten und detailverliebten Film, der es, trotz manch kleiner dramaturgischer Schwächen, schafft den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und etwas mehr als zwei Stunden mitreißende Unterhaltung liefert.

Die neun Pforten

Dean Corso (Johnny Depp) ist so etwas wie ein Buchdetektiv. Im Auftrag begüterter Sammler stöbert er längst vergessene bibliophile Kostbarkeiten auf und überprüft die Echtheit kostbarer Folianten.
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