Die Klapperschlange (1981)

Die Klapperschlange (1981)

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Flucht aus New York

Nach den Achtungserfolgen, die John Carpenter mit Dark Star und Assault – Anschlag bei Nacht erzielte, wurde es Zeit für den kommerziellen Breakthrough. Mit Halloween wurde 1978, zwei Jahre nach Assault, die Ernte endlich eingefahren. Als 1981 Die Klapperschlange die Kinos enterte, befand sich Carpenter auf seinem Höhepunkt.

1997: Die Zukunft. Der Präsident der USA stürzt mit seiner Air Force One über New York ab und landet somit im größten und sichersten Gefängnis der Welt. Bei sich trägt er ein Tonband mit Daten, die einen vierten (!) Weltkrieg verhindern könnten. Da der Präsident nicht von Harrison Ford, sondern von Donald Pleasence gespielt wird, muss Hilfe von außen ran. Einem Suchtrupp unter der Leitung von Bob Hauk (diabolisch: Lee Van Cleef) wird vom Herrscher über die Stadt, Isaac „Shaft“ Hayes, nahe gelegt, sich möglichst unverzüglich zu verziehen. Einzige Möglichkeit an das Tonband zu kommen – der Präsident ist eher Beiwerk – ist nun der Gefangene Snake Plissken (Kurt Russell, der mit dieser Rolle seinen Weltruhm begründete). Es ist nicht die Aussicht auf Straffreiheit, die Snake den Job annehmen lässt. Mit einer Injektion, die ihn langsam tötet, gefügig gemacht, wird er mit einem Segelflieger in die, von einer gigantischen Mauer von der Außenwelt abgegrenzte Stadt geschickt. Nicht der Weg, das Tonband ist das Ziel. Was Snake erwartet, führt selbst einen harten und furchtlosen Kämpfer wie ihn an seine Grenzen…

Die Klapperschlange ist einer der Meilensteine des Action- bzw. Science-Fiction-Kinos. Mit einem, selbst für damalige Verhältnisse schmalen Budget von fünf Millionen Dollar wird eine Welt erschaffen, die der heutigen gar nicht so fern ist. Ganze Straßenzüge in Flammen, marodierende Horden, Militärdiktatur. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die 1996 gedrehte Fortsetzung Flucht aus L.A. ist im direkten Vergleich zwar aufwändiger, jedoch um einiges zahmer.

Endlich hat man es geschafft, Carpenters Meisterwerk ansprechend auf den DVD-Markt zu bringen. Neben zwei Making of-Features mit Interviews und Trailern gibt es den launigen Audiokommentar mit John Carpenter und seinem Buddy Kurt Russell und einen alternativen Anfang. Ton und Bild sind absolut zufrieden stellend.
 

Die Klapperschlange (1981)

Nach den Achtungserfolgen, die John Carpenter mit Dark Star und Assault – Anschlag bei Nacht erzielte, wurde es Zeit für den kommerziellen Breakthrough.

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Meinungen
Martin Zopick · 08.06.2021

In einer dystopischen Weltlage stürzt der US-Präsident in Manhattan ab. Spezialist Snake (Kurt Russell) holt ihn da raus. Das vorhersehbare Ende schmälert zwar die Spannung, ist aber gut zum Downchillen, denn Kurt haut schon ordentlich drauf, doch die Stunts auch die im Showkampf gegen einen Profi wirken heute wie Kindergeburtstag. Die Nebenfiguren bestimmen den Reiz des Films. Donald Pleasence gibt den Präsidenten relativ unbeeindruckt, da ist der sonst wortkarge Harry Dean Stanton als ‘Brain‘ mit dem Durchblick schon ein ganz anderes Kaliber. Auch der immer freundlich lächelnde, auf einfältig getrimmte Ernest Borgnine erfüllt seine kleine Rolle mit Leben. Ebenso wie die durch ihre Oberweite punktende Adrienne-TheFog-Barbeau. Wenn nichts mehr optische Reize aussendet, lockt sie mit tiefem Dekolleté. Und bis auf den Präsidenten komme alle um. Und dessen Rede war auf einer Cassette, die Kurt, the Snake, austauscht. So ist nur heiße Luft zu hören. Das wichtigste für ihn ist seine optische Darstellung im TV.
Vielleicht ist die hohe Frequenz der Sendetermine verantwortlich für den Kultstatus.

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