Die fünfte Kolonne (DVD)

Die fünfte Kolonne (DVD)

Eine Filmkritik von Martin Beck

Wer war Victor Dunemore?

Was genau versteht man eigentlich unter einer fünften Kolonne? Um diesen Film genießen zu können, wäre es tatsächlich besser, den Begriff nicht zu recherchieren, ansonsten kommt man mehr auf den Trichter als es Regisseur Sheldon Reynolds lieb sein konnte. Der amerikanische Originaltitel, Foreign Intrigue, ist da schon unverfänglicher und passt in seiner generischen Allerweltsaura auch wesentlich besser zu dem Film. Trotz guter Ansätze kommt hier nämlich spätestens ab der Halbzeit allenfalls Durchschnittsspannung beim Zuschauer an.
Das grundlegende Mysterium von Die fünfte Kolonne ist die Vergangenheit von Victor Dunemore, einem amerikanischen Millionär, der eines Tages unerwartet an einem Herzinfarkt stirbt. Als sein Sekretär (Robert Mitchum) kurz danach von verschiedenen Leuten gefragt wird, ob der Mann noch etwas gesagt hätte, wird er soweit neugierig, dass er mehr über den ehemaligen Arbeitgeber herausfinden möchte. Seine Nachforschungen führen ihn quer durch Europa und immer mehr wird klar, dass Dunemore alles andere als ein netter Mensch war. Sein Reichtum ist vor allem durch die Erpressung von Geschätfsleuten entstanden, die während des Zweiten Weltkriegs mit den Nazis zusammengearbeitet haben.

Die fünfte Kolonne basiert auf einer amerikanischen Fernsehserie, die ebenfalls von Sheldon Reynolds betreut wurde, und macht zu Beginn einiges richtig – auch wenn der Tod von Dunemore (=er fällt von einer Leiter) durchaus spektakulärer hätte vonstatten gehen können. Das Mysterium macht neugierig, Robert Mitchum ist wie immer endcool und die ersten Zwiebelschichten, die Richtung Auflösung abgepult werden, bauen geschickt Spannung auf. Als dann aber die Spur in Schweden ankommt, taucht Brita (Ingrid Thulin) auf, eine hübsche jungen Frau, und die ganze Spannung, der ganze Thrill des Falls kommt zu einem knirschenden Stillstand. Aus heiterem Himmel beginnt der Film nun eine Liebesgeschichte, die nicht nur völlig unglaubwürdig ist, sondern auch bis zum Ende schale Nachwirkungen hinterlässt.

Irgendwann ist nämlich das zarte Gesäusel zwar wieder vorbei, doch aus dem roten Spannungsfaden haben sich die Zuschauer inzwischen ein kleines Kuschelkissen gestrickt. Vielleicht war die Dame gerade die Freundin des Produzenten, vielleicht gehörten solche Einlagen damals zum guten Ton, doch unterm Strich zählt leider nur eines: Die Luft ist danach raus, trotz einer Auflösung und eines Showdowns, die nur für sich genommen eigentlich ziemlich gut sind. Und auf ganzer Länge dennoch nichts daran rütteln können, dass Die fünfte Kolonne ins zweite Glied der noirischen Spionagethriller zurückfällt.

Manchmal ist das wirklich komisch, wenn eigentlich alles da ist, um als Gewinner vom Platz zu gehen, und die Zutaten dann einfach nicht richtig klicken wollen. Dieser Film fällt in diese Kategorie, natürlich vor allem wegen der deplazierten Liebesgeschichte, aber auch wegen einer gewissen mechanischen Bauklötzchen-Mentalität, die über die nicht gerade energiegeladene Inszenierung (einige Szenen dauern wirklich e-w-i-g) Robert Mitchum oft einen Schritt hinter dem Zuschauer lässt. Man kann das veränderte Sehgewohnheiten nennen oder vielleicht auch Mittelmaß. Fakt ist auf jeden Fall, dass Die fünfte Kolonne zu wenig aus der Ausgangsidee macht und zu altbacken erscheint, als dass hier eine wirkliche Entdeckung gefeiert werden kann. Die Pidax-DVD weist ein exzellentes Bild und einen immerhin guten Ton auf. Extras gibt es -eine kleine Trailershow ausgenommen- leider gar keine.

Die fünfte Kolonne (DVD)

Was genau versteht man eigentlich unter einer fünften Kolonne? Um diesen Film genießen zu können, wäre es tatsächlich besser, den Begriff nicht zu recherchieren, ansonsten kommt man mehr auf den Trichter als es Regisseur Sheldon Reynolds lieb sein konnte. Der amerikanische Originaltitel, „Foreign Intrigue“, ist da schon unverfänglicher und passt in seiner generischen Allerweltsaura auch wesentlich besser zu dem Film. Trotz guter Ansätze kommt hier nämlich spätestens ab der Halbzeit allenfalls Durchschnittsspannung beim Zuschauer an.
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