Die Frau des Leuchtturmwärters - L'équipier

Die Frau des Leuchtturmwärters - L'équipier

Die Liebe, der Tod und die anderen Dinge des Lebens

Die Ile d’Ouessant ist eine Insel vor der bretonischen Küste, ein wild-romantisches Eiland am (französischen) Ende der Welt. Hierher kehrt Camille (Anne Consigny) zurück, um das Haus ihrer Eltern zu verkaufen, nachdem ihre Mutter verstorben ist. Doch dann bekommt die junge Frau ein Buch zugeschickt, auf dessen Umschlag der Leuchtturm „La Jument“ zu sehen ist, jenen Ort, an dem einst ihr Vater als Leuchtturmwärter arbeitete. Neugierig geworden beginnt sie in dem Buch zu lesen, und sie findet darin eine (wahre) Geschichte aus längst vergangener Zeit, die zugleich ihre Geschichte ist.

Während im fernen Algerien der Krieg tobt, kommt im Jahr 1963 ein Fremder namens Antoine Cassendi (Grégori Derangère) auf die Insel, um das Team der Leuchtturmwärter rund um Yvon (Philippe Torreton) – Camilles Vater – zu verstärken. Antoine ist von Beruf Uhrmacher, doch nach einer Verletzung im Algerienkrieg ist seines linke Hand verkrüppelt und er kann seiner eigentlichen Profession nicht mehr nachgehen. Der Fremde ist von ganz anderem Schlag als die Inselbewohner, freundlich, charmant und gebildet gewinnt er die Herzen der Frauen auf der Insel, die ihn freilich nur aus der Ferne bewundern. Die Männer hingegen lehnen Antoine ab, zu unterschiedlich ist er und zu unpassend.

Besonders Mabé (Sandrine Bonnaire), die Frau von Yvon, ist sichtlich angezogen von Antoine, mühsam versucht sie ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten, zumal Antoine diese durchaus erwidert, doch die verhängnisvolle Mechanik der Liebe hat sich längst in Bewegung gesetzt. Eine Affäre beginnt, die das fragile Gleichgewicht der Insel und ihrer Bewohner nachhaltig erschüttern wird. Und schließlich ist es klar, dass Antoine nicht auf der Insel bleiben kann. Doch sein Aufenthalt hat alles verändert und Spuren hinterlassen, die bis in die Gegenwart von Camille hineinreichen...

Mit meisterhafter Verknappung der filmischen Mittel, exzellenten Schauspielern und grandiosen Naturaufnahmen (Kamera: Patrick Blossier) erzählt Regisseur Philippe Lioret von großen Themen wie Liebe, Tod und Leben so präzise und unaufdringlich, wie man es nur selten im Kino findet. Statt weitschweifiger Dialoge und großer Gefühle setzt er auf die Macht der Bilder und die Ausdruckskraft der Akteure – und gewinnt auf der ganzen Linie. Die Frau des Leuchtturmwärters ist ein Drama von existenzialistischer Kraft und bestechender Einfachheit, kongenial dem (einzigen) Handlungsort nachgebildet. Absolut sehenswert!

Die Frau des Leuchtturmwärters - L'équipier

Die Ile d’Ouessant ist eine Insel vor der bretonischen Küste, ein wild-romantisches Eiland am (französischen) Ende der Welt. Hierher kehrt Camille (Anne Consigny) zurück, um das Haus ihrer Eltern zu verkaufen, nachdem ihre Mutter verstorben ist.

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Meinungen
· 27.01.2009

Die unterschiedlichen Charaktertypen haben mir gefallen, insbesondere der sanfte Gregori Derangere

Ivonne · 03.12.2008

super film, sehr emotional und mit vielen geschichtlichen hintergründen, muß man einfach gesehen haben!!!

Pantera · 03.09.2008

Schlicht und ergreifend ein filmisches Meisterwerk ersten Ranges. Die Kraft und existenzialistische Wirkung der bretonischen Landschaft, die widersprüchliche und streitbare Geschichte der Bretagne und deren unmittelbare Wirkung auf die dort lebenden Menschen wird in diesem Film mit einer kristallenen Klarheit und Bescheidenheit präsentiert, die vergeblich seinesgleichen sucht. Höchstwertung.

müllerbursche · 11.04.2008

Ich habe denn Film augenommen, weil ich französische Filme generell liebe. Seit einem Jahr habe ich ihn sicher schon 6-7 mal in voller Länge gesehen, sogar zuletzt mitten in der Nacht und in der Woche. Ein Traum von Film, der einen entführt in eine andere Welt und vergangene Zeit, ruhig, spracharm und bildkräftig, philantrop trotz Fehlen eines Happyends. In meiner Liste von - wenigen - alsoluten Topfilmen ganz weit oben. Vergleichbar mit "Geschichte eines Sommers" (engl. Film).

Dewi · 28.02.2008

Ich möchte gern mal wissen, wie man diesen Film langweilig finden kann. Wer dessen Ruhe nicht erträgt, hat ein Problem. Der Film ist bestes französisches Kino. in der Art, wie es nur die Franzosen können. Nicht nur als Bretagne-Liebhaber kann ich den Film noch zehnmal sehen. Und mich nicht langweilen.

Linda · 05.11.2007

Wow....Und diese Frau. Sie ist so wunderschön....und ihre gesten sprechen ohne viel Worte. Einfach der Hammer. Diese Spannung die zwischen ihr und Antoine während des Filmes aufgebaut wird und beim Fest explodiert.....und diese Sinnlichkeit, mit der die Franzosen ihre Filme inszenieren.....Poetisch und behutsam schön. :)

obnoxious · 29.08.2007

vom leuchtturm aus ist der horizont weit
leider nicht der manches zuschauers

cow milk · 21.06.2007

Ein wunderbarer Film. Unverständlich der deutsche Titel.

Dino · 11.06.2007

Bestes französisches Kino, dafür braucht man Gespür, man muss die Franzosen kennen, sonst findet man nichts daran.

rse4 · 11.06.2007

Kam gestern abend im TV. Total langweilig. Sorry. Die Bilder wirken vielleicht im Kino, aber nicht im TV.

jochen · 11.06.2007

Wer Leuchttürme liebt - liebt diesen Film
So stürmisch wie die Wellen in denen der La Jument (Die Stute) steht

Alexander 37 · 22.03.2006

Für alle die, die Tiefgang mögen, Empathie haben, sich einfühlen können ist dieser Film bewegend. Tiefe Gefühle sind echt erlebbar; anders, als im Action-Kino, wo sie durch Effekte ersetzt werden.

Ein Film, ernst wie das Leben, auch mit seinen schönen Momenten. Aber auch den traurigen und harten.

· 04.02.2006

Der Regisseur sollte als Mensch, der vom Ton/ Musik kommt (bereits 30 Spielfilme vertont), doch vielleicht eine Ahnung über die örtliche Musik haben. Das haben Iren und Bretonen doch gemeinsam: die keltische Musik. Lieber Amrai Ignorant Hartlage, es gibt wichtigeres über den Film zu sagen.
Habe selten einen Film mit solch einer Sensibilität in Bild und Tonsprache gesehen. Grosse Entdeckung!
Jo B.

Amrai Hartlage · 29.01.2006

Für eine Sache habe ich überhaupt kein Verständnis:
Wie kann man in einem Film, der in der Bretagne spielt und dazu noch in einer bretonischen Inselgemeinschaft, bretonische Tänze zu ausschließlich irischen Volksweisen tanzen lassen?? Nicht dass ich mir nicht vorstellen kann, dass dort auch mal ein irisches Volkslied gefiddelt wird, aber wenn man weiß, wie reichhaltig die bretonische Musiktradition ist und welchen Stellenwert sie dort hat, wundert man sich doch sehr. Nein, ich habe mich sogar richtig drüber geärgert und frage mich, ist es Ignoranz oder Provokation?

zufälliger Gast · 12.01.2006

Feiner Film, der mich veranlasste, am heutigen Tag meinen Kollegen davon zu erzählen. Die Geschichte der unglücklichen Liebe ist Alltag, der einfühlsam erzählt wird. Die Bilder sind einfach, gewaltig und zeitlos. Etwas für Naturliebhaber und Romantiker.

· 21.12.2005

Jaja, wir kennen das. Wir gucken alle Rosamunde Pilcher-Filmchen nur wegen der tollen Landschaft. Wer allein aus diesem Grund "Die Frau des Leuchtturmwärters" anschaut, wird schon gut bedient. Während der deutsche Verleih mit seiner Titelfindung die Romanze in den Vordergrund zu stellen scheint, bezieht sich der Originaltitel vielmehr auf die Beziehung der Leuchtturmwärter untereinander und gewährt damit gleichzeitig Einblicke in ein Metier, das es nun einmal nicht mehr gibt... Aber es gibt den Film und das ist gut so! Ohne übermäßig in der Schnulzigkeit zu versinken, ist dem Regisseur ein romatisch-dokumentarisch-poetisches Porträt einer bretonischen Insel "am Ende der Welt" gelungen! Kurz: ANSCHAUEN UND DEN NÄCHSTEN URLAUB PLANEN!!!

Franz Müller · 09.09.2005

Ich bin einfach begeistert. Die Menschen, die Landschaft, die Darsteller!

· 21.08.2005

Ein Film, der in kein schwarz-weiß-Denken verfällt, keine einfachen Lösungen bereit hält und kein klischee gelten läßt.Hintergründig, voll, super und wunderschön anzusehen.

Dave · 15.08.2005

Ein superschöner Film. Es ist schön zu sehen, daß es noch Filme gibt in denen Zeit keine Rolle spielt.
Bilder sprechen mehr als Worte. Absolut sehenswert.

Kinogänger am 21.07.05 · 21.07.2005

Ein ganz großer Film! Es muss nicht immer Hollywood mit viel Gewalt, Problemen und brutaler Action sein. Nein, die Franzsosen können wunderschöne Filme drehen, von denen es viel mehr geben sollte. Diesen Film konsumiert man nicht einfach. Er bewegt einen noch Tage danach. Sehr zu empfehlen.

· 01.07.2005

Stimmt etwas beschaulich und betulich, eher für ältere Semester wie mich gedacht :-)

easyass · 29.06.2005

ich fand den film nicht schlecht, aber er enthält wirklich nichts originelles.
an manchen stellen habe ich ein bisschen geschmunzelt, ansonsten ist das wohl eher humor für die ältere generation (richtung brot und tulpen).

Kommentare

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