Die Blutritter

Die Blutritter

Gelebte Frömmigkeit auf Zelluloid

Es begann vor langer, langer Zeit – vor ungefähr 2.000 Jahren. Der Legende zufolge soll ein römischer Soldat bei der Kreuzigung Christi auf Golgatha das Blut des Gekreuzigten aufgefangen haben. Aus dem Soldaten wurde schließlich der Heilige Longinus, der Bischof von Mantua. Und von dort geriet die Reliquie in die Hände der Welfen. Herzogin Judith schließlich vermachte sie dem Kloster Weingarten, das sie gegründet hatte. Soweit der historische Hintergrund, aus dem sich die Tradition des Blutfreitag speist, der alljährlich am Tag nach Christi Himmelfahrt in Weingarten begangen wird - die weltgrößte Reiterprozession mit 3.000 Reitern und 30.000 Pilgern, die seit dem Mittelalter begangen wird.

Diese gelebte Frömmigkeit der Menschen im Schwäbischen ist der äußere Anlass für Douglas Wolfspergers Film Die Blutritter. Doch Wolfsperger dringt weiter vor, schaut hinter die Kulissen der gelebten Tradition und interessiert sich für die Menschen, die dieses Spektakel tragen, die dafür leben und sich dem Ritual verschrieben haben. Auf diese Weise entsteht ein Panoptikum der oberschwäbischen (Männer-)Gesellschaft, die gleichermaßen ethnografisch wie soziologisch ist. Der Zuschauer trifft auf einen Landmetzger, der ein energischer Gegner jeglicher Art von Tierquälerei ist, einen Bestatter, einen Rentner, der von 425 Euro im Monat lebt, einen praktizierenden Indianerfan, einen Krankenpfleger, ein Imker-Paar, einen Klosterbruder und den Abt des Klosters Weingarten. Sie alle sind Teil des Rituals, das zutiefst identitätsstiftend ist, sie leben die Tradition fort und sind auf diese Weise zugleich auch die Stützen der kleinen Welt in Oberschwaben.

Wie schon in Bellaria – So lange wir leben! gelingt Douglas Wolfsperger ein präziser, liebevoller und leicht ironischer Blick auf die Helden des Alltags, auf den buchstäblich kleinen Mann von nebenan und auf die Dinge, die ihn bewegen. Grandiose Cinemascope-Bilder vom Kameramann Igor Luther (Die Blechtrommel) und die Musik von Hans-Jürgen Buchner (Haindling) laden ein, eine Landschaft und ihre Menschen zu entdecken, wie sie faszinierender und manchmal auch bizarrer nicht sein könnten und die quasi vor der eigenen Haustür liegt. Ein Dokumentarfilm zum Staunen, Lachen und Nachdenken.

Der Film startet am 30.9. in folgenden Kinos im süddeutschen Raum, im Cinema in Stuttgart, im Kino-Center in Friedrichshafen, in der Linse in Weingarten, im Neuen Ringtheater in Isny, im Scala in Konstanz sowie in der Burg in Ravensburg. Anschließend sind weitere Aufführungen in Baden-Württemberg geplant, die genauen Termine und Orte können auf der Homepage des Filmes eingesehen werden.

Die Blutritter

Es begann vor langer, langer Zeit – vor ungefähr 2.000 Jahren. Der Legende zufolge soll ein römischer Soldat bei der Kreuzigung Christi auf Golgatha das Blut des Gekreuzigten aufgefangen haben.

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