Die blonde Sünderin (1963)

Die blonde Sünderin (1963)

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Glück und Pech im Spiel und in der Liebe

Es ist reiner Zufall, der den kleinen Bankangestellten Jean (Claude Mann) zum ersten Mal mit dem Glücksspiel in Berührung kommen lässt. Und ein noch größerer Zufall will es, dass der jungen, leicht beeinflussbare Mann an seinem ersten Abend am Roulettetisch prompt einen Riesengewinn einstreichen kann. Kein Wunder, dass Jean nun Blut geleckt hat und mehr will er versucht nun sein Glück an den Spieltischen der Casinos an der Côte d’Azur. Dort lernt er die faszinierende Jackie (Jeanne Moreau) kennen und lieben, eine bezaubernde junge Frau, die der Spielsucht verfallen ist. Doch die Liebesbeziehung leidet zunehmend unter dem Dämon, der über Jackie und Jean schwebt, aus der scheinbaren Liebe wird mehr und mehr eine verhängnisvolle „ménage à trois“…

Trotz des hellen Lichts der Côte d’Azur versteht es der Regisseur Jacques Demy in Die blonde Sünderin / La Baie des Anges ausgezeichnet, die Nöte seiner Protagonisten und ihr Ausgeliefertsein an das Glücksspiel mit deutlich düsteren Untertönen zu versehen, eine reizvolle Kontrastierung, die voll und ganz aufgeht.

Ein Film von großer Meisterschaft, bestechend schlicht und zugleich elegant inszeniert und mit herausragenden Akteuren besetzt, die den komplexen Figuren ausreichend Tiefgang, um diesen Film zu einem packenden Erlebnis zu machen. Und dass er auch ganz andere Saiten anschlagen konnte, das bewies Jacques Demy bereits ein Jahr nach dem Entstehen von Die blonde Sünderin / La Baie des Anges mit seinem heiteren, bunten und verspielten Werk Die Regenschirme von Cherbourg / Les Parapluies de Cherbourg. Französisches Kino der Extraklasse.
 

Die blonde Sünderin (1963)

Es ist reiner Zufall, der den kleinen Bankangestellten Jean (Claude Mann) zum ersten Mal mit dem Glücksspiel in Berührung kommen lässt.

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