Der Stoff, aus dem die Träume sind

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Ein rasender Reporter

Keine Abhandlungen über Heroin, Kokain, oder sonstige Highmacher, sondern ein mittlerweile 35 Jahre alter Kultfilm über Politisches und Persönliches: Ein fesselnder Agententhriller nach dem gleichnamigen Bestseller von Johannes Mario Simmel, der die unsichtbare Bedrohung des OstWest-Konflikts fühlbar macht. Keine Sorge, nicht allzu schwierig, gilt Bücherclub-Simmel nicht gerade als Garant hochgeistiger Weltliteratur.
Starreporter Walter Roland (Paul Neuhaus) recherchiert die Hintergründe der spektakulären Flucht eines 11-jährigen aus der CSSR. Zusammen mit dem Fotografen Bertie Engelhardt sucht er ein Flüchtlingslager in Bremen auf. Dabei treffen sie auf die Tschechin Irina (Hannelore Elsner), die ihrem Geliebten, dem desertierten tschechischen Soldaten Jan Bilka (Rick Parse) folgt. Der hat allerdings ganz andere Interessen, hat er doch hochbrisante Militärpläne des Warschauer Pakts in den Westen gebracht, die er sich vergolden lassen will.. Als Roland nur knapp einem Sprengstoffanschlag entgeht, verlässt er mit Irina das Land mit unbekanntem Ziel. Jahre später stellt er seine Aufzeichnungen einem gewissen Johannes Mario Simmel zur Verfügung…

Super-Schreib-Mario schuf unter verschiedenen Pseudonymen Tatsachenberichte und Serienromane. Zwischen 1950 und 1962 entstandener im Alleingang oder in Zusammenarbeit mit anderen Autoren insgesamt 22 Drehbücher. Nach seinem ersten großen literarischen Erfolg mit der Quick-Serie Es muss nicht immer Kaviar sein (1960) widmete er sich vor allem dem Schreiben von Unterhaltungsromanen, die sich aber jeweils mit aktuellen Themen auseinandersetzten wie etwa Gewalt gegen Ausländer, Drogenhandel oder Genmanipulation. Dabei waren journalistische Recherchen an den Schauplätzen und im Milieu, in dem seine Romane spielten, die Grundlage. Leitmotive in seinen Werken sind Relativierung von Gut und Böse und ein leidenschaftlicher Pazifismus. Seit Jahrzehnten gehört er zu den meistgelesenen Autoren im deutschsprachigen Raum, wobei etliche Werke wurden von Regisseuren wie Alfred Vohrer und Roland Klick verfilmt.

Vohrer schuf mit der Verfilmung von Der Stoff, aus dem die Träume sind einen für deutsche Verhältnisse bahnbrechenden Thriller. Paul Neuhaus erhielt für seine Darstellung des Reporters Walter Roland das Filmband in Gold als bester Nachwuchsschauspieler.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Keine Abhandlungen über Heroin, Kokain, oder sonstige Highmacher, sondern ein mittlerweile 35 Jahre alter Kultfilm über Politisches und Persönliches.
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