Der Rosengarten

Der Rosengarten

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Im Winter seiner Karriere konzentrierte sich Produzent Artur Brauner vor allem auf Stoffe, die sich mit deutscher Geschichte befassen. Jener Geschichte der dunklen Jahre des Dritten Reichs, in denen auch Brauner selbst Schreckliches erlebte. Der Rosengarten ist nicht nur für ihn ein wichtiger Film.
Aaron Reichenbach schlägt einen Mann nieder, den er für einen KZ-Kommandanten hält, der kurz vor Kriegsende noch 20 Kinder ermorden ließ, darunter auch Reichenbachs Schwestern. Der alte Mann wird wegen Körperverletzung angeklagt und will in der Verhandlung die Schuld des Alt-Nazis nachweisen, doch der Prozess verläuft anders als erwartet.

Der Rosengarten ist ein tendenziell interessantes Gerichtsdrama, das vor allem von den großartigen Mimen lebt, aber in der Inszenierung Schwächen aufweist. Oftmals hat man den Eindruck, als würden Teile des Films fehlen. Vor allem bei den Gerichtssequenzen scheint es so, dass auf Passagen, die eine Fortführung bedurft hätten, plötzlich andere Inhalte folgen. Ob dies schon Schwächen im Drehbuch waren oder erst in der Montage durch Fons Rademakers zutage traten, lässt sich schwer sagen. Sie schmälern die Wirkung eines an sich guten und wichtigen Films, der seinen Anteil an der Vergangenheitsbewältigung nimmt und aufzeigt, wie verloren deutsche Gerichte vor dieser Aufgabe (zumindest teilweise) waren.

Liv Ullman, die als Maximilian Schells Anwältin auftritt, wartet mit einer herausragenden Darstellung auf, die ihr auch Nominierungen für den Golden Globe und den Deutschen Filmpreis eingebracht hat.

In der Brauner-Produktion steckt ein phantastischer Film, den Inszenierungsmängeln wegen ist er aber lediglich gut geworden. Die merkwürdige Gestaltung der Szenenanschlüsse ist irritierend, bisweilen auch frustrierend. Schade um ein Werk, das ansonsten das Zeug zum großen Klassiker hätte.

Der Rosengarten

Im Winter seiner Karriere konzentrierte sich Produzent Artur Brauner vor allem auf Stoffe, die sich mit deutscher Geschichte befassen. Jener Geschichte der dunklen Jahre des Dritten Reichs, in denen auch Brauner selbst Schreckliches erlebte. "Der Rosengarten" ist nicht nur für ihn ein wichtiger Film.
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