Der Junge mit der Schildkröte

Der Junge mit der Schildkröte

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Freundschaft zwischen Mensch und Tier

Yvonne Mackays an Originalschauplätzen in der Aitutaki-Lagune gedrehter Film ist eine kleine Perle. Ein Werk, das über unglaublich viel Herz verfügt, das auch die Beschränkungen des niedrigen Budgets überwindet. Weil eine Geschichte erzählt wird, die universell gültig ist.
Jonasi ist als Baby an den Strand einer Insel im Pazifik geschwemmt worden. Der stumme Junge wird von einem der Stammesmitglieder an Sohnes statt angenommen, aber die meisten Inselbewohner misstrauen ihm. In blindem Aberglauben machen sie ihn dafür verantwortlich, dass eine Dürre einsetzt. Jonasi wiederum zieht sich von den Menschen zurück. Wirklich glücklich ist er nur im Meer, wo er sich mit einer riesigen weißen Schildkröte anfreundet.

Der Junge mit der Schildkröte ist ein vielschichtiger Film, der sich nicht nur mit der Rolle eines Behinderten in einer archaischen Gesellschaft auseinandersetzt, sondern auch Wandel und Entwicklung in einer solchen Gemeinde zeigt. Er erkundet, wie Aberglaube und Religion in einer Gesellschaft negative Auswüchse annehmen können, versteht sich aber auch als ein Film, der ein anderes Gut zelebriert: die Freundschaft.

Die Bilder, die Mackay hier eingefangen hat, sind von immenser Schönheit. Das gilt nicht nur für die Landschaftsaufnahmen, sondern mehr noch für die beeindruckende Unterwasserphotographie. In ihnen herrscht eine Stille, die die Hauptfigur immer empfindet. Mackay versteht es, diesen Zustand dem Zuschauer erlebbar werden zu lassen, wenn sie Gegenschnitte nutzt und Ereignisse aus hörender, aber auch tauber Perspektive zeigt.

Die Geschichte ist mitreißend, nur das Ende wird nicht jeden zufriedenstellen. Weil sich der Film für ein märchenhaftes Finale entscheidet, das mit dem Rest der Geschichte nur bedingt zusammenpassen will. Man kann schon erkennen, was Mackay hier zu erreichen hoffte, gänzlich gelungen ist es nicht. Aber das schmälert den Gesamteindruck nur minimal. Was bleibt, ist ein ruhiger, schöner, nachdenklich stimmender Film vor erstaunlicher Kulisse.

Der Junge mit der Schildkröte

Yvonne Mackays an Originalschauplätzen in der Aitutaki-Lagune gedrehter Film ist eine kleine Perle. Ein Werk, das über unglaublich viel Herz verfügt, das auch die Beschränkungen des niedrigen Budgets überwindet. Weil eine Geschichte erzählt wird, die universell gültig ist.
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