Der Husar auf dem Dach

Der Husar auf dem Dach

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Provencalische Abenteuer

Im Jahre 1832 flieht der italienische Husarenoberst Angelo (Olivier Martinez) vor der österreichischen Armee aus seiner Heimat ins benachbarte Frankreich. Doch auch dort wird Angelo weiter von seinen Verfolgern gejagt, zudem wütet in der malerischen Provence die Cholera und verwandelt die Gegend in einen gespenstischen Ort, in dem die Leichen zu Hunderten am Wegesrand liegen. Obwohl Angelo selbst in höchster Gefahr schwebt, verschließt der tollkühne Husar seine Augen vor dem Elend nicht und packt mit an, wo es nur geht.

In der provenzalischen Stadt Manosque wird er eines Tages unschuldig als Brunnenvergifter verdächtigt und muss wieder die Flucht ergreifen. Als Angelo über die Dächer der Stadt entkommen will, landet er schließlich im Haus der schönen Marquise Pauline de Théus (Juliette Binoche), die ihm Unterschlupf gewährt. Als Pauline aufbrechen will, um nach ihrem verschwundenen Mann zu suchen, bietet Angelo ihr seine Hilfe an. Es beginnt eine Reise ins Ungewisse durch das choleraverseuchte Frankreich, bei der sich die beiden näher kommen, allen Widrigkeiten zum Trotz…

Mit der Verfilmung von Jean Gionos opulentem Roman Der Husar auf dem Dach machte Jean-Paul Rappeneau (Cyrano von Bergerac) im Jahr 1995 unter anderem deshalb von sich reden, weil der Film mit einem Budget von 60 Millionen D-Mark der bis dato teuerste Film war, der jemals in Frankreich gedreht wurde. Doch der Steifen hat weitaus mehr zu bieten als nur ein immenses Produktionsbudget: So glänzt Der Husar auf dem Dach / Le Hussard sur le Toit mit Sequenzen von beklemmender Intensität, exquisiten Kostümen, einer ebenso romantischen wie abenteuerlichen Story und zwei bestens aufgelegten Hauptdarstellern, die im Rahmen der Dreharbeiten sogar ein echtes Paar wurden.
 

Der Husar auf dem Dach

Im Jahre 1832 flieht der italienische Husarenoberst Angelo (Olivier Martinez) vor der österreichischen Armee aus seiner Heimat ins benachbarte Frankreich.

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Meinungen
Silver · 23.01.2007

So verwirrend der Titel - umso beeindruckender der Film. Die Sequenzen der Vergangenheit sind so greifbar nah, ziehen mich mitten in das Geschehen. Dynamik, Realität, Widersprüche- alles kämpft in mir. Sind Neid und Lakeien, Hass, Tod und Missgunst ein Hauch der Zukunft? Und doch eine tiefe Zuneigung, bin ich Angelo oder Olivier...

Kommentare

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