Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder

Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Dokumentationen gehören nicht unbedingt ins Kino. Kaum einer will acht Euro für eine Doku zahlen. Durch den Erfolg diverser Ausnahmen, die somit auch nur die Regel bestätigen, hat es vorliegende Dokumentation dennoch ins Kino geschafft. How to sell a Tit Wonder hatte einen kleinen Kinorelease und wird eher auf DVD und im Fernsehen seine Zuschauer finden. Das Thema ist in jedem Fall interessant und unterhält ganz nebenbei prächtig.
Die Regisseure Rüdiger Heinze und Steffen C. Jürgens begleiten den jungen Showbiz-Manager Martin Baldauf bei seinem Versuch, Lolo Ferrari zu einem Star aufzubauen. Dabei begibt man sich in die flachsten Niederungen der deutschen Showlandschaft hinab. Und es tut weh, sich die Anbiederungsversuche des nervösen Großmauls Baldauf anzutun. Immer steht die Frage im Raum, mit wem man sich gut stellen muss, wer einem helfen kann und wie man Aufmerksamkeit erregt. Immer wieder auftauchend; Jürgen Drews. Und egal, was man von dem Schlagerbarden denkt, er hält nie mit seiner Meinung hinterm Berg. Auch wenn Baldauf direkt neben ihm steht, sagt Drews, dass ihm der Typ auf die Nerven geht. Gleichzeitg bekundet er aber auch seinen Respekt vor soviel Ehrgeiz und Dreistigkeit. Als Lolo Ferrari plötzlich verstirbt, muss eiligst Ersatz her. Mit Lolos Ehemann macht man bei der Arabella-Talkshow eine Art öffentliches Casting. Doch erst muss Sexbombe Ashley Bond kommen, um Manager Baldauf die Dollarzeichen in die Augen zu treiben…

Was folgt ist Drama in Reinkultur. Man versucht Ashley zum Star zu machen, doch Baldauf hat die Rechnung ohne die selbstbewußte Engländerin gemacht. Die stellt sich nämlich quer, wenn Absprachen nicht eingehalten werden. Und plötzlich sind Probleme da, die es bei Lolo nicht gab. Zudem verscherzt es sich der junge Mann mit seiner Freundin, deren Gesicht immer wieder anzusehen ist, dass sie hier nicht mehr hingehört. Und das ist eines der Kunststücke dieser Dokumentation: Die kleinen Nebengeschichten. Und sei es zuzusehen, wie eine Beziehung an der Geltungssucht eines Menschen zerschellt. Das Fremdschämen bringt einen dabei immer wieder zum Wegschauen…

Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder

Dokumentationen gehören nicht unbedingt ins Kino. Kaum einer will acht Euro für eine Doku zahlen. Durch den Erfolg diverser Ausnahmen, die somit auch nur die Regel bestätigen, hat es vorliegende Dokumentation dennoch ins Kino geschafft.
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