Der Fluch der goldenen Blume

Der Fluch der goldenen Blume

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Bitterböses, opulentes Familiendrama

Ein schöner, exzessiver Goldrausch: Zhang Yimous neuer Kostümfilm strotzt vor Luxus, Pomp und Eleganz. Im Stile einer farbenprächtigen Oper erzählt das Melodram von den Intrigen im Kaiserpalast zur Zeit der Tang Dynastie vor mehr als 1000 Jahren.
Der Kaiser (Chow Yun Fat) will seine Gattin, die Kaiserin (Gong Li), vergiften, weil sie mit ihrem Stiefsohn, dem Kronprinzen Xiang (Liu Ye), eine heimliche Affäre hatte. Doch der Stiefsohn will nichts mehr von ihr wissen und vergnügt sich derweil heimlich mit dem Dienstmädchen Chan (Li Man). Die Gesundheit der Kaiserin wird schlechter, aber noch ahnt sie nicht, dass ihr täglicher Kräutertrunk nicht Medizin, sondern Gift ist. Bevor sie davon erfährt, schmiedet sie ein ebenso intrigantes Komplott gegen ihren Gatten. In diese Verschwörung verwickelt sind auch der zweitälteste Sohn, Prinz Jie, (Jay Chou) und der jüngste Sohn, Prinz Cheng, (Qin Junjie).

Was nach einem Shakespeare-Drama klingt, basiert in Wirklichkeit auf dem berühmten chinesischem Theaterstück Das Gewitter von Cao Yu von 1933. Zhang Yimou hat es für seinen Film 1000 Jahre zurück in die Vergangenheit verlegt, in die Zeit der Tang-Dynastie, eine der prächtigsten und schillerndsten Phasen der chinesischen Geschichte. „Eine Fassade aus Gold und Jade, aber drinnen krabbeln die Spinnen“, lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Also hinter einen glanzvollen, intakten Fassade befindet sich häufig eine düstere, marode Innenwelt. Für Zhang Yimou trifft das Sprichwort genau auf seinen Film zu: Denn die Familie des Kaisers lebt zwar in einem luxuriösen goldenen Käfig, aber die familiären Beziehungen sind gestört und verseucht von Eifersucht, Machtgier und Hass.

Zhang Yimou ist seit seinem Debütfilm Rotes Kornfeld (1987), mit dem er den Goldenen Bären der Berlinale gewann, zu einem der wichtigsten Regisseure Chinas aufgestiegen. Nach seinem Studium an der Filmakademie in Peking etablierte er sich als Vertreter der so genannten „Fünften Generation“, einer Gruppe von jungen Filmemachern, zu denen auch Chen Kaige zählt, die das damalige chinesische Kino revolutionierte und internationale Filmfestivals eroberte. Zu den wichtigsten Filmen des heute 57-jährigen Regisseurs zählen unter anderen Rote Laterne (1991), Keiner Weniger (1999), Leben! (1994) sowie die Martial-Arts-Dramen Hero (2002) und House of the Flying Daggers (2004).

Besonders zu loben ist der Film für die beeindruckende schauspielerische Leistung. Mit Gong Li (Miami Vice, Die Geisha) und Chow Yun Fat (Tiger & Dragon) hat Yimou die Hauptrollen mit zwei Topstars des asiatischen Kinos besetzt, die sich längst auch international einen Namen gemacht haben. Gong Li spielte zuvor schon mehrere Hauptrollen (Ju Dou, Rote Laterne, Leben!) unter der Regie von Zhang Yimou, mit dem sie auch privat liiert gewesen ist. Auch die Nebenrollen des Films sind prominent besetzt: In der Rolle des Prinzen Jie ist der asiatische Pop-Sänger und Schauspieler Jay Chou zu sehen.

Die grandiose Kamera von Zhao Xiaoding labt sich regelrecht an der eleganten Ausstattung, den fulminant choreographierten Action- Szenen und den verführerischen Kostümen. Mit Zhao Xiaoding als Kameramann arbeitete Zhang Yimou bereits schon in seinen vorherigen Filmen Hero und House of the Flying Daggers zusammen. Sehenswert ist Der Fluch der goldenen Blume vor allem für diejenigen, die opulente, opernhafte und visuell berauschende Filme mögen. Die schillernden, goldenen Farben bezaubern während des Films und wirken in ihrer Intensität noch lange nach.

Der Fluch der goldenen Blume

Ein schöner, exzessiver Goldrausch: Zhang Yimous neuer Kostümfilm strotzt vor Luxus, Pomp und Eleganz. Im Stile einer farbenprächtigen Oper erzählt das Melodram von den Intrigen im Kaiserpalast zur Zeit der Tang Dynastie vor mehr als 1000 Jahren.
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Meinungen
· 26.04.2007

Wahnsinning opulent und schön, nur schwächelt die Story ein wenig.

Münchnerin · 19.04.2007

Viel zu vorhersehbar... nicht besonders originell. Naja...

Kommentare

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